Nach dem 1:1 gegen Mondorf spielt der Klub erstmals in seiner fast 80-jährigen Geschichte in der Mittelrheinliga.
Kölner AmateurfußballBorussia Lindenthal-Hohenlind feiert historischen Erfolg

Das Team von Borussia Lindenthal-Hohenlind bejubelt den Aufstieg in die Mittelrheinliga.
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Den größten Erfolg der Vereinsgeschichte wollte sich Niklas Hammes nicht entgehen lassen. Deswegen hatte der Innenverteidiger von Borussia Lindenthal-Hohenlind seinen Mallorca-Urlaub kurzerhand unterbrochen, einen Flug nach Köln gebucht und stand am Sonntag im entscheidenden Landesliga-Spiel auf dem Platz.
Als Joker griff der Vizekapitän gegen TuS Mondorf ein, um das 1:1 (1:0) über die Zeit zu bringen. „Wenn man eine solche Aktion sieht, muss man gar nicht mehr über unseren Teamgeist sprechen“, sagte Roland Gabriel nach dem historischen Tag an der Westkampfbahn.
Niklas Hammes unterbricht für das entscheidende Spiel seinen Urlaub
Durch den Punktgewinn gegen die zehntplatzierten Mondorfer ist seine Mannschaft nicht mehr vom zweiten Aufstiegsplatz zu verdrängen und steht somit erstmals in der fast 80-jährigen Vereinshistorie vor einer Saison in der Mittelrheinliga.
Das erfüllt den Sportlichen Leiter mit Stolz. „Dass Niklas extra aus dem Urlaub kam, war wichtig, weil sich Jannis Hackmann krankgemeldet hatte“, ging Gabriel nochmal auf Hammes‘ Aktion ein. Dann betrachtete er die spezielle Mentalität des gesamten Teams: „Vor der Saison haben wir diesen Erfolg nicht erwartet, wobei man schon sagen muss, dass wir uns kontinuierlich weiterentwickelt haben“, sagte der 70-Jährige mit einem Blick auf die vergangenen vier Jahre.
Seit der Verein aus dem Kölner Westen weg von einer Personal-Strategie mit vielen auswärtigen Studenten hin zu mehr Identifikation von jungen Kölner Fußballern gekommen ist, standen ein vierter Platz (2022) und drei dritte Ränge (2023 bis 2025) zu Buche. Nach dem Abschied von Trainer David Gsella im Sommer 2025 war kurzfristig Sascha Zinken als Nachfolger installiert worden. Der ehemalige Marialindener entpuppte sich als perfekte Wahl, weil er mit seinen 38 Jahren die Sprache der jungen Mannschaft sprach. Auch wenn es nicht „seine Mannschaft“, sondern größtenteils die von Gsella war, verlor er nie den Glauben.
Die Hinrunde brauchte die Mannschaft zwar, um den Trainerwechsel und die Abgänge mehrerer Leistungsträger zu verarbeiten. Dann schwangen sich die Hohenlinder aber zum Höhenflug auf. „Da hat dann plötzlich ein Mosaikstein zum anderen gepasst“, meinte Gabriel.
Nicht nur die Eigengewächse Justus Urbig, Max Schmidl, Thorben Stock oder Jakob Göker erreichten ihre Topform. Auch die Winterzugänge Ricky Fritzen, Luca Kalinic, Louis Nowack und Satoru Ogino fügten sich perfekt ein.
Klar ist, dass die Mittelrheinliga eine andere Welt ist
So konnte der Dritte der Hinrunde aus 13 Rückrunden-Spielen 35 Punkte einfahren. Am Sonntag spielte das beste Team in 2026 dann zwar sein „schlechtestes Spiel seit langem“ (Gabriel). „Das war Kopfsache“, sagte der Sportliche Leiter in Gedanken an Ricky Fritzens 1:0 kurz vor der Pause (45.), das dann von Mondorfs Ilias Tazit gekontert wurde (46.). So musste der Punkt final über die Zeit gerettet werden.
Dank des Patzers von GW Brauweiler (1:1 gegen BW Köln) durften Niklas Hammes und Co. die Aufstiegsparty am frühen Sonntagabend starten. Bevor der Vizekapitän den Rückflug nach Mallorca antrat, feierte er mit seinen Fußball-Kumpels auf dem Platz, in der Kabine und in der Stammkneipe in Braunsfeld.
Borussia Lindenthal-Hohenlind will seinen Etat nicht erhöhen
Ob er auch das Abenteuer „Mittelrheinliga“ mitgestalten kann, wird sich berufsbedingt noch entscheiden. Auch Hauptspielführer Justus Urbigs Zusage stehe noch aus. „Klar ist, dass die Mittelrheinliga eine andere Welt ist“, stellte Gabriel klar und ergänzte: „Wir werden unseren Etat nicht erhöhen, sondern weiter auf das Hohenlinder Modell setzen.“
Mit Mattis Häfner steht ein Zugang vom SV Bergisch Gladbach U19 fest. Neben dem offensiven Mittelfeldspieler sollen noch ein Stürmer, ein zentraler Mittelfeldmann und ein Innenverteidiger kommen. „Wir wissen, dass es eine Liga höher deutlich physischer zugeht. Das ist dann richtiger Leistungsfußball“, blickte der Sportliche Leiter auf die in sechs Wochen beginnende Zeit als Fünftligist. Bis dahin gebe es noch viel zu tun, aber vor allem den größten Erfolg der Vereinsgeschichte zu genießen.
