Der Südstadt-Klub baut die Tabellenführung weiter aus. Nun folgen die Duelle mit den direkten Konkurrenten Gütersloh und Oberhausen.
2:1-Erfolg gegen Mönchengladbach IIFortuna Köln vor den Wochen der Wahrheit

Fortuna Köln bejubelt das 2:0 gegen Mönchengladbach II.
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Bisher war Borussia Mönchengladbach II die einzige Mannschaft, gegen die Regionalligist und Tabellenführer der West-Staffel Fortuna Köln ein Pflichtspiel verloren hatte. Auch diesen Makel strich die Mannschaft von Trainer Matthias Mink am Samstag aus ihrer Bilanz. Die Südstädter setzten sich am 20. Spieltag mit 2:1 (2:1) gegen die Rivalen vom Niederrhein durch und festigten damit ihre Spitzenposition.
Fünger rückt in die Startelf und trifft
Trainer Matthias Mink musste kurzfristig umbauen, da Kapitän und Linksverteidiger Robin Afamefuna kurzfristig krank ausfiel. Seymour Fünger startete für ihn und feierte einen Einstand nach Maß: Nach sechs Minuten köpfte der 23-Jährige bereits wuchtig ein, Rafael Garcia lieferte per Eckball seine zwölfte Vorlage in dieser Saison. „So schnell kann es gehen, der Fußball schreibt seine eigenen Geschichten. Ich bin überglücklich über mein Tor und den Sieg. Das ist ein starkes Gefühl“, sagte Fünger, der zugleich „nicht von der besten Partie der Fortuna“ sprach: „Wir hatten viel Ballbesitz, offensiv aber nicht allzu viele gefährliche Aktionen. Da ist noch Luft nach oben, aber auf die drei Punkte kommt es am Ende an.“
Zehn Minuten später erhöhte Angreifer Nico Thier per Abstauber, nachdem Gladbachs Torwart Tiago Pereira Cardoso einen Kopfball von Enzo Wirtz unzureichend nach vorne hatte abprallen lassen. Fortunas Torwart Lennart Winkler unterlief kurz darauf ein ähnlicher Fehler, der den Anschlusstreffer einleitete: Niko Vidic verwandelte sicher (18.), nachdem die Rettungsaktion von Winkler unglücklich zur Vorlage für Vidic geworden war. „Das Gegentor dürfen wir nicht bekommen, das war sehr dumm. Damit haben wir den Gegner zurück ins Spiel geholt“, monierte Mink. Die Partie erhitzte sich, viele Rangeleien und harte Zweikämpfe unterbrachen den Rhythmus. „Manchmal war es emotional ein wenig drüber, von beiden Teams“, erklärte der Trainer. Bezeichnend: Gladbachs Joshua Uwakhonye sah binnen weniger Minuten Gelb Rot (30.), zweimal ging er ungestüm in den Zweikampf.
Trotzdem war es der zweite Sieg im zweiten Pflichtspiel des Jahres, und die Fortuna setzte sich an der Tabellenspitze ab. Der Vorsprung auf den Tabellenzweiten Gütersloh und den Tabellendritten Oberhausen beträgt sechs Punkte, wobei Oberhausen noch eine Partie weniger absolviert hat. Entscheidend bleibt, dass die Südstädter mit voller Ausbeute aus der Winterpause kamen und durch die beiden Siege ein spürbares Momentum gewannen. Die kommenden zwei Wochen werden nun zu Wochen der Wahrheit: erst auswärts gegen Oberhausen, dann folgt das Topduell mit Gütersloh – zwei direkte Konkurrenten, zwei Prüfsteine.
Die Chance, ein komfortables Polster zu schaffen, liegt offen. „Das ist ein Traumstart ins Jahr 2026. Wir haben in der Vorrunde in den beiden Spielen einen Punkt geholt, jetzt sind es sechs. Das ist schon sehr gut“, resümierte Mink, der jedoch anmerkte: „Wir sind fußballerisch noch nicht da angekommen, wo wir im Jahr 2025 waren.“ Trotz der guten Ergebnisse läuft bei Fortuna auch die Kaderplanung weiter auf Hochtouren: Angreifer Nico Westerhoff verlässt den Klub und wechselt leihweise zur SSVg Velbert. Ein neuer Stürmer könnte daher noch zeitnah präsentiert werden.
Fortuna Köln: Winkler – Statovci (46. Strauch), Fünger, Al-Azzawe, Fischer – Garcia (90. Telle), Geerkens (69. Bornemann), Thier (46. Michelbrink), Stanilewicz – Wirtz, Al Ghaddioui (69. Majetic). – Tore: 1:0 Fünger (6.), 2:0 Thier (16.), 2:1 Vidic (18.). – Zuschauer: 2270. – Gelb-Rote Karte: Joshua Uwakhonye (30.).

