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Nach 2:1 beim SC VerlFortuna Köln feiert ersten Drittliga-Sieg seit 2730 Tagen

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29.08.2026, GER, Fussball, 3.Liga, Saison 2026/2027, 03. Spieltag, Sportclub-Arena, Verl SC Verl - Fortuna Köln 1 : 2 Schluß-Jubel Fortuna Köln, Aktion, Einzelbild, Quer, Mimik, Gestik, Jubel, jubeln, Freude, freuen *** August 29, 2026, GER, Soccer, 3rd Division, 20262027 Season, Matchday 3, Sportclub Arena, Verl SC Verl vs. Fortuna Köln 12, Final celebration by Fortuna Köln, Action, Single frame, Horizontal, Facial expressions, Gestures, Celebration, Cheering, Joy, Happiness

Die Spieler von Fortuna Köln feiern ihren Sieg in Verl. 

Das Team von Trainer Matthias Mink setzt sich in Unerzahl nach Treffern von Romeo Aigbekaen und Timo Bornemann durch.

2730 Tage mussten die Fans des SC Fortuna Köln auf diesen Moment warten. Vor mehr als sieben Jahren war der Traditionsklub aus der Kölner Südstadt aus der Dritten Liga abgestiegen. Am 9. März 2019 hatte das Team unter Tomasz Kaczmarek den letzten Sieg in dieser Spielklasse eingefahren. Auf das 2:1 am Lotter Kreuz folgten elf erfolglose Spiele und der Abschied aus dem Profifußball.

Am Samstag hat die Elf von der Vorgebirgstraße wieder zugeschlagen. Am dritten Spieltag der Saison 2026/27 gewann sie beim SC Verl mit 2:1 (0:1) und überwand dabei große Widerstände.

Dieser Sieg ist nicht selbstverständlich. Ich bin unglaublich stolz. Die Mannschaft hat alles auf dem Platz gelassen und sich für eine kämpferische und leidenschaftliche Leistung belohnt
Matthias Mink, Trainer von Fortuna Köln

„Dieser Sieg ist nicht selbstverständlich“, frohlockte Matthias Mink nach einem harten Kampf in fast einstündiger Unterzahl. Der Chefcoach und Sportdirektor hatte die Fortuna in der Regionalliga übernommen und als Meister der West-Staffel in den Profifußball zurückgeführt.

Nach dem 0:1 in Großaspach und dem 1:1 gegen Aachen gelang in der Sportclub-Arena nun der erste große Wurf. „Ich bin unglaublich stolz“, lobte der 59-Jährige nicht nur seinen enorm starken Torhüter Lennart Winkler, sondern die gesamte Mannschaft. Im ersten Duell mit Verl überhaupt habe diese „wirklich alles auf dem Platz gelassen“ und sich für eine „kämpferische und leidenschaftliche Leistung“ belohnt.

Fortuna-Spieler Luca Majetic sieht die Rote Karte

Dabei hatte vieles gegen die Gäste gesprochen. Ohne den muskelverletzten Enzo Wirtz im Angriff bekamen sie in der ersten Halbzeit gegen die bis dato punktlosen Hausherren wenig Zugriff. Immer wieder konnten sich Verl durch die Fortuna-Defensive kombinieren und vor Keeper Winkler auftauchen. Der 22-jährige Schlussmann verhinderte gegen Tim Heike mehrfach den frühen Rückstand (22./24.). In eigenem Ballbesitz beschränkten sich die Kölner auf weite Schläge, die Romeo Aigbekaen und der neben ihm aufgebotene Nico Thier kaum festmachen konnten.

Erst gegen Ende der ersten Halbzeit nährten sich Bennit Bröger (39.) und  Thier (41.) dem gegnerischen Tor an. Hoffnungsschimmer, denen wenig später Luca Majetic einen herben Dämpfer versetzte.

Der frisch ins Team gerückte Mittelfeldspieler stieg so rüde gegen Niko Wijewski ein, dass Schiedsrichter Luca Sambill ihn mit Rot vom Feld schickte (43.). „Ich habe der Mannschaft in der Halbzeit gesagt, dass sie in jeder Sekunde, in jedem Moment daran glauben soll, dass auch in Unterzahl etwas möglich ist“, zitierte Kölns Coach Mink seine eigene Kabinenansprache.

Und tatsächlich reagierten seine zehn Fortunen perfekt. Mit noch höherer Intensität und einem veränderten Spielrhythmus zogen sie das Momentum auf ihre Seite. Erst vereitelte Winkler die nächste Verler Chance gegen André Leipold (54.), dann gelang der erste echte Nadelstich. Bei einem Konter schickte Bennit Bröger über rechts Aigbekaen auf die Reise. Dieser narrte am 16er erst Felix Vogler, ließ sich auch von Janne Berner nicht mehr aufhalten und traf flach ins lange Eck (61.).

Das ist ein geiles Gefühl
Lennart Winkler, Torhüter von Fortuna Köln, nach dem ersten Saisonsieg

Das 1:0 gab den Kölnern echte Hoffnung, wobei der Auswärtsdreier erst durch Timo Bornemann möglich wurde. Der im Verbandspokal noch verletzt ausgewechselte Joker kam für Aigbekaen ins Spiel, blieb bei einem langen Ball hartnäckig an Vogler dran, jagte ihm den Ball ab und versenkte es eiskalt zum 2:0 im langen rechten Eck (89.). „Der Gegentreffer hat es dann nochmal spannend gemacht“, beschrieb Winkler die Schlussphase. Der junge Torwart war per Distanzschuss doch noch von Amin Farouk  überwunden worden (90.). Auf das 1:2 folgte aber nicht der gegnerische Ausgleich, weil Nick Seidel bei seiner Vorlage für Heike im Abseits gestanden hatte (90.+5).

Somit konnten Winkler und dessen Teamkollegen den historischen Sieg in Verl zusammen mit ihren Fans feiern. „Das ist ein geiles Gefühl“, befand der mit Sprechchören bedachte Schlussmann. Genau wie sein Trainer wollte der 22-Jährige aber nicht verschweigen, wie „schwierig“ und „glücklich“ der Auswärtssieg zustande gekommen war. Ihren neuen Platz im unteren Mittelfeld der Tabelle kann Fortuna Köln nur behaupten, wenn auch das kommende Heimspiel gegen Düsseldorf mit bedingungslosem Kampf und Leidenschaft angegangen wird. Im ausverkauften Südstadion ist davon aber auszugehen.