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Kölner Sprint-Hoffnung Younes El Makrini„Wir schielen auf eine Medaille“

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Younes El Makrini vom LT DSHS Köln startet bei der U-20-EM in Jerusalem.

Younes El Makrini vom LT DSHS Köln startet bei der U-20-EM in Jerusalem.

Mit 1,98 Metern ist Younes El Makrini eine imposante Erscheinung. Nun will der Athlet des LT DSHS Köln bei der U-20-EM groß rauskommen.

Younes El Makrini (18/LT DSHS Köln) fiebert seinem ersten internationalen Auftritt entgegen. Der Athlet von Trainer Andreas Gentz hofft bei der U-20-EM in Jerusalem auf einen Einsatz für die deutsche 4x400-Meter-Staffel. Der Vorlauf findet am Mittwoch (10.05 Uhr) statt, ehe das Finale (Do., 21.16 Uhr) den Schlusspunkt der Titelkämpfe in Israel bildet. 

Herr El Makrini, Sie stehen als einziger Kölner im deutschen U-20-EM-Aufgebot. Folgt nun auch tatsächlich Ihr erster internationaler Einsatz?

Younes El Makrini: Allein mit der Nominierung ist ein Traum in Erfüllung gegangen, aber am Ende will ich natürlich sagen können: Ich war mittendrin statt nur dabei.

Bei den Deutschen Jugend-Meisterschaften in Rostock mussten Sie im 400-Meter-Finale fünf Athleten den Vortritt lassen. Warum hat es am Ende trotzdem gereicht für eine Staffel-Nominierung?

Meine drittschnellste Vorlaufzeit (47,72 sec, Anm. d. Red.) war die Eintrittskarte. Hinzu kommt, dass der Sieger Louis Quarata und der Dritte Elija Ziem in Jerusalem auch im Einzel starten. Das hat mir in die Karten gespielt und erhöht gleichzeitig meine Chance auf einen Staffel-Einsatz, gerade im Vorlauf.

Was ist der deutschen Staffel in Israel zuzutrauen?

Auch die Briten und Polen sind im Moment richtig schnell unterwegs, aber wir müssen uns nicht verstecken und schielen auf eine Medaille.

Bei der U-20-Gala in Mannheim Ende Juni haben Sie Ihr Debüt für die deutsche 4x400-Meter-Staffel gegeben. Wiegt das Nationaltrikot mehr als das Vereinsjersey?

Ich hoffe, dass es mich vielmehr beflügelt. Der zusätzliche Druck ist eher einer anderen Tatsache geschuldet: In einer Staffel ist man nicht allein für sich, sondern für eine ganze Gruppe verantwortlich. Da heißt es kühlen Kopf zu bewahren.

Erst recht bei vorhergesagten Temperaturen um die 38 Grad. Worauf wird es noch ankommen?

Nicht zuletzt aufs Timing. Man kann nicht einfach voll drauflossprinten wie über 100 Meter, sollte es aber auch nicht zu gemächlich angehen lassen. Auch der Wechsel ist nicht zu unterschätzen: Man muss das Holz sicher greifen und sich in der Wechselzone zur Not auch Platz verschaffen.

Ihre Körpergröße kommt Ihnen da entgegen. Sind die 1,98 Meter auch der Grund dafür, dass der Fokus seit diesem Jahr nicht mehr auf dem Kurzsprint liegt?

Ich habe mich auch über 200 Meter wohlgefühlt, aber gerade in der Halle waren die engen Kurven eine Herausforderung. Über die Stadionrunde profitiere ich noch mehr von meinen langen Schritten. Und natürlich hat die Aussicht auf ein EM-Ticket eine Rolle gespielt.

Auch wenn Ihr erster internationaler Einsatz gerade erst bevorsteht: Träumen Sie von mehr?

Klar ist die U-23-EM 2025 schon irgendwo im Hinterkopf. Und um die Antwort auf die nächste Frage vorwegzunehmen: Jeder Leichtathlet träumt von Olympia, da bin ich keine Ausnahme.