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LandesligaBöses Erwachen für Borussia Lindenthal-Hohenlind in der Nachspielzeit

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Lindenthals Niuschan Aref Akhar (rechts) in der Partie gegen Teutonia Weiden

Lindenthals Niuschan Aref Akhar (rechts) in der Partie gegen Teutonia Weiden

Borussia Lindenthal-Hohenlind kämpft sich nach einem 0:2-Rückstand bravourös zurück und bleibt am Ende doch ohne Punktgewinn. 

Der SC Borussia Lindenthal-Hohenlind hat das Topspiel der Fußball-Landesliga 2 gegen den FC Teutonia Weiden mit 2:3 (1:2) verloren. Für die Mannschaft von Trainer David Gsella war es die zweite Niederlage im elften Ligaspiel.

In der sogenannten „Aachener Staffel“ stellt der Aufsteiger aus Weiden nach einigen kostspieligen Verpflichtungen im Sommer ein erfahrenes Kollektiv und führt das Klassement nicht von ungefähr an. Mit Niklas Valerius (15 Treffer) haben sie außerdem den Führenden der Torjägerliste in ihren Reihen. Sulayman Dawodu steht immerhin bei zehn Treffern. Gemeinsam bilden die beiden das torgefährlichste Gespann der Liga.

Eine Kostprobe seines Könnens bot das Duo auch am zwölften Spieltag in der Westkampfbahn: Dawodu (18.) traf zur Führung, die Valerius (30.) erhöhte. Ein Übermaß an Respekt, zu wenig Mut und ein beinahe körperloses Spiel kennzeichnete bis hierhin das Auftreten der jungen Hohenlinder Mannschaft. Noch am ehesten stellte sich Niuschan Aref Akhar mit hoher Wehrhaftigkeit einer bis dahin abgeklärten Elf aus dem Würselener Stadtteil entgegen.

Lindenthals Sean Brecht sieht wegen einer Notbremse die Rote Karte

Zu allem Überfluss ging es für Hohenlind nur ein paar Minuten später nur noch zu zehnt weiter. Mit der Hinausstellung von Sean Brecht (41.) schien die Partie gelaufen. Der Rechtsverteidiger hatte Yassine Ali Gnondi unmittelbar vor der Strafraumgrenze regelwidrig gestoppt. Der aufmerksame Unparteiische Moritz Klein wertete dies als Notbremse und zeigte Brecht die Rote Karte. Eine harte, aber vertretbare Entscheidung.

Im Gefühl des sicheren Sieges verließ Weiden mit zunehmender Spieldauer jedoch seinen bis dahin souveränen Weg und holte Hohenlind mit einer ordentlichen Portion Nachlässigkeit ins Spiel zurück. Nutznießer war Jan-Erik Birken (45.), der eine sehenswerte Kombination über Antreiber Akhar und Joshua Hauschke aus zentraler Position Sekunden vor dem Pausenpfiff sicher zum wichtigen Anschlusstreffer verwertete. Es war Birkens erster Saisontreffer.

Lindenthal spielt den Favoriten nach der Pause förmlich an die Wand

Ihren Augen allerdings nicht getraut haben dürften die 111 Zuschauer nach dem Wechsel. Hohenlind spielte den Liga-Favoriten mit Leidenschaft und kühlem Kopf im Schatten des Rhein-Energie-Stadions mit einer beinahe perfekten Leistung förmlich an die Wand. Kapitän Niklas Hammes und sein Nebenmann Ben Euler bildeten in der Innenverteidigung eine schier unüberwindbare Einheit.

Sean Brecht vom SC Borussia Lindenthal-Hohenlind nach seinem Platzverweis gegen Teutonia Weiden

Sean Brecht vom SC Borussia Lindenthal-Hohenlind nach seinem Platzverweis gegen Teutonia Weiden

Aber auch nach vorne ging einiges: Eine fabelhafte Dreieckkombination über Alex Fuchs und den eingewechselten Tom Schnörpel landete bei dem aufgerückten Moritz Kleinfeld, den Abdullah Aksu im Strafraum nur auf recht brachiale Weise am drohenden Ausgleich zu hindern wusste. Janis Waffenschmidt (73.) holte dies vom Foulelfmeter nach – entschlossen und cool. Die goldene Mitte erwies sich als goldrichtig. Es war Waffenschmidts neunter Saisontreffer.

Trotz spürbar schwindender Kräfte bot sich Hohenlind durch den eingewechselten Ivan Irmiev (85.) sogar die Chance zum Führungstreffer. Der Mittelfeldspieler scheiterte jedoch aus aussichtsreicher Position.

Weidens Kapitän und Abwehrschrank Jerome Propheter brachte daraufhin das überhebliche Spiel in der Folge treffend auf den Punkt.

Wir sind ein Mann mehr, reißt euch zusammen. Das ist nur peinlich
Jerome Propheter, Kapitän von Teutonia Weiden

„Wir sind ein Mann mehr, reißt euch zusammen. Das ist nur peinlich“, schmetterte er seinen Mitstreitern unüberhörbar entgegen. Ob es daran gelegen hat, dass Weiden den Schalter noch einmal umlegen konnte, ist nur eine Mutmaßung.

Allerdings gelang Weiden in der Nachspielzeit tatsächlich mit der ersten echten Gelegenheit des zweiten Durchgangs überhaupt der Lucky Punch. Nach einer Standardsituation hatten die Gastgeber Elvis Gojak (90+4.) nicht auf der Rechnung, dessen entschlossener Kopfball von Torhüter Sven Engels nicht entscheidend abzuwehren war.

Teutonia Weiden festigte damit die Tabellenführung. Hohenlind ist mit sechs Punkten Rückstand Tabellenvierter, könnte allerdings mit einem Sieg im Nachholspiel gegen den SV Rott (25. November) Boden gutmachen. Im nächsten Meisterschaftsspiel treffen die Kölner auswärts auf den Kohlscheider BC (Sonntag, 15.30 Uhr), der Weiden am fünften Spieltag die bislang einzige Niederlage zufügen konnte.