Der Südstadt-Klub bleibt im vierten Spiel in Folge ohne Sieg und Treffer.
Sechs Stunden ohne TorFortuna Köln auf der Suche nach offensiver Erlösung

Die Profis von Fortuna Köln nach der 0:1-Niederlage in Münster enttäuscht.
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Es war ein Stich ins Herz all jener, die dem SC Fortuna Köln in der Dritten Liga die Daumen drücken. Beim Stand von 0:0 flankte Münsters Lucas Zeller unbedrängt in den Strafraum, Charalambos Makridis stieg am höchsten und köpfte den Ball zwölf Minuten vor Schluss ins untere Eck. Das Heimpublikum im LVM-Preußenstadion, am Sonntag mit 13.182 Zuschauern gut gefüllt, jubelte ausgelassen, während die Profis der Fortuna fassungslos und frustriert um sich schauten.
Fortuna Köln vom Pech verfolgt
Dabei hatten die Südstädter die Münsteraner phasenweise dominiert und den Führungstreffer mehrfach vor Augen. Die Anhänger der Gastgeber quittierten die eigene Leistung zeitweise sogar mit Pfiffen. Trainer Matthias Mink brachte es auf den Punkt: „Man hat gemerkt, wie das Publikum teilweise unzufrieden wurde. Umso hässlicher ist es, wenn man die gegnerische Mannschaft nach dem Spiel vor der eigenen Fankurve stehen und sich feiern sieht.“ Die Fortuna hat in Münster vieles richtig gemacht, nur das Wichtigste nicht: den Ball über die Linie zu bringen.
Zum vierten Mal in Folge blieb der Klub ohne eigenen Treffer. Seit 360 Minuten, sechs Stunden, wartet Fortuna auf ein Tor, und zum dritten Mal nacheinander ging eine Partie verloren. Erst ein 0:2 in Essen, dann ein unglückliches 0:1 im Südstadion gegen Stuttgart II, und nun eine weitere unnötige Niederlage. Und doch war diese besonders bitter. Die Fortuna erspielte sich Chance um Chance, drängte den Zweitliga-Absteiger nach der Pause phasenweise tief in die eigene Hälfte und hätte das Spiel sogar gewinnen können, wenn nicht sogar müssen. Nur der Ball wollte nicht über die Linie. Kevin Krumme, Enzo Wirtz, Jannik Mause, Timo Bornemann – sie alle vergaben hochkarätige Möglichkeiten.
Trainer Matthias Mink probierte in den vergangenen Spielen viele Varianten, um der Torarmut entgegenzuwirken, und ließ verschiedene Ansätze in der Offensive zu. In Münster spielten etwa Romeo Aigbekaen, Bornemann und Wirtz in der vordersten Reihe. Mink sieht die Gründe vielschichtig, warum es nicht funktioniert: „Es ist von allem etwas. Ich habe den Jungs das auch gesagt: Wir müssen beharrlich dranbleiben. Wir müssen die Themen weiter für uns bearbeiten und immer wieder diese Energie und Leidenschaft auf den Platz bringen. Als Mannschaft müssen wir die Dinge geschlossen angehen.“
Durch die Niederlage versinkt die Fortuna zunehmend im Abstiegskampf, was als Liganeuling zwar nicht überraschend ist – die Verantwortlichen betonen immer wieder, dass am Ende nur der „Klassenerhalt zähle“ –, doch vermeidbar wäre es dennoch gewesen. Gegen Essen ging man als klarer Außenseiter in die Partie, gegen Stuttgart verzweifelten die Südstädter an der Latte und am Schiedsrichter, in Münster oft an sich selbst.
Am Samstag gastieren die Würzburger Kickers
Zudem beschränkte sich die Fortuna dort nicht nur auf eine starke Abwehr, sondern zeigte, dass sie spielerisch und technisch problemlos mithalten kann. Nur fehlt der Ertrag. Mink glaubt, dass sich das ändern wird: „Wenn du im Laufe der nächsten Wochen und Spiele eine solche Vielzahl an Torchancen hast, werden die einen oder anderen Bälle auch ins Tor gehen. Jeder Spieler macht sich Vorwürfe, ich habe auch mit dem einen oder anderen Offensivspieler gesprochen. Gleichzeitig gibt es solche Phasen und Situationen im Sport, speziell bei Stürmern. Wir haben großes Vertrauen in den Kader und in unsere Offensivspieler. Deshalb gilt: dranbleiben, weitermachen.“
Der 59-Jährige will verhindern, dass sich der Frust ausbreitet: „Klar wird der eine oder andere niedergeschlagen sein. Aber wir sind am elften Spieltag. Wir sind Aufsteiger und liefern in Münster ein Spiel ab, dominieren den Gegner in der zweiten Halbzeit und spielen ihn phasenweise – zumindest habe ich es so empfunden – an die Wand.“ Die Mannschaft werde die Niederlage aufarbeiten, mit Videoanalyse, Regeneration und Spielersatztraining.
Vor allem aber soll sie an dem festhalten, was sie in Münster gezeigt hat. Das ist die positive Seite. Die Fortuna hat bewiesen, dass sie einen Zweitliga-Absteiger spielerisch und technisch phasenweise dominieren kann. Die negative Seite lautet: Auch eine starke Leistung bleibt vom Ergebnis her wertlos, wenn sie ohne Tor endet. „Es war das beste Spiel bisher von uns“, sagt Mink.
Am Samstag (Südstadion, 16.30 Uhr) trifft Fortuna auf Mitaufsteiger Würzburg. Zum ersten Nicht-Abstiegsplatz fehlen den Kölnern nur zwei Punkte, Würzburg liegt lediglich einen Zähler vor ihnen. Die Fortuna muss anfangen, Spiele zu gewinnen. Die defensive Stabilität und die Geschlossenheit bleiben die Grundlage. Doch nun muss der nächste Schritt folgen. In Münster war die Fortuna spielerisch auf dem richtigen Weg. Gegen Würzburg sollte sie zeigen, dass sie auf diesem Weg auch wieder Tore schießen kann.

