Der 37 Jahre alte Coach hat seinen Vertrag beim Drittligisten verlängert. Marian Wilhelm ist seit über 16 Jahren in Höhenberg.
Trainer Marian Wilhelm bleibtViktoria Kölns wichtigste Personalie ist geklärt

Bleibt Trainer der Viktoria: Marian Wilhelm
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Die Grundlagen für die kommende Saison sind beim FC Viktoria Köln gelegt. Trotz der jüngsten Niederlagen gegen die Aufstiegsaspiranten VfL Osnabrück (0:2) und 1860 München (0:1) ist der Drittliga-Klassenerhalt der Höhenberger bei 14 Punkten Vorsprung auf die Abstiegszone nur noch Formsache. Und seit Donnerstag ist auch klar, dass der wichtigste Mann der Unternehmung an Bord bleibt: Trainer Marian Wilhelm hat seinen im Sommer auslaufenden Vertrag verlängert. Über die Laufzeit machte der Verein keine Angaben, doch nach Informationen dieser Zeitung handelt es sich um mehr als ein Jahr. Zuletzt hatte Wilhelm bei seiner Beförderung zum Co-Trainer von Olaf Janßen einen Zweijahresvertrag unterschrieben: eine Saison als Assistent, eine als Chefcoach und Nachfolger von Janßen. Und die erste Mission, der Klassenerhalt, steht vor einem souveränen Abschluss.
Eine prägende Figur bei Viktoria Köln
„Es ist ein Ausrufezeichen. Diese Personalie ist die wichtigste Entscheidung für die künftige Ausrichtung unseres Klubs“, sagt Sportvorstand Franz Wunderlich. „Wir sind mega-erleichtert, froh und glücklich, dass wir die Zusage bekommen haben.“ Das klingt nicht nach Routine. Denn Wilhelms Weg vom Nachwuchstrainer zum respektierten Cheftrainer mit klarem fußballerischem Plan blieb nicht unbemerkt – auch größere Vereine hatten ihn nach Informationen dieser Zeitung im Blick. Doch Wilhelm entschied sich für seinen Heimatverein, den er seit Jahren prägt – und der ihn geprägt hat.
„Die Verlängerung ist ein besonderes Zeichen des gegenseitigen Vertrauens", sagt Wilhelm. „Ich komme hier jeden Tag gerne hin.“ Man habe in den vergangenen Jahren viele Dinge angeschoben, „wir sind auf einem spannenden Weg. Und ich freue mich darauf, die nächsten Schritte anzuschieben. Wir haben unser Potenzial noch nicht ausgeschöpft." Ihm sei bei seiner Entscheidung wichtig gewesen, dass auch künftig die Voraussetzungen gegeben sind, die Entwicklung von jungen Spielern rund um ein Gerüst von Leistungsträgern voranzutreiben.
Kader-Planungen werden „mit Vollgas“ weitergehen
Wilhelm ist seit über 16 Jahren für den Verein tätig, zunächst in nahezu jeder Nachwuchstrainer-Rolle, seit 2024 bei den Profis. In dieser Zeit absolvierte er alle Ausbildungsstufen zum Fußballlehrer und verkörpert wie kein Zweiter die Nachwuchs-Philosophie der Viktoria – die viel beschworene „Viktoria-DNA“ trägt maßgeblich Wilhelms Handschrift.
Valentin Schäfer ist seit Anfang Februar Sportlicher Leiter in Höhenberg; er hatte das Amt von Stephan Küsters übernommen. „Für mich war es mit dem Amtsantritt eines der Hauptziele, den Vertrag mit Marian zu verlängern“, berichtet der 31-Jährige. „Wir haben hier in den vergangenen Jahren sehr vertrauensvoll zusammengearbeitet. Ich bin von ihm und seinem Team und der Arbeit total überzeugt.“ Nun könne man „mit Vollgas“ in die Planung der nächsten Saison gehen. Denn Kaderentscheidungen lassen sich schlecht treffen, solange offen ist, wer die Spieler ab dem Sommer betreut. Allerdings deutet sich an, dass der Viktoria ein Umbruch bevorsteht – auch wenn auf der Trainerposition Kontinuität herrscht.
Am Samstag (14 Uhr) tritt Viktoria Köln beim Tabellenvorletzten TSV Havelse an. Der Klub aus der Region Hannover hat bereits zwölf Punkte Rückstand auf das rettende Ufer und gilt neben Schlusslicht Schweinfurt als zweiter designierter Absteiger. „Die letzten englischen Wochen haben uns mental und physisch viel Energie gekostet. Die konnten wir jetzt wieder auftanken“, sagt Viktoria-Trainer Marian Wilhelm. „Die Jungs haben viel Energie versprüht.“ Sportchef Valentin Schäfer warnt dennoch vor einer „denkbar unangenehmen Aufgabe“, Havelse habe sich noch nicht aufgeben. Die Kölner müssen auf den gelbgesperrten Yannick Tonye verzichten.

