FIFA-Präsident Gianni Infantino erhält nun auch aus seiner Schweizer Heimat keine Unterstützung für eine Wiederwahl.
Abfuhr aus der HeimatSchweiz zieht Unterstützung für FIFA-Präsident Infantino zurück
Der Schweizerische Fußballverband zieht seine Unterstützung für den in der Schweiz geborenen FIFA-Präsidenten Gianni Infantino zurück. Das beschloss der Zentralvorstand des SFV. Im Juni dieses Jahres hatte der Verband noch erklärt, die Kandidatur des Amtsinhabers zu unterstützen.
„Der Schweizerische Fußballverband erwartet von der Führung der FIFA höchste Standards in Bezug auf Transparenz, Nachvollziehbarkeit und institutionelle Verantwortung“, erklärte SFV-Präsident Peter Knäbel.
Infantino steht seit Monaten unter Druck
Er bezog sich auf ein Schreiben Infantinos an alle Nationalverbände, in dem dieser seinen Gegnern erstmals Gespräche angeboten hatte über mögliche Reformen in der FIFA.
Knäbel, einst auch mal Direktor Profi-Fußball beim Hamburger SV und Sportvorstand beim FC Schalke 04, sprach von einem wichtigen Signal der FIFA und Schritten, die zu Verbesserungen beitragen könnten.
„Gleichzeitig bleiben zentrale Fragen zu den Hintergründen, Verantwortlichkeiten und Entscheidungsprozessen offen. Da diese nicht überzeugend geklärt sind, können wir eine weitere Unterstützung der Kandidatur von Gianni Infantino nicht verantworten.“
Der Entscheid des Zentralvorstands folge einer umfassenden Neubewertung der Entwicklungen der vergangenen Monate, hieß es in der Mitteilung. Infantino war unter anderem wegen der WM-Investorenpläne im Sommer massiv unter Druck geraten, auch der Führungsstil des 56-Jährigen wird von Teilen der Fußball-Welt scharf kritisiert.
Im März kommenden Jahres steht die Wahl zum FIFA-Präsidenten an. Von einem Verzicht auf eine Kandidatur für eine vierte Amtszeit war in Infantinos Schreiben nicht die Rede gewesen. (dpa/red)
