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HandballLoic Kaysen wechselt vom Longericher SC zum Zweitligisten TV Großwallstadt

3 min
11.10.2025, Handball-Tus Opladen-Longericher SC Köln

links: Fynn Johannmeyer (Opladen)
mitte: Loic Kaysen (Longerich)
rechts: Lucius Hess (Opladen)

Foto: Uli Herhaus

Loic Kaysen (Mitte) ist sowohl im Angriff als auch in der Abwehr eine wichtige Option für den Longericher SC. 

Der 24-jährige Rückraumspieler hat sich unter anderem aufgrund seiner Vielseitigkeit für die höhere Spielklasse empfohlen.

Christian Stark erlebte am Samstag einen der Momente, die Trainer mit Stolz erfüllen. Beim 43:31 gegen die HSG Rodgau Nieder-Roden hatte sich der Longericher SC einen derart deutlichen Vorsprung erarbeitet, dass der Coach der Drittliga-Handballer seine Gedanken schweifen lassen konnte. Er blickte auf die Bank und sah dort die Routiniers Benjamin Richter und Lukas Martin Schulz sitzen, die sich einmal mehr als Leistungsträger erwiesen hatten. Auf dem Feld stand ein Team mit einem Altersdurchschnitt von 21 Jahren, den Stark gemeinsam mit seinem Assistenten Andreas Briese errechnet hatte.

Die personelle Verjüngung ihres Kaders, das konstatierte Stark zufrieden, haben die Kölner vollzogen, ohne an Qualität einzubüßen. Auch in dieser Saison haben sie sich im oberen Tabellendrittel etabliert.

Loic Kaysen kämpft mit dem Longericher SC um Platz vier

Zu den talentierten Spielern, die in den vergangenen beiden Jahren entscheidend zu den Erfolgen beigetragen haben, gehört Loic Kaysen. Noch bis Mai wird der 24-Jährige alles daransetzen, die für ihn wie für seinen Klub verlockenden Ziele zu erreichen. In erster Linie bedeutet das, sich Platz vier zu sichern und am DHB-Pokal teilnehmen zu können, wie es dem LSC schon im vergangenen Sommer gelang. Obwohl damals in der ersten Runde gegen den Zweitligisten TSV Bayer Dormagen Endstation war (27:29), bleibt das Duell als Attraktion in Erinnerung.

Kaysen wird sich von der Spielzeit 2026/2027 an regelmäßig mit höherklassigen Gegnern messen, denn er wechselt zum Zweitligisten TV Großwallstadt. „Wir wünschen ihm viel Erfolg und sagen auf Wiedersehen“, erklärt Stark – und betont, dass der Abschiedsgruß wörtlich zu verstehen ist. „Falls es für Loic nicht so funktionieren sollte, wie er sich das vorstellt, ist er bei uns jederzeit herzlich willkommen.“

Wir hätten ihn sehr gerne behalten, weil er als Joker für unser Spiel immer sehr wichtig gewesen ist
Christian Stark, Trainer des Longericher SC

Angesichts seiner Entwicklung gibt es allerdings wenig Grund zu der Annahme, dass er sich auch beim neuen Verein nicht durchsetzen könnte. In Romas Aukstikalnis und Sebastian Trost hat Großwallstadt zwei Ausfälle zu beklagen, bei beiden ist nach Kreuzbandrissen noch offen, wann sie wieder spielen können. Kaysen ist deshalb eine wichtige Option für Coach André Lohrbach.

„Wir hätten ihn sehr gerne behalten, weil er als Joker für unser Spiel immer sehr wichtig gewesen ist“, erklärt Stark mit Blick auf die Vielseitigkeit des luxemburgischen Nationalspielers. Weil aber auch der LSC-Coach weiß, „dass Loic eine Qualität hat, die nicht so leicht zu finden ist", bestärkte er ihn darin, eine neue Herausforderung zu suchen.

In Absprache mit Großwallstadts Geschäftsführer Michael Spatz, mit dem Stark seit dem gemeinsamen Studium an der Deutschen Sporthochschule befreundet ist, überzeugte er ihn vom Wechsel, „obwohl das nicht sein einziges Angebot war“, wie Stark zu berichten weiß.

Seit Kaysen, der in der Jugend beim VfL Gummersbach aktiv war, als Ersatzspieler von der HSG Krefeld in den Kölner Norden wechselte, hat er sich sowohl in der Abwehr als auch im Angriff noch einmal enorm verbessert. Diese Flexibilität weiß auch Lohrbach zu schätzen. Der Coach des TV Großwallstadt bezeichnet ihn als „Allroundwaffe“ – im linken Rückraum oder auf der Spielmacherposition.

Christian Stark hat sich bei allem Bedauern mit dem Abgang seines Leistungsträgers arrangiert. Einerseits, weil er in Lennart Wörmann, Lukas Martin Schulz und Jonas Kämper sowie möglichen Zugängen nach wie vor über Potenzial im Rückraum verfügt. Andererseits, weil der Karrieresprung eines Spielers auch den Trainer mit Stolz erfüllt.