Der Südstadt-Klub kassiert in Dortmund die erste Niederlage seit vielen Monaten. Doch Verfolger Oberhausen kann nicht profitieren.
Regionalliga WestFortuna Kölns Serie reißt nach 238 Tagen

Fortunas Nico Thier (unten) im Duell mit dem Dortmunder Almugera Kabar
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238 Tage hat ihre Serie gehalten. Zuletzt waren die Fußballer des SC Fortuna Köln am 9. August 2025 mit 2:3 bei Borussia Mönchengladbach II als Verlierer vom Platz gegangen. Nun hat es den Tabellenführer der Regionalliga West bei einer anderen Borussia wieder erwischt. Gegen die U23 des Bundesligisten in Dortmund unterlag er mit 0:1 (0:1). „Wir können nicht immer nur gewinnen“, tröstete Kapitän Robin Afamefuna die Mannschaft und auch sich selbst. Am Ostersonntag stellte sich die Pleite rein tabellarisch als nicht folgenschwer heraus – Verfolger Rot-Weiß Oberhausen konnte vom Kölner Ausrutscher nicht profitieren und verlor 0:3 bei Paderborn II.
Fortuna Köln drängt auf die Führung
Die knappe Fortuna-Niederlage im altehrwürdigen Rote Erde-Stadion beim Gegentor „unglücklich“, in 60-minütiger Überzahl aber auch „sehr vermeidbar“. Drei Tage nach dem Einzug ins Mittelrheinpokalfinale gegen den Bonner SC (4:1) hatte Chefcoach Matthias Mink seine Formation nur auf zwei Positionen verändert. Für den gesperrten Tom Geerkens rückte Adrian Stanilewicz zurück ins Mittelfeld. Der verletzte Kevin Brechmann wurde als rechter Außenverteidiger von Seymour Fünger ersetzt. Von schweren Beinen war zunächst nichts zu sehen. Vielmehr drängten Afamefuna und Co. auf die frühe Führung. „Wir wollten dieses Spiel ziehen“, stellte der Kapitän klar und lobte die „Flanken und Steckpässe“, mit denen sein Team „immer wieder zu Situationen“ kam.
Tatsächlich hätten Hamadi Al Ghaddioui per Kopf (11.) und Stanilewicz im Eins-gegen-Eins mit BVB-Keeper Silas Ostrzinski (19.) auf 1:0 stellen können. Aber auch der Tabellenfünfte setzte mit Babis Drakas gefährliche Nadelstiche (23., 72.). Nach einer halben Stunde schien das Pendel dann klar in Richtung des Spitzenreiters auszuschlagen. Da reagierte Nico Thier schneller als die Dortmunder Defensive und wurde von Elias Benkara am rechten Strafraumeck gefoult. Schiedsrichter Thibaut Scheer zögerte nicht und verwies den BVB-Verteidiger des Feldes (30.). „Vor allem nach der Roten Karte hatten wir uns etwas anderes vorgenommen“, stellte Afamefuna enttäuscht klar. Dass die über einstündige Überzahl der eigenen Mannschaft nicht gutgetan hatte, bestätigte der Spielführer nicht direkt. Die 400 mitgereisten Fortuna-Fans bekamen aber genau diesen Eindruck. Elf Kölner konnten die zehn Dortmunder nicht an der ersten Großchance für Mathis Albert hindern. Hier wurde der 16-Jährige noch von Lennart Winkler gestoppt (35.). Keine zehn Minuten später musste der Fortuna-Keeper aber hinter sich greifen.
Slapstick-Gegentor für Fortuna Köln
„Das war natürlich ein doofes Gegentor, da war schon ein bisschen Slapstick dabei“, beschrieb Afamefuna die Szene beim Gegentor noch wohlwollend: Patrick Göbel und Ayman Azhil hatten rechts im Strafraum zu viel Platz. Letzterer schloss zwar zu schwach auf Winkler ab. Der Torwart hielt den Ball aber nicht fest und brachte seinen Verteidiger David Al-Azzawe zu einem Befreiungsschlag. Der traf den 16-jährigen Albert mitten im Gesicht und verursachte so seinen Premierentreffer (44.). Dass das 1:0 zum Heimsieg reichte, lag in Durchgang zwei vor allem an ideenlosen Kölnern. Einzig Thier wurde nach dem Seitenwechsel beim vermeintlichen 1:1 wegen Abseits zurückgepfiffen. So riss die Serie von 29 ungeschlagenen Pflichtspielen für die Fortuna an Karsamstag.
Damit der komfortable Neun-Punkte-Vorsprung an der Tabellenspitze hält und Meisterschaft plus Aufstieg in den letzten sechs Punktspielen nicht noch in Gefahr kommen, gab Robin Afamefuna die Marschroute vor. „Dieses Mal hat es nicht gereicht, aber nächste Woche machen wir weiter“, richtete der Kapitän den Blick auf das Heimspiel am Sonntag (14 Uhr) gegen Schalke II.

