Für die Kölner Damen ist der Titeltraum geplatzt, die Herren dürfen dank eines 18-Jährigen weiter hoffen.
HockeyRW Köln schrammt an der Endrunde vorbei

Enttäuschung bei den Kölnerinnen Johanna Czech (l.) und Felicia Wiedermann
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Sein erstes Feldhockey-Bundesligator dürfte Henry Kunz wohl nicht vergessen. Knapp drei Wochen nach seinem 18. Geburtstag bereitete sich der Youngster des KTHC Rot Weiss Köln nachträglich selbst das schönste Geschenk, indem er im Viertelfinale gegen den UHC Hamburg den Treffer zur 3:2-Führung erzielte (54.). Einen Treffer, der seiner Mannschaft den Weg ins Final Four ebnete. „Es ist schön zu sehen, dass auch die Jungen in der Crunchtime vorangehen“, sagte Co-Trainer Wolfgang Kluth nach dem 4:2 (0:1)-Erfolg. „Henrys Vater Florian dürfte mächtig stolz auf ihn sein.“ Jene Hockey-Legende, die Deutschland 2002 als Kapitän zum ersten WM-Titel führte.
Während der Trainer des Gladbacher HTC am Wochenende den bitteren Abstieg in die 2. Bundesliga hinnehmen musste, entschieden Kunz junior und seine Teamkollegen ihre „Best of 3“-Serie vorzeitig für sich. Eine Woche nach dem 3:1-Erfolg in Hamburg behielt man auch zu Hause die Oberhand – trotz zweimaliger Gästeführung durch Florian Sperling (8., 39.). Florian Adrians hatte zwischenzeitlich ausgeglichen (37.).
Ein Kölner Kraftakt
„Im letzten Viertel haben die Jungs mächtig aufgedreht“, kommentierte Kluth die Treffer durch Michel Struthoff (51.), Kunz und Raphael Hartkopf (58.). Er sprach von einem „Kraftakt. Wir haben eine schwache erste Halbzeit hingelegt, aber unser Comeback war RW-like. Diese Energie müssen wir ins Final Four transportieren.“ Im Halbfinale am Samstag (18.30 Uhr) gegen Uhlenhorst Mülheim erwartet er ein „knackiges Spiel. Dieser West-Klassiker birgt immer eine besondere Brisanz. Aber wir glauben fest ans Finale – und an den Titel.“ Zumal man die kürzeste Anreise nach Bonn verbucht und personell aus dem Vollen schöpfen kann.
Im Endspiel (So., 14.30 Uhr) bekäme es RWK mit dem Harvestehuder THC oder dem Hamburger Polo Club zu tun. Der Hauptrunden-Champion setzte sich erst im dritten Match durch, nämlich gegen den Titelverteidiger Krefeld (4:3). Auch Mülheim musste im Entscheidungsmatch beim Club an der Alster mächtig zittern – 5:4.
Damen von Rot Weiss Köln verpassen die Endrunde
Die Kölner Vereinskolleginnen sind indes an der Endrunde vorbeigeschrammt. Nachdem Paula Brux und Co. zum Viertelfinal-Auftakt eine bittere Heimpleite kassiert hatten (1:4 n. P.), entschied man das erste Rückspiel beim Mannheimer HC für sich – 3:2 (0:2). Das Entscheidungsmatch am Sonntag sollte man mit 1:2 (0:1) verlieren. „Es hat nicht viel gefehlt“, sagte RW-Cheftrainer Tibor Weißenborn. „Der Knackpunkt war letztlich unsere mangelnde Effizienz vor dem Tor.“ Vor allem am Sonntag, als der Anschlusstreffer durch Brux schlichtweg zu spät kam (57., KE). Dass man bereits im Viertelfinale auf den Topfavoriten getroffen sei, habe man sich als Hauptrunden-Achter „selbst zuzuschreiben. Trotzdem haben die Mädels eine tolle Playoff-Serie hingelegt.“
Am Samstag hatten Fernanda Arrieta Mesias (35.), Pia Maertens (42.) und Helena Würker (60.) einen 0:2-Halbzeitrückstand gedreht. Nicht zuletzt die Torschützin zum Ausgleich überzeugte drei Wochen nach ihrem lang ersehnten Comeback nach zweifachem Kreuzbandriss: „Pia hatte nach einer Sehnenreizung rechtzeitig grünes Licht bekommen für ihren zweiten Saisoneinsatz – und war prompt an zwei Treffern direkt beteiligt.“ Dass die Stürmerin zudem ihren ersten Doppelspieltag seit einer gefühlten Ewigkeit gemeistert habe, sei „mehr als nur eine schöne Randnotiz. In der nächsten Saison kann sie hoffentlich wieder voll angreifen.“
Für Weißenborn und Gero Leichenich war es indes der vorerst letzte Auftritt an der Kölner Seitenlinie. Während der Co-Trainer künftig als Nachwuchscoach am Bundesstützpunkt München arbeitet, hört der Olympiasieger von 2008 wie vereinbart nach einem Jahr auf. Trotz des Viertelfinal-Aus reist Weißenborn am Wochenende nach Bonn, um Christopher Rühr und Co. vor Ort zu unterstützen: „Ich habe ein gutes Gefühl, dass unsere Jungs den Blauen Wimpel nach Köln holen.“
