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Fortuna KölnBennit Bröger sorgt für Kreativität in der Südstadt

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Bennit Bröger (vorn) wechselt vom SC Paderborn zu Fortuna Köln

Der 20-Jährige soll mit seiner starken Technik das Mittelfeldspiel des Drittliga-Aufsteigers bereichern.

Auch vom wichtigsten Trainer seiner Karriere gab es Glückwünsche. Nachdem sich Bennit Bröger für einen Wechsel zum SC Fortuna Köln entschieden hatte, leuchtete eine Textnachricht auf seinem Handy auf. Daniel Bauer gratulierte seinem ehemaligen Spieler zum Schritt in den Profifußball. „Unter ihm hatte ich ein wirklich gutes Jahr in der U 19“, erinnert sich der Neu-Kölner an seine Zeit als Wolfsburger Jugendspieler.

Beim VfL war Bauer also Brögers bedeutendster Förderer. Ralph Hasenhüttl, der später von Bauer als Profitrainer abgelöst wurde, verhalf ihm dann zum Bundesliga-Debüt im Mai 2024 gegen Mainz (1:3) und drei Monate später zur DFB-Pokalpremiere gegen TuS Koblenz (1:0).

Dass ich laufstark bin, ist auf den ersten Blick vielleicht nicht so auffällig. Aber ich sehe die Arbeit gegen den Ball auch als wichtigen Teil des Spiels
Bennit Bröger, Zugang des SC Fortuna Köln

„Dass er mir das ermöglicht hat, ist etwas ganz Besonderes“, sagt der 20-jährige Kreativspieler in Erinnerung an seine Joker-Einsätze vor zwei Jahren. Nun hat ihn Matthias Mink von einer Zusammenarbeit in der Südstadt überzeugt. „Die Gespräche mit ihm waren ein wichtiger Grund für meinen Wechsel“, stellt der offensive Mittelfeldspieler klar.

Nach einer Saison beim SC Paderborn, bei dem er im Profiteam trainierte, aber ausschließlich in der Regionalliga spielte (30 Partien, zwei Tore, sieben Vorlagen), kam nun die Leihe zum Drittliga-Aufsteiger zustande. Im Kölner Süden soll Bröger der Durchbruch gelingen. Dafür schiebt er die Zeit in Paderborn ebenso beiseite wie die zehn Jahre in der Autostadt. „In Wolfsburg war die Konkurrenz enorm“, erinnert sich der damalige Teenager an gestandene internationale Klassespieler wie Patrick Wimmer, Ridle Baku oder Tiago Tomás. „Die waren mir damals noch einen Schritt voraus.“

Jetzt möchte er zu seinen neuen Mitstreitern Rafael Garcia, Nico Thier, Jonas Michelbrink oder Suheyel Najar aufschließen, sich einiges von ihnen abschauen, aber vor allem seine Qualitäten einbringen. Mit feiner Technik kann der Rechtsfuß ebenso aufwarten wie mit Kreativität. Wenn er auf engstem Raum Lösungen findet, kann er dem zentrumsorientierten Offensivspiel der Fortuna einen neuen Anstrich verleihen.

Dazu weist er auf eine seiner unentdeckten Stärken hin: „Dass ich laufstark bin, ist auf den ersten Blick vielleicht nicht so auffällig. Aber ich sehe die Arbeit gegen den Ball auch als wichtigen Teil des Spiels“, stellt der 1,81 Meter große und kaum mehr als 70 Kilogramm schwere Schlacks klar.

Wenn nach Schwächen des gebürtigen Braunschweigers gesucht wird, kann fehlende körperliche Robustheit genannt werden. An der möchte Bröger aber arbeiten. „Natürlich habe ich gehört, dass die Dritte Liga körperlicher ist als die Regionalliga, aber ich freue mich auf diese Herausforderung“, stellt der teuerste Spieler im neuen Fortuna-Kader klar. Sein aktueller Marktwert von 500.000 Euro ist mit seiner Vergangenheit in Wolfsburg genauso zu erklären wie mit den Länderspielen für die deutsche U18-Nationalmannschaft an der Seite von Said El Mala.

Bennit Bröger spielte in der U-18-Nationalmannschaft mit Said El Mala

Auch wenn er viele seiner erfahreneren Mitstreiter mit der halben Millionen Euro übertrumpft, nimmt es Bröger gelassen. „Ich habe die Zahlen auch gesehen und sehe das als Ehre an. Aber Druck mache ich mir deswegen keinen.“ So wie er 2023/24 unter Daniel Bauer groß aufspielte und mit sieben Toren und 15 Assists in 25 Spielen viel zum Staffelsieg der Wolfsburger U19 beitrug, so unbekümmert möchte Bröger auch an die neue Aufgabe herangehen. „Das familiäre Umfeld bei der Fortuna habe ich sofort gefühlt. Ich bin großer Fan der Stadt Köln“, sagt der fünfte Fortuna-Neuzugang und ergänzt: „Wenn ich hier erstmal angekommen bin und über das Training an die Mannschaft herangeführt wurde, dann will ich möglichst viele Spielminuten sammeln und mich weiterentwickeln.“

Der Rest kann bei einem Spieler seiner Qualität nur von selbst kommen. Und es wäre nicht verwunderlich, wenn ihm seine alten, aber auch der neue Trainer schon im August zum ersten Drittliga-Einsatz gratulieren können.