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Knorrs Kölner TraumFrüher Fan, heute kämpft er um den Champions-League-Titel

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Juri Knorr

Könnte mit Aalborg den größten Titel seiner Karriere gewinnen: Juri Knorr. (Archivbild)

Einst war Juri Knorr Fan in Köln, nun greift er mit Aalborg nach dem Titel und wird zur Gefahr für deutsche Teams.

In seiner Jugend reiste Juri Knorr häufig mit seinem Vater in die Domstadt, um von den oberen Rängen aus seine Vorbilder zu bewundern. An diesem Wochenende rückt der deutsche Handball-Nationalspieler nun selbst in den Mittelpunkt. Mit seinem Verein aus dem dänischen Aalborg spielt er um die Trophäe der Königsklasse und könnte für zwei deutsche Klubs zum Hindernis werden.

„Ich war häufig als Fan da. Es ist einfach ein sehr großer Traum von mir, das mal zu erleben“, erläuterte Knorr den großen Wunsch vieler Handballer, einmal in der als „Kathedrale des Handballs“ bekannten Kölner Arena zu spielen.

Deutsche Teams als potenzielle Finalgegner

Für Aalborg ist der Weg zum europäischen Titelgewinn steinig, der Club gilt als Underdog. Bereits im Semifinale am Samstag (18.00 Uhr) stellt sich mit dem Rekordsieger FC Barcelona, Knorrs früherem Verein, eine der schwierigsten Aufgaben im internationalen Handball. Davor kommt es um 15.00 Uhr zur Wiederholung des Endspiels aus dem Vorjahr, wenn der amtierende Champion SC Magdeburg gegen die Füchse Berlin mit Welthandballer Mathias Gidsel antritt.

„Sicherlich werden wir nicht als Favorit anreisen. Ich habe das aber häufig als Zuschauer erlebt, wie sich der Underdog durchgesetzt hat. Das Final Four hat seine eigenen Gesetze“, erklärte Knorr kämpferisch. Er widersprach damit der weitverbreiteten Einschätzung von Fachleuten, die seinem Team nur geringe Erfolgsaussichten zuschreiben.

Schwierige Anfangszeit in Dänemark

Obwohl die Integration in die neue Umgebung für den als zurückhaltend und reflektiert geltenden Profi anfangs schwierig war, verlief seine erste Saison sportlich überaus erfolgreich. Seit seinem Wechsel im Sommer zu dem dänischen Spitzenklub gewann Knorr auf Anhieb den nationalen Pokal, die Meisterschaft sowie den Supercup.

„Ich wusste, dass das schwer ist. Natürlich sitzt man am Anfang in der Kabine, versteht wenig und ist bisschen außen vor. Es war eine besondere Konstellation, weil es eine rein skandinavische Mannschaft war und ich der einzige Nicht-Skandinavier war und Anpassungsprobleme hatte“, schilderte der 26 Jahre alte Spieler seine Erfahrungen.

Knorrs Erfolge auf nationaler und internationaler Ebene

Die Titelsammlung des Spielmachers ist beachtlich. Auf Vereinsebene errang Knorr 2019 die spanische Meisterschaft, gewann 2023 den DHB-Pokal im Trikot der Rhein-Neckar Löwen und sicherte sich mit Aalborg in dieser Saison bereits das Double. Mit dem Nationalteam gewann der Spielgestalter zudem Silbermedaillen bei Olympia und der diesjährigen Europameisterschaft. Nun besteht die Chance auf das Triple.

Zwischen Weltklasse-Potenzial und Leistungsschwankungen

Anerkennung für seine Fortschritte kommt von Experten. Füchse-Trainer Nicolej Krickau sprach im Winter vom „besten Juri Knorr“, den er je erlebt habe. „Ich habe das Gefühl, dass er erwachsener spielt als noch vor einiger Zeit“, ergänzte der Däne. Auch Bundestrainer Alfred Gislason sieht eine positive Entwicklung: „Regelmäßig in der Champions League zu spielen, macht ihn besser. Der Druck für ihn ist jetzt anders. Er trägt nicht mehr die Verantwortung für die gesamte Mannschaft auf seinem Rücken wie bei den Rhein-Neckar Löwen.“

Knorr besitzt zwar das Rüstzeug für die Weltspitze, doch die mentale Stabilität gilt als seine Schwäche. Zu selten ruft der bei den Fans beliebte Spieler sein komplettes Leistungsvermögen ab. Auf herausragende Partien folgen wiederholt Formtiefs. Dies war bei der Europameisterschaft im Januar zu beobachten und zeigte sich auch in den Länderspielen gegen Dänemark im Mai. Einer schwächeren Vorstellung in Kopenhagen ließ er eine überzeugende Leistung in Köln folgen. Ein positives Vorzeichen für das Wochenende? (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.