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BVB-Star Alex Popp in KölnEine Olympiasiegerin zu Gast am Unteren Komarweg

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Torjubel Noreen Günnewig BVB mit Alexandra Popp BVB, DJK Südwest Köln vs Borussia Dortmund, Frauen Regionalliga West, 7. Spieltag, Köln, 04.10.2026. *** Noreen Günnewig BVB celebrates a goal with Alexandra Popp BVB, DJK Südwest Köln vs. Borussia Dortmund, Women s Regionalliga West, Matchday 7, Cologne, October 4, 2026

BVB-Kapitänin Alexandra Popp (r.) feiert einen der Dortmunder Treffer

In der Frauen-Regionalliga ist Borussia Dortmund bei der DJK Südwest Köln angetreten. Im Fokus: eine frühere Weltklasse-Spielerin.

Die meisten ihrer Mitspielerinnen waren längst frisch geduscht und hatten wieder im schmucken Mannschaftsbus Platz genommen, als Alexandra Popp am späten Sonntagnachmittag noch mit ihren Fans zugange war und im Kölner Grüngürtel auch den letzten Autogramm- und Selfie-Wunsch mit einem Lächeln erfüllte.

Nach ihrem Abschied von der großen Bühne mit zahllosen Erfolgen und 145 Länderspielen ist die gebürtige Wittenerin auf ihre alten Fußballtage in ihre westfälische Heimat zurückgekehrt. Bei der Borussia hat die Olympiasiegerin von Rio im Sommer einen Dreijahresvertrag unterschrieben. Und der Auftrag bei den Westfalen könnte ambitionierter kaum sein. „Unser Ziel ist der Aufstieg in die Bundesliga“, bekräftigt sie nach dem 5:0 (1:0)-Sieg bei der DJK Südwest.

Verpflichtung von Alexandra Popp ein „selbsttragendes Projekt“

Bis dahin aber ist die Provinz Popps Alltag. Neben allen fußballerischen Aspekten war ihre Verpflichtung für den BVB gleichwohl ein perfekter Schachzug. Popp sei unbezahlbar, so ein Insider, und wohl auch ein Transfer, der ohne betriebswirtschaftliches Wagnis verbunden war. Die leitende BVB-Angestellte Svenja Schlenker bediente sich im Zuge des Popp-Transfers der Formulierung eines „selbsttragenden Projekts“. Der Jahresetat soll mindestens bei geschätzten drei Millionen Euro liegen.

Und bislang verläuft das Vorhaben reibungslos. In der Frauen-Regionalliga West und somit zwei Ligen unterhalb der Bundesliga gibt sich der BVB keine Blöße. Nach sieben Spieltagen ist die Dortmunder Bilanz in jeder Hinsicht blütenrein. Neben der maximalen Punktausbeute blieb der BVB bei 31 Treffern bislang ohne Gegentor. Mit acht Treffern führt Popp die Torjägerliste an. Im Kölner Grüngürtel blieb sie allerdings ohne eigenen Torerfolg. Am schönsten Treffer des Tages war sie jedoch mit einem raumgreifenden Schnittstellenpass auf die spätere Torschützin zum 5:0-Endstand maßgeblich beteiligt.

Alexandra Popp lobt die DJK Südwest

Für die deutsche Nationalmannschaft traf die dreimalige Champions-League-Siegerin 67 Mal. Für den VfL Wolfsburg erzielte sie in 14 Spielzeiten und 380 Pflichtspielen sagenhafte 190 Tore. Dass sie gegen die DJK Südwest torlos blieb, schrieb die Bundesliga-Torschützenkönigin der Saison 2022/23 auch den Kölnerinnen zu. „Sie haben es gut und leidenschaftlich verteidigt und uns mehr Mühe bereitet, als wir es bislang gewohnt waren“, meinte Popp.

Nach dem Abpfiff nahm sich Alexandra Popp viel Zeit für ihre Fans.

Nach dem Abpfiff nahm sich Alexandra Popp viel Zeit für ihre Fans.

Ähnlich sah es Michael aus Unna, ein glühender BVB-Fan, der sein Herz offenbar an die Fußballerinnen verloren hat. Beim Pausenstand von 1:0 merkte er fachkundig an: „Köln spielt hier gut mit. Sie sind mutig und verstecken sich nicht. Sie haben das Herz am rechten Fleck. Das gefällt mir. Aber ich denke schon, dass in der zweiten Halbzeit noch ein paar Treffer mehr fallen werden.“ Michael ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln angereist und schätzt die reizvolle Atmosphäre „hier mitten im Wald“, wie er sagt. Insgesamt unterstützen rund 200 BVB-Anhänger lautstark ihr Team. Mit rund 750 zahlenden Fans sprachen die Verantwortlichen sogar von einem Zuschauerrekord, wie der langjährige Vorsitzende Michael Kosche bestätigte. Im Einsatz waren über 50 Helferinnen und Helfer. Die Kapazitätsgrenze ist auf der Sportanlage am Unteren Komarweg bei 900 Personen erreicht.

DJK Südwest Köln ist zufrieden

Einen Tag nach dem Tag der Deutschen Einheit fühle es sich wie ein weiterer Feiertag an, merkte DJK-Sprecher Norbert Hensen trotz der Niederlage an: „Die Mädels sind superhappy. Sie wissen, dass sie alles reingeworfen haben und einem richtig großen Gegner über weite Phasen ordentlich Widerstand geleistet haben. Unsere Mädels können echt stolz auf ihr Auftreten sein – und wir sind es natürlich auch.“ Für ihn führe der Aufstieg nur über den BVB.

Michael, der Mitfünfziger aus Unna, mag der Prophezeiung folgen, gibt aber mit seiner westfälischen Nonchalance zu bedenken: „Sollten wir nicht aufsteigen, wovon ich natürlich nicht ausgehe, werde ich wiederkommen“, sagt er. Wahrscheinlich ist das nicht.