Köln – Den Termin, den der internationale Radsport-Kalender für die 103. Austragung von „Rund um Köln“ offen gelassen ist, hätte sicher günstiger liegen können.
Der Giro d'Italia läuft parallel und zieht neben der ganz großen Aufmerksamkeit eben auch die Top-Fahrer an. Eine Terminierung, die die Liste der Favoriten für die 206,6 Kilometer lange Strecke des Kölner Radklassikers am Sonntag zwar kürzer werden lässt, Spannung und Überraschungen aber keinesfalls ausschließt.
Sprintankunft im Rheinauhafen?
Wie in den Vorjahren stellt sich die Frage, ob es im Feld der 136 Fahrer aus 20 Teams einen erfolgreichen Ausreißversuch oder eine Sprintankunft im Rheinauhafen geben wird. Sollte es auf der anspruchsvollen Tour durch das Bergische Land eine gelungene Attacke geben, dürfte Nils Politt ganz vorne landen.
Schon 2018 hatte sich der 25-jährige Kölner aus dem Team Katusha Chancen auf den ersten deutschen Sieg seit Christian Knees im Jahr 2006 ausgerechnet. In diesem Jahrsicherlich auch, denn Politt kommt immerhin mit der Empfehlung eines zweiten Platzes bei Paris-Roubaix nach Köln.
Deutsche Hoffnungen auf Rick Zabel
2018 kam anders. Im Ziel hatte Sam Bennett die Nase im Massensprint vor. Der Ire vom deutschen Rennstall Bora-hansgrohe holte sich nach 2014 seinen zweiten Sieg bei „Rund um Köln“ und geht am Sonntag als Top-Favorit mit der Startnummer „1“ auf die Jagd nach seinem dritten Erfolg. Es gibt einiges, das auch diesmal für den 28-Jährigen spricht. Nicht nur, dass er weiß, wie man in Köln gewinnt, Bennett befindet sich zudem in bestechender Form. Sechs Siege sammelte er 2019 bereits, zwei davon bei der Fernfahrt Paris-Nizza.
Die deutschen Hoffnungen bei einer möglichen Sprintentscheidung ruhen in erster Linie auf Rick Zabel. Der 25-jährige Teamkollege von Nils Politt hofft dabei auf eine breite Unterstützungen seiner Mannschaft, in der unter anderem der ehemalige Stunden-Weltrekordler Alex Dowsett aus Großbritannien fährt.
Für eine Überraschung wären die jungen deutschen Teams zuständig, die neben den beiden Profi-Rennställen in kompletter Stärke bei „Rund um Köln“ an der Startlinie stehen. „Unser Rennen ist eine der größten Bühnen, die sie bekommen – und das ist ja auch unser Konzept. Geschenke gibt es für die Favoriten sicher keiner“, erklärt Rennleiter Alexander Donike.
