Der Südstadt-Klub schlägt Wiedenbrück 2:0, parallel patzt Oberhausen gegen Wuppertal. Nun hat die Fortuna drei Matchbälle.
RegionalligaFortuna Köln macht vorentscheidenden Schritt in Richtung Aufstieg

Fortuna-Stürmer Enzo Wirtz hat seine Torflaute überwunden.
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Am Ende einer emotionalen Achterbahnfahrt sangen die Fans im Südstadion von der Meisterschaft. Der 2:0 (1:0)-Heimsieg gegen den SC Wiedenbrück brachte Regionalliga-Tabellenführer SC Fortuna Köln seinem Ziel womöglich vorentscheidend näher. Nicht nur, weil das Team um Startelfrückkehrer Enzo Wirtz gegen die Abstiegskämpfer aus Ostwestfalen kritische Phasen überstand und der Goalgetter seinen persönlichen Tor-Knoten platzen ließ. Sondern auch weil die Konkurrenz knapp 80 Kilometer weiter nordwärts patzte.
„Glückwunsch nach Wuppertal, die brauchen den Punkt auch“, kommentierte Wirtz die Geschehnisse bei Rot-Weiß Oberhausens 2:2 gegen den von Viktoria-Legende Mike Wunderlich trainierten WSV. Dank der Punkteteilung im Ruhrgebiet haben die Südstädter drei Spieltage vor Schluss wieder acht Zähler Vorsprung auf RWO. Nach deren Nachholspiel beim Bonner SC am Dienstag könnte die Fortuna bereits am kommenden Sonntag in Paderborn die Drittliga-Rückkehr perfekt machen. „Ich möchte gar nicht so groß denken“, wollte der 13-Tore-Stürmer nichts von einer möglichen Aufstiegsfeier wissen. „Ich glaube wir tun gut daran nicht auf die anderen zu schauen, sondern Tag für Tag weiterzumachen und unser Ding durchzuziehen. Dann werden wir auch nicht zittrig.“
Fortuna Köln mit zittrigem Beginn
„Zittrig“ wirkte der Spitzenreiter vor über 3000 Zuschauern im Südstadion nur in der Anfangsphase. Da musste sich die neu formierte Vierer-Abwehrkette – ohne Max Fischer, aber mit Seymour Fünger als Innen- und Georg Strauch als rechter Außenverteidiger – erst sortieren. Hätte Moussa Doumbouya den doppelten Aussetzer von David Haider Al-Azzawe und Fünger für das Schlusslicht zur Führung genutzt, wer weiß wie das Team von Matthias Mink diesen Rückschlag verkraftet hätte (6.). „Dann hast du sicher ein bisschen ein Kopfthema“, meinte der Trainer, acht Tage nach der 0:3-Derbypleite bei der U21 des 1. FC Köln. Umso mehr freute er sich über die Rettungstat von Keeper Lennart Winkler und das folgende 1:0 durch Enzo Wirtz.
Seinem besten Torschützen hatte er gegen Schalke II (4:1) und im Derby (0:3) zwei Pausen verordnet. Nun kam er als Startelf-Rückkehrer zu seinem ersten Treffer nach dreimonatiger Tor-Flaute. „Man möchte immer spielen, aber wir haben ein großes Ziel, dem muss jeder alles unterordnen“, beschwor der Torschütze den Teamgeist. Nachdem er bei Adrian Stanilewiczs Eckstoß am langen Pfosten richtig gestanden und den Ball über die Linie gedrückt hatte, war seine Mannschaft im Spiel (21.).
Drei Aufstiegs-Matchbälle für Fortuna Köln
In der zweiten Halbzeit ging es nicht nur darum, die eigene Führung auszubauen und den Deckel auf den Heimsieg zu machen. Auf den Tribünen wanderten die Blicke virtuell auch ins Stadion Niederrhein, wo Oberhausen seinen 1:0-Vorteil gegen Wuppertal verspielte. Dass Timo Bornemann nach einer Maßflanke von Kapitän Robin Afamefuna den 2:0-Endstand besorgte (59.), erfreute alle Fortunen. Genauso, wie die beiden Wuppertaler Treffer zum zwischenzeitlichen 2:1. Der Oberhausener Ausgleich in der siebten Minute der Nachspielzeit konnte die ausgelassene Stimmung im Südstadion kaum noch trüben.
„Wann immer wir aufsteigen, es geht ein großer Traum in Erfüllung“, freute sich Wirtz über die drei Meisterschafts-Matchbälle in Paderborn (3. Mai), gegen Siegen (9. Mai) und bei den SF Lotte (16. Mai). „Gerade mit Fortuna Köln, einem Klub aus der Südstadt, der meiner Meinung nach in die Dritte Liga gehört, wäre das ein Wahnsinns-Ding.“
Fortuna Köln: Winkler - Strauch, Fünger, Al-Azzawe, Afamefuna - Geerkens (46. Michelbrink), Stanilewicz, Thier (87. Telle), Garcia (83. Hekmat) - Wirtz (83. Al Ghaddioui), Bornemann (72. Majetic). – Tore: 1:0 Wirtz (21.), 2:0 Bornemann (60.). – Zuschauer: 3048.
