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Fortuna Kölns Kevin Krumme„Wenn wir mit dieser Energie weitermachen, werden die Tore irgendwann fallen“

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Fortuna Kölns Kevin Krumme im Spiel gegen Münster.

Fortuna Kölns Kevin Krumme im Spiel gegen Münster.

Das Team von Trainer Matthias Mink will am Samstag gegen Würzburg die offensive Wende schaffen. Verteidiger Krumme ist überzeugt, dass es klappen wird.

In der 84. Minute war Fortuna Kölns Torwart Lennart Winkler bereits geschlagen. Münsters Charalambos Makridis, zuvor Torschütze zum 1:0, hatte den Kölner Schlussmann überlupft und setzte schon zum Jubeln an. Doch Verteidiger Kevin Krumme sprintete zurück, warf sich bei strömendem Regen dazwischen und schlug den Ball kurz vor der Linie artistisch in den westfälischen Abendhimmel.

Fortunas Offensivflaute soll beendet werden

Die Rettungsaktion änderte am Ergebnis nichts: Fortuna verlor bei Preußen Münster mit 0:1 und bleibt damit im Abstiegskampf der Dritten Liga. Es war die dritte Niederlage in Folge, zum vierten Mal nacheinander blieb der Aufsteiger ohne eigenes Tor. Dennoch zeigte die Fortuna, dass sie sich weiterentwickelt. Vor allem nach der Pause spielten die Zollstocker mutiger, fanden Lösungen und erarbeiteten sich mehrere gute Chancen. Nur der Ertrag blieb aus. Am Samstag (Südstadion, 16.30 Uhr) sollen gegen die Würzburger Kickers beide Serien reißen.

Der 22 Jahre alte Krumme hofft, dass sich die Arbeit der vergangenen Wochen irgendwann auszahlen wird. „Wenn wir mit dieser Energie und diesem Willen weitermachen, werden die Tore irgendwann fallen. Ich hoffe, dass gegen Würzburg der Knoten platzt und wir an die Leistungen der vergangenen Spiele anknüpfen“, sagt er im Gespräch mit dieser Redaktion. Das Duell mit dem Mitaufsteiger hat für die Fortuna eine besondere Bedeutung, weil Würzburg nur einen Punkt vor den Kölnern liegt. Und weil die Fortuna den Anschluss an das Tabellenmittelfeld nicht verpassen darf.

Der gelernte Innenverteidiger möchte jene Ausgangslage jedoch nicht als zusätzliche Last verstanden wissen. „Ich würde das nicht unbedingt als Druck einordnen. Für mich ist es eher zusätzlicher Ehrgeiz“, erzählt er.

Beide Mannschaften wollten aus dem Abstiegskampf heraus und möglichst viele Punkte sammeln. „Wir haben richtig Lust darauf.“ Die Tabelle lässt wenig Raum für langfristige Rechnungen. Viele Mannschaften trennen nur wenige Punkte, auch Fortuna liegt nur knapp hinter dem Tabellenmittelfeld. „Mit einem oder zwei Siegen kann man sich – je nachdem, wie die anderen Mannschaften spielen – schnell aus der unteren Tabellenregion befreien“, sagt der Abwehrhüne.

Fortuna Kölns Krumme optimistisch

Den bereits verpassten Punkten hinterherzutrauern, bringe nichts. Krumme hat sich in den vergangenen Wochen seinen Platz bei der Fortuna erarbeitet. Nach elf Jahren beim SC Paderborn wechselte der Defensivakteur im Sommer auf Leihbasis nach Köln. Zunächst kam er nur sporadisch zum Einsatz, gegen Stuttgart II und Münster stand er dann in der Startelf. Krumme bleibt optimistisch: „Für mich war es sehr wichtig, den nächsten Schritt zu gehen“, sagt Krumme. „Spielzeit ist für jeden Fußballer wichtig.

Deshalb war der Wechsel zur Fortuna für mich ein wichtiger und richtiger Schritt.“ Seine Aufgabe versteht der Verteidiger allerdings nicht nur als Absicherung. Er will sich am Spielaufbau beteiligen, Bälle erobern und vor der Abwehrkette für Ordnung sorgen. „Ich hole gern Bälle ab und versuche, mir zunächst über sichere Pässe Sicherheit zu holen“, sagt der Defensivakteur. „Ich würde mich als spielbewussten Typen beschreiben.“

Das passt zur Entwicklung der Fortuna. Zu Saisonbeginn konzentrierte sich der Aufsteiger zunächst darauf, die defensive Ordnung zu halten und die Grundlagen abzurufen. Inzwischen traut sich die Mannschaft mehr zu. „Zu Beginn waren wir eine neue Mannschaft in einer neuen Liga und hatten es mit neuen Gegnern zu tun. Da ist es zunächst ein gutes Mittel, sich heranzutasten und defensiv die Grundlagen abzurufen“, so Krumme.

„Wir haben uns auch spielerisch immer mehr zugetraut. Grundsätzlich können wir jeden Gegner schlagen.“ Die Entwicklung sei positiv, aber noch nicht abgeschlossen. „Defensiv kann man uns wenig vorwerfen. Wir waren in den Zweikämpfen und beim Willen sehr stark.“ Diese Einschätzung steht neben drei Niederlagen in Folge und vier Spielen ohne Tor. Auch Krumme weiß, dass die Serie in der Mannschaft ein Thema ist. „Natürlich sind die vier Spiele ohne eigenes Tor in den Köpfen präsent. Das ist normal.“ Zugleich habe Fortuna in den vergangenen beiden Partien gute Leistungen gezeigt, gegen Münster besonders nach der Pause. Es habe Phasen gegeben, „in denen man das Gefühl hatte: Es ist nur eine Frage der Zeit, bis der Treffer fällt“.

Dass der Ball trotzdem nicht ins Tor ging, sei ärgerlich. Eine Erklärung sieht der Leihspieler auch im fehlenden Glück. „Bei Abschlüssen braucht man immer auch ein bisschen Glück. Niemand verschießt absichtlich oder möchte eine Möglichkeit nicht nutzen.“ Fortuna müsse weiterarbeiten, ohne sich von der Serie lähmen zu lassen. „Es bringt uns nichts, zu sagen: Wir haben jetzt vier Spiele lang kein Tor geschossen, alles ist schlecht. Wir müssen das Positive sehen, aber gleichzeitig auch die negativen Dinge erkennen und an ihnen arbeiten.“