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Furioser 5:2-SiegViktoria Köln überrollt auch Alemannia Aachen

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Gleich fünfmal durfte die Viktoria auf dem Tivoli jubeln.

Gleich fünfmal durfte die Viktoria auf dem Tivoli jubeln.

Der Höhenberger Drittligist glänzt vor allem in der Offensive und festigt Platz zwei. Das Angriffs-Trio erwischt einen Sahne-Tag.

Der FC Viktoria Köln sorgt in der Dritten Liga weiter für Furore. Am Sonntag unterstrich die Mannschaft von Trainer Marian Wilhelm ihre Ausnahmeform mit einer 5:2 (4:1)-Gala bei Alemannia Aachen. Es war das dritte Höhenberger Torfestival gegen einen der ambitionierten Großklubs: Preußen Münster wurde 4:1 besiegt, Hansa Rostock 4:0 – jeweils vor eigener Kulisse. Nun eroberte die Viktoria den Tivoli, festigte Platz zwei und ihre Position als erster Verfolger des MSV Duisburg.

„Es war eine tolle Stimmung, das besonderste Spiel der Saison für mich. Ich freue mich, dass wir die drei Punkte mit nach Köln nehmen“, sagte der Ex-Aachener Niklas Castelle. „Es ist einfach geil, wie sich unsere junge Mannschaft entwickelt.“ Den Blick auf die Tabelle scheute der Angreifer und lächelte: „Das Thema (Aufstieg, d. Red.) halten wir sehr klein, wir gucken von Spiel zu Spiel.“

Dabei musste die Viktoria einen frühen Schreckmoment überstehen. Beim gewohnt riskanten Spielaufbau unterlief Tim Kloss in der dritten Minute ein schlimmer Fehlpass – allerdings konnte Mika Schroers die folgende Großchance aus wenigen Metern nicht nutzen. In der Folge kam das Kölner Angriffsspiel ins Rollen. Das Selbstvertrauen aus der perfekten englischen Woche vor der langen Länderspielpause hatte die Unterbrechung unbeschadet überstanden. David Otto (5.) und Taylan Duman (7.) ließen gute Möglichkeiten liegen – dann erzielte Yannick Tonye in der elften Minute nach einer feinen Flanke von Pascal Fallmann die 1:0-Führung.

Das beste Offensiv-Trio der Liga

Trainer Marian Wilhelm hatte auf seine gewohnte Stammelf gesetzt, die die Viktoria bis auf Rang zwei geführt und im jüngsten Testspiel den 1. FC Köln (2:2) über weite Phasen dominiert hatte. Herzstück des Teams war das Offensivtrio mit Otto, Lucas Wolf und Niklas Castelle.

Die Aachener Defensive wankte unter dem Eindruck des Kölner Sturmlaufs. Nach einer weiteren Flanke von Fallmann patzte Keeper Manuel Riemann und segelte unter dem Ball hindurch. Duman köpfte den Ball ins Zentrum, Wolf staubte zum 2:0 ab (20.). Es war das fünfte Tor des 25-Jährigen in den vergangenen vier Spielen. Die Alemannia ergab sich vor heimischer Kulisse jedoch nicht. In der 22. Minute gelang eine sehenswerte Eckballvariante, die Außenverteidiger Lukas Scepanik per Direktabnahme ins Netz schoss. Tonyes Klärungsversuch war vergebens.

Doch die Gäste agierten deutlich gefährlicher und zielgerichteter. In der 33. Minute ließ Otto im Strafraum seinen Gegenspieler aussteigen und zog ab – traf aber nur den Pfosten. Tonye setzte den Nachschuss über die Latte. Wenig später schnappte sich Kloss nach einem Foul an Niklas Swider den Freistoß und zirkelte den Ball über die Mauer zum 3:1 ins Tor (38.). Bei der Viktoria klappte fast alles, Aachen versank im Chaos. Davon profitierte Kapitän Otto, der eine Hereingabe von Tobias Eisenhuth mit etwas Glück zum 4:1 ins Tor drückte (40.). Es war sein siebtes Saisontor im achten Einsatz. Die Gesichter der Kölner wirkten beim Jubel fast schon ungläubig.

Auch Niklas Castelle trifft gegen Aachen

Nach dem Seitenwechsel machten beide Teams dort weiter, wo sie aufgehört hatten. Aachen stolperte defensiv von einer Verlegenheit in die nächste, die Viktoria sammelte Abschlüsse. Wolf schoss nach einem Ballgewinn von Otto und einer Vorarbeit von Castelle knapp links vorbei. Kurz darauf trug Castelle seinen Teil zur Demütigung seines früheren Arbeitgebers bei. Der Angreifer witterte einen Rückpass von Petros Bagkalianis, blockte den Ball ab und schob ihn ins leere Tor – Keeper Riemann hatte mit einem Anspiel gerechnet und weit vorne im Strafraum gewartet.

Auf Aachener Seite sorgte Ken Izekor nach seiner Einwechslung noch für Betrieb. Die Leihgabe von Bayer 04 Leverkusen hatte zwei gute Abschlüsse, doch Arne Schulz war auf dem Posten – ebenso bei der Großchance von Daniel Starodid, dessen Schuss der Schlussmann in Handball-Torhüter-Manier mit dem Fuß parierte. Schulz hätte einen nahezu perfekten Tag haben können, doch in der Nachspielzeit legte er Scepanik mit einem Fehlpass noch das 2:5 auf (90.+5). Dennoch feierte die Viktoria mit ihrem kleinen Anhang im sonst gespenstisch stillen Stadion.

Weiter geht es bereits am Mittwochabend mit dem Heimspiel gegen die SG Sonnenhof Großaspach (19 Uhr).

Viktoria Köln: Schulz - Sponsel (73. Boboy), Eisenhuth, Kloss - Fallmann, Swider, Duman (84. Amann), Tonye (60. Jakob) - Wolf (73. Jahn), Castelle (60. Maboulou) - Otto; Zuschauer: 21.500; Tore: 0:1 Tonye (11.), 0:2 Wolf (20.), 1:2 Scepanik (22.), 1:3 Kloss (38.), 1:4 Otto (40.), 1:5 Castelle (58.), 2:5 Scepanik (90.+5).