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Spitzenspiel der 3. LigaDer Höhenberger Höhenflug ist kein Zufall

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Antreiber: Viktoria-Torjäger Niklas Castelle (l.)

Der FC Viktoria Köln stellt beim 1:1 im Topspiel in Duisburg unter Beweis, dass mit ihm zu rechnen ist. Ihr Saisonziel wollen die Höhenberger aber vorerst nicht nach oben korrigieren.

Marian Wilhelm klang fast schon andächtig. Er sei „sehr glücklich“, berichtete der Trainer des FC Viktoria Köln nach dem 1:1 (0:1) beim MSV Duisburg, „dass wir Teil eines Spitzenspiels sein durften“. Noch glücklicher stimmte ihn die Art und Weise, wie seine junge Mannschaft dem Drittliga-Primus eine gerechte Punkteteilung abgerungen hatte. „Bei uns geht keiner auf den Platz, um sich hinten reinzustellen und die Punkte irgendwie mitzunehmen. Wir spielen Fußball, weil es Spaß und Freude macht. Das ist unser Spiel. Umso stolzer bin ich, dass die Jungs das auch in diesem Stadion und unter diesen schwierigen Bedingungen unter Beweis gestellt haben“, lobte Wilhelm.

Mit dem überzeugenden Auftritt beim Tabellenführer lieferte der Überraschungszweite aus Höhenberg einen weiteren Nachweis dafür, dass seine Zugehörigkeit zur Spitzengruppe kein Zufallsprodukt darstellt. „Alle Punkte, die wir eingefahren haben, waren mehr als verdient“, erklärte Sportvorstand Franz Wunderlich, der seine Mannschaft auch vor den mehr als 25.000 Zuschauern in Duisburg mindestens auf Augenhöhe sah: „Ich bin richtig stolz, wie souverän wir das gemacht haben. Es war eine sehr reife Leistung. Wir hatten das Spiel mit Ausnahme der Phase rund um das Gegentor komplett im Griff.“

Wir werden immer erwachsener. Es war ein Spitzenspiel, das den Namen verdient hat.
Marian Wilhelm, Trainer Viktoria Köln

Nach dem Traumtor von Conor Noß (28.) blieb die Viktoria trotz glitschigen Geläufs geduldig und glich durch Taylan Duman verdient aus (74.). „Ich habe größten Respekt davor, wie wir nach dem 0:1 drangeblieben sind und weiter die Überzeugung für unser Spiel hatten“, freute sich Wilhelm, der einen Reifeprozess erkennt: „Wir werden immer erwachsener. Es war ein Spitzenspiel, das den Namen verdient hat.“

Zur Belohnung vergrößerten die Kölner ihren Vorsprung auf den Tabellendritten RW Essen auf zwei Punkte. 20 Zähler nach zehn Spielen seien „herausragend, eine Top-Ausbeute“, frohlockte Franz Wunderlich. Für die Ausrufung eines neuen Saisonziels sei es aber noch „zu früh“. Das sieht auch Marian Wilhelm so: „Es ist zu diesem Zeitpunkt der Saison vollkommen müßig, sich darüber Gedanken zu machen“, trat der Coach auf die Euphoriebremse. „Unser Ziel sind grundsätzlich 45 Punkte, die haben wir noch nicht. Mit 20 Punkten sind wir aber auf einem ganz guten Weg.“ Nichtsdestotrotz haben die Kölner Gefallen daran gefunden, aus der Rolle des Außenseiters heraus die namhaft besetzte Spitzengruppe aufzumischen. „Wir sind ehrgeizig, machen uns aber keinen Druck“, sagte Sportvorstand Wunderlich, der selbstbewusst anfügte: „Wir wollen gierig bleiben. Die Jungs spüren, dass sie mit jedem Gegner mithalten können.“