Die Mannschaft von Trainer Marian Wilhelm präsentiert sich gegen den zuvor ungeschlagenen Gegner in herausragender Form.
Nach 4:0 gegen RostockViktoria Köln genießt einen Abend zum Schwärmen

Die Spieler von Viktoria Köln lassen sich für ihren Erfolg feiern.
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Niklas Castelle ist in diesen Tagen kaum wiederzuerkennen. Nach zwei glücklosen Stationen in Aachen und Ulm blüht der Offensivmann bei seinem neuen Klub FC Viktoria Köln regelrecht auf. Beim 4:0 (2:0)-Heimsieg gegen den zuvor ungeschlagenen FC Hansa Rostock ragte er neben Doppeltorschütze David Otto aus einer fantastisch aufspielenden Kölner Mannschaft heraus.
Das erste Tor erzielte Castelle selbst, den zweiten und dritten Treffer bereitete er auf exzellente Art vor. „Ich bin froh, dass ich endlich mal wieder im Rhythmus bin und ein paar Spiele hintereinander lange spielen kann. Dass ich zu unseren Toren beitragen kann, freut mich natürlich umso sehr“, gab Castelle erleichtert zu Protokoll.
Ich fühle mich sehr wohl hier. Viktoria steht einfach für Familie, das lebt hier jeder im Verein. Das passt perfekt zu mir, und deshalb kann ich mich so gut entfalten
Nach fünf Spieltagen hat er bereits fünf Torbeteiligungen gesammelt. Ein Zufall sei das nicht, erklärte der Neuzugang: „Ich fühle mich sehr wohl hier. Viktoria steht einfach für Familie, das lebt hier jeder im Verein. Das passt perfekt zu mir, und deshalb kann ich mich so gut entfalten.“
Marian Wilhelm zeigte sich naturgemäß froh, dass Castelle im Sommer den Weg nach Höhenberg gefunden hat. „Niklas passt unfassbar gut zu unserem Spiel. Er sieht schon jetzt in einer sehr frühen Phase der Saison, was möglich ist, wenn er alles auf dem Platz lässt“, lobte Viktorias Trainer den technisch beschlagenen Dribbler, der gegen Rostock nicht nur als Torschütze und Vorlagengeber glänzte. „Dass Niklas Fußball spielen kann, war auch auf seinen vorherigen Stationen nicht das Problem. Die Arbeit, die er heute gegen den Ball geleistet hat, war herausragend. Dadurch verdient er sich ganz, ganz viel von dem, was dann auch mit Ball klappt.“
Niklas passt unfassbar gut zu unserem Spiel. Er sieht schon jetzt in einer sehr frühen Phase der Saison, was möglich ist, wenn er alles auf dem Platz lässt
Dabei sieht Wilhelm seinen Schützling noch lange nicht am Ende der Fahnenstange angekommen. In Sachen Intensität habe Castelle „noch einen Entwicklungsweg zu gehen“, betonte sein Coach. Nach den Eindrücken von Freitagabend klang das fast wie eine Warnung an den Rest der Liga.
Das 1:0 (12.) erzielte Castelle mit einem platzierten Schuss ins obere Eck selbst, nachdem ihm Hansa-Verteidiger Florian Bohnert den Ball unfreiwillig serviert hatte. Nur drei Minuten später hebelte Castelle die indisponierte Gästeabwehr mit einem Steckpass auf Yannick Tonye aus, der wiederum den in der Mitte freigelaufenen David Otto bediente. Auch beim 3:0 (60.) stellte Castelle seine feinen technischen Qualitäten unter Beweis. Diesmal legte er den Ball auf engem Raum zu Lucas Wolf durch, der die frühzeitige Entscheidung herbeiführte. Als Castelle das Feld unter kräftigem Applaus bereits verlassen hatte, legte Otto per Abstauber noch seinen zweiten Treffer nach (64.). Es war bereits das fünfte Saisontor des ebenfalls in hervorragender Verfassung befindlichen Mittelstürmers.
„Wir haben gezeigt, wofür wir stehen – für schönen, attraktiven und endlich auch mal effektiven Fußball“, frohlockte Castelle. „Wir sind eine junge, akribische Mannschaft, die immer lernwillig ist. Das hat man auf dem Platz gesehen.“ Trainer Wilhelm zeigte sich „maximal stolz“ auf seine wie im Rausch aufspielende Elf und sprach ihr ein „Riesenkompliment“ aus.
Auch Franz Wunderlich geriet ob der Galavorstellung der Viktoria ins Schwärmen. „Das war ein Ausrufezeichen gegen ein Schwergewicht. Wir dürfen – ohne abzuheben – den Moment genießen, denn die Jungs spielen seit Saisonbeginn einen richtig guten Ball“, sagte der Sportvorstand mit hörbarem Stolz in der Stimme. „Insgesamt war das eine herausragende Leistung. Alle vier Tore waren sehr gut herausgespielt, wir haben gegen den Ball überragend gespielt und alles wegverteidigt. Für eine junge Mannschaft war das ziemlich abgeklärt. Es ist eine Entwicklung zu sehen und auch Euphorie zu spüren.“
Viktoria Köln steht am Dienstag in Meppen vor der nächsten Aufgabe
Die Kölner wollen den Schwung mitnehmen, um auch am Dienstag (19 Uhr, Magenta Sport) bei Aufsteiger SV Meppen zu punkten. „Wir müssen Kräfte sammeln, damit wir wieder maximal da sind. Es wird wichtig sein, mit allen Spielern diese Intensität wieder auf den Platz zu bekommen“, erklärte Marian Wilhelm, der sich mit neun Punkten aus fünf Spielen vorerst zufrieden zeigte: „Es ist ein guter Saisonstart.“
Viktoria Köln: Schulz – Sponsel (81. Boboy), Eisenhuth, Kloss – Fallmann (81. Prokopenko), Duman, Swider, Tonye (62. Jakob) – Castelle (62. Maboulou), Wolf (81. Pledl) – Otto. – Tore: 1:0 Castelle (12.), 2:0 Otto (15.), 3:0 Wolf (60.), 4:0 Otto (64.). – Zuschauer: 5956.