Für die Türkei ist es die erste WM-Teilnahme seit 24 Jahren. Italien macht derweil das Triple des Scheiterns perfekt.
Nächtliche Party auch in KölnTürkei feiert WM-Qualifikation – Italien erlebt „Apokalypse“

Türkische Fans feiern auf dem Hohenzollernring in Köln.
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Das Triple des Scheiterns ist perfekt: Der viermalige Weltmeister Italien hat sich erneut nicht für die Fußball-WM qualifiziert und muss im Sommer beim XXL-Turnier in Nordamerika zuschauen. Das Team von Trainer Gennaro Gattuso verlor trotz Führung mit 1:4 (1:1, 1:1, 1:0) im Elfmeterschießen in Bosnien-Herzegowina.
Die Squadra Azzurra spielte nach der Roten Karte gegen Alessandro Bastoni (41. Minute) lange in Unterzahl. Beim Showdown vom Punkt vergaben zwei der drei italienischen Schützen.
Italien erlebt erneuten „Albtraum“
Nach dem Aus gegen Schweden vor der WM 2018 und der Blamage gegen Nordmazedonien 2022 wird auch der Abend von Zenica unrühmlich in Italiens langer Fußball-Historie eingehen. „Wie ein Albtraum“, kommentierte die „Gazzetta dello Sport“ nach der Pleite im Elfmeterschießen, der „Corriere della Sera“ schrieb: „Italienische Apokalypse! Die WM fällt für die Azzurri zum dritten Mal in Folge aus.“

Fans reagieren nach einem Elfmeterschießen am Ende des WM-Qualifikationsendspiels zwischen Bosnien und Italien in Zenica, Bosnien.
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Bosnien-Herzegowina um den am Ende verletzten Schalker Stürmer Edin Dzeko bekommt es nach dem emotionalen Triumph über den deutlichen Favoriten in der WM-Gruppe B mit der Schweiz, Katar und Co-Gastgeber Kanada zu tun.
Türkei schafft es zur WM
Neben Bosnien schafften auf den letzten Drücker auch die Türkei (1:0 gegen Kosovo), Tschechien (3:1 im Elfmeterschießen gegen Dänemark) und Schweden mit einem 3:2 gegen Polen um Starstürmer Robert Lewandowski den Sprung zum XXL-Turnier, das von 11. Juni bis 19. Juli in den USA, Mexiko und Kanada stattfindet. Erstmals werden 48 Nationen dabei sein.

Türkische Fans feiern auf den Kölner Ringen.
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Für die Türkei ist es die erste WM-Teilnahme seit 24 Jahren. Bei seinem bisher letzten Turnier in Südkorea und Japan war das Team um die türkische Stürmer-Legende Hakan Sükür im Sommer 2002 als Außenseiter angetreten. Die Mannschaft schaffte es trotzdem bis ins Halbfinale und holte nach einem 3:2 gegen Co-Gastgeber Südkorea den dritten Platz.
Türkische Fans feiern in Berlin und NRW
Entsprechend groß fällt nun die Freude aus. Hunderte türkische Fans feierten ihre Mannschaft etwa auf den Straßen in Berlin. Am Kurfürstendamm waren in der Nacht auf Mittwoch viele Anhänger der türkischen Mannschaft mit Fahnen und in Autokorsos unterwegs.
Autokorsos wurden auch in Nordrhein-Westfalen gemeldet. In Essen und Dortmund feierten türkische und bosnische Fans die WM-Teilnahme ihrer Mannschaften ausgelassen. Auch in Köln wurde gefeiert. Nach Polizeiangaben blieb es dabei friedlich, es habe lediglich vereinzelt Anrufe und Beschwerden wegen Ruhestörung gegeben.
47 Teilnehmer stehen fest
Damit stehen 47 Teilnehmer für das Turnier vom 11. Juni bis 19. Juli in den USA, Mexiko und Kanada fest. Die Demokratische Republik Kongo setzte sich gegen Jamaika durch, den letzten Teilnehmer ermitteln am Mittwochmorgen der Irak und Bolivien (5.00 Uhr/DAZN).
Überraschend gescheitert sind unterdessen die Dänen. Pavel Sulc (3.) und Ladislav Krejci (100.) hatten Tschechien jeweils in Führung gebracht, Dänemark kämpfte sich durch Tore von Joachim Andersen (73.) und Kasper Högh (111.) in das Elfmeterschießen. Dort vergaben gleich drei Dänen einen Elfmeter, nur Christian Eriksen traf – Tschechien siegte vom Punkt mit 3:1.
Das Team um den dieses Mal eingewechselten Eriksen hatte bereits im Herbst in der Gruppenphase das sicher geglaubte Direktticket in letzter Minute verspielt und nun fünf Jahre nach dem EM-Halbfinaleinzug das WM-Ticket verpasst. (das/dpa)
