Drittliga-Aufsteiger überzeugt in der Vorbereitung mit stabiler Defensive und will im nächsten Schritt seine Offensive stärken.
Fortuna KölnTrainer Matthias Mink fordert von seinen Spielern Höchstleistungen

Hamadi Al Ghaddioui soll bei Fortuna Köln für mehr Flexibilität in der Offensive sorgen.
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Er selbst war bereits mehrfach in Großaspach zu Gast und hat als Trainer von Homburg, Kassel und Steinbach auch fußballarchitektonische Höhepunkte wie den Saarbrücker Ludwigspark erlebt. In gut zwei Wochen beginnt Matthias Mink mit dem SC Fortuna Köln nun das Abenteuer „Dritte Liga“ mit einem Auswärtsspiel beim Mitaufsteiger SG Sonnenhof Großaspach. „Das ist etwas Besonderes“, sagt der 58-Jährige. „Wir wissen noch nicht genau, was uns im Drittliga-Fußball erwartet, können es vielleicht erahnen, aber wir haben es noch nicht erlebt.“
Dabei richtet der Chefcoach den Blick auch auf seine Spieler: Für viele seien zahlreiche Stadien und Gegner „komplett neu“ – und jede Anstrengung wert. „Diese neue Atmosphäre und die Rahmenbedingungen, dafür lohnt sich jede Schweißperle in der Vorbereitung“, verspricht der Trainer.
Wir wissen noch nicht genau, was uns im Drittliga-Fußball erwartet, können es vielleicht erahnen, aber wir haben es noch nicht erlebt
Um nicht nur in Aspach, sondern auch in den ersten Highlight-Heimspielen gegen Aachen (15. August) und Düsseldorf (6. September) bestehen zu können, forderte Mink seine Profis in der Vorbereitung zu Höchstleistungen auf. Dabei setzt er auf modernste Datenerfassung. „Auch da haben wir uns weiterentwickelt“, erklärt er die verbesserte Trainings- und Belastungssteuerung. „Es geht darum, zu analysieren, wie hochwertig eine Einheit war, welche Sprintwerte erreicht wurden und wie sich Belastung über einen längeren Zeitraum entwickelt.“
Während die Daten stets nachträglich ausgewertet wurden, sollen Live-Daten künftig eine unmittelbarere Analyse ermöglichen. Derart abgesichert verlangt der Trainer auch nach dem Trainingslager in Adenau/Eifel die volle Konzentration. Vor allem auf die Defensivarbeit: „Wir waren in der vergangenen Saison mit einer sehr stabilen Defensive erfolgreich“, erinnert er an nur 30 Gegentreffer in 34 Regionalliga-Spielen – ein Schnitt von 0,88 Gegentoren pro Partie. „Dann muss klar sein, dass dieser Weg auch in der Dritten Liga ein entscheidendes Kriterium sein wird.“
Die Tendenz in den bisherigen Testspielen dürfte dem detailversessenen Coach gefallen. Obwohl er seine Mannschaft immer wieder durchmischte und die Spielzeiten auch auf die neuen Defensiv-Spezialisten Kevin Krumme (Innenverteidiger und Sechser vom SC Paderborn), David Savic (defensiver Mittelfeldspieler von Fortuna Düsseldorf) und Jasper Löffelsend (Außenverteidiger von LKS Lodz) verteilte, blieb Fortuna zuletzt ohne Gegentor: Gegen Borussia Mönchengladbachs U 23 gab es einen 2:0-Sieg.
Ebenfalls im Trainingslager gewann Minks Team den 120-Minuten-Test gegen Eintracht Trier mit 3:1. Die wackeligeren Auftritte in den Partien gegen Koblenz (4:1) und Steinbach Haiger (2:3) gerieten dadurch in den Hintergrund.
Der Trainer wäre aber nicht der Trainer, wenn er sich auf den positiven Resultaten ausruhen würde. „In den kommenden Tagen und Wochen müssen wir unser Offensivspiel stärker in den Mittelpunkt rücken“, sagt er. Nach dem glimpflich ausgegangenen Zweikampf von Enzo Wirtz im Steinbach-Spiel (Muskelverletzung statt Knie-OP) und der Rückkehr von Hamadi Al Ghaddioui (Trauerfall in der Familie) sind die Kölner im Angriff noch flexibler aufgestellt. „Bei Enzo wird es noch einige Tage dauern. Da will ich keine Prognose abgeben, weil jede Reha unterschiedlich verläuft“, erklärt der Coach mit Blick auf den Toptorjäger. Den 14-Tore-Stürmer kann er aber wohl für den Saisonstart am 8. August einplanen.
Fortuna Köln bestreitet Testspiele in Venlo und Velbert
Zudem überzeugte Neuzugang Romeo Aigbekaen (Linksaußen vom FC St. Pauli) in allen Vorbereitungsspielen mit Tempo und Tiefgang. Auch Bennit Bröger (Achter oder Zehner vom SC Paderborn) könnte nach aufgearbeiteter Verletzung noch zum offensiven Faktor werden.
Weitere Erkenntnisse sollen die nächsten Tests liefern: Am Samstag (19 Uhr) geht es beim niederländischen Zweitligisten VVV Venlo zur Sache. Tags darauf (13 Uhr) steht ein Test beim Oberligisten Velbert an.
