Novak Djokovic kämpft sich ins Halbfinale der US Open und übertrifft eine Bestmarke von Roger Federer.
US OpenDjokovic schimpft über Zuschauer und stellt neuen Grand-Slam-Rekord auf

Nächste Runde und neuer Rekord: Novak Djokovic
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„Das ist wie Tennis in der Sauna“, kommentierte Boris Becker bei sportdeutschland.tv: Novak Djokovic schwitzte drei Hemden durch, er schlurfte zwischen den Ballwechseln beinahe wie in Zeitlupe über den Platz, nach zweieinhalb äußerst schweißtreibenden Stunden aber durfte er Freude und Erleichterung herausbrüllen.
Der 36 Jahre alte Serbe besiegte Taylor Fritz aus den USA 6:1, 6:4, 6:4, bei den US Open in New York hat er damit zum 47. Mal das Halbfinale eines Grand Slams erreicht, einmal mehr als Roger Federer - neuer Rekord.
Boris Becker: „Djokovic ist körperlich am Limit“
Das Match war eine Herausforderung der besonderen Art. Bei Temperaturen von 33 Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit von 50 Prozent klebte Djokovic bereits nach wenigen Spielen im ersten Satz das Shirt am Körper. „Djokovic ist körperlich am Limit“, beobachtete TV-Experte Becker im zweiten Satz. Der dreimalige US-Open-Gewinner Djokovic bekannte: „Es war sehr schwül. Es war sehr schwierig zu spielen. Es war nicht leicht.“
Die Bedingungen trugen auch nicht zum Niveau des Matches bei: Beide Spieler agierten sehr fehlerhaft. Djokovic aber gelang es, seine Kräfte gut einzuteilen, auf seine Chancen zu Breaks zu lauern und sie mit großer Effizienz zu nutzen. Dagegen ließ Fritz, der es ohne Satzverlust zum zweiten Mal bei einem der vier Grand Slams ins Viertelfinale geschafft hatte (nach Wimbledon 2022), vor allem im dritten Satz zu viele Chancen liegen, um dem Match noch eine Wende geben zu können.
Für einen Aufreger sorgte zudem ein Zuschauer kurz nach einem Aufschlag des Serben mit einem „Out“-Ruf. Djokovic reagierte sichtlich gestört, verlor den Ballwechsel und ärgerte sich anschließend mit einer Geste in Richtung Tribüne.
Im Halbfinale trifft Djokovic nun auf US-Tennishoffnung Ben Shelton, der seinen Landsmann Frances Tiafoe mit 6:2, 3:6, 7:6 (9:7), 6:2 besiegte. Der 20-Jährige hatte nach 3:07 Stunden den zweiten Matchball verwandelt und steht nun erstmals in seiner Karriere in der Runde der besten Vier bei einem Grand-Slam-Turnier.
Mitfavoritin Coco Gauff marschiert ebenfalls ins Halbfinale
Zuvor war Mitfavoritin Coco Gauff ins Halbfinale bei den Frauen eingezogen - mit einer Machtdemonstration. Die 19 Jahre alte Amerikanerin besiegte Jelena Ostapenko aus Lettland glatt 6:0, 6:2, nach nur 67 Minuten nutzte in der lange Zeit sehr einseitigen Begegnung ihren dritten Matchball. „Es fühlt sich sehr gut an“, sagte sie über ihren erst zweiten Halbfinaleinzug bei einem Grand Slam nach den French Open 2022.
In der nächsten Runde wartet nun die French-Open-Finalistin Karolina Muchova, die ihre kommende Gegnerin in den höchsten Tönen lobte. Gauff sei „sehr athletisch“, erklärte die 27 Jahre alte Tschechin, die sich im Viertelfinale gegen die Rumänin Sorana Cirstea mit 6:0, 6:3 durchgesetzt hatte: „Sie gibt niemals auf, sie rennt für jeden Ball, macht nicht viele Fehler.“
Gauff wollte derweil nach wie vor nicht an den Titel denken. „Es ist noch ein weiter Weg.“ (red, dpa)
