Bonner Basketballer gewinnen dank Steigerung beim Rebound – Alijah Comithier wird mit 22 Punkten Topscorer der Partie
2026 beginnt gutBaskets ringen Bamberg mit Kraftakt nieder

Bonns Alijah Comithier setzt sich gegen Bambergs Zachary Ensminger (oben rechts, links) und Moritz Krimmer (rechts) durch.
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Als die Telekom Baskets Bonn nach 26 Minuten mit 45:53 gegen die Bamberg Baskets zurücklagen und sich die Fehler häuften, drohte ihnen eine Niederlage. Doch dank eines Kraftakts verpassten sie der Begegnung vor 5941 Zuschauern noch eine Wende und feierten im direkten Duell mit einem Konkurrenten im Kampf um die Playoff-Plätze einen 76:74 (21:22, 15:14, 19:23, 21:15)-Erfolg. Lohn für den dritten Sieg in Serie ist der fünfte Platz.
Wieder an Bord der Bonner war Alijah Comithier, den zuletzt noch Adduktorenprobleme geplagt hatten. Ansonsten vertraute Trainer Marko Stankovic seiner üblichen Starting five mit Grayson Murphy, Joel Aminu, Jeff Garrett, Tylan Birts und Mike Kessens. Die Partie nahm sofort Fahrt auf, das Tempo war auf beiden Seiten hoch, Fast-Break-Punkte waren das Ziel. Darunter litten jedoch auf beiden Seiten die Wurfquoten.
Für Stimmung auf den Rängen sorgte Kur Jongkuch, der Demarcus Demonia spektakulär blockte. Auch nach dem 17:11 (6.) blieben die Teams auf dem Gaspedal. Lücken beim Bonner Defensiv-Rebound erlaubten Bamberg einen Führungswechsel zum 19:17 (9.) und den Gewinn der Viertels (22:21).
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In den zweiten zehn Minuten gingen die Gastgeber wieder beherzter zur Sache. Etwas Neues hatte sich Stankovic einfallen lassen, der seinen kränkelnden Big Men Kessens und Jongkuch gleichzeitig eine Pause gönnen wollte. Dafür versuchte sich Patrick Heckmann als Fünfer. Nach dem 31:25 (15.) für Bonn sorgten unnötige Ballverluste für das 31:32 (17.). Stankovic nahm eine Auszeit und lobte seine Spieler erst einmal für deren starke Defensive, monierte aber das Rebounding unter dem eigenen Brett.
Es folgte ein sehenswerter Dunk von Demonia, der zuvor Heckmann vernascht hatte. Die Rheinländer verteidigten nun deutlich härter und enger, so dass das Spiel beim Pausensignal unentschieden stand (36:36): „Wir haben aus unseren Ballgewinnen zu wenig Kapital geschlagen, um jetzt vorne zu liegen“, gestand der Bonner Coach.
Im dritten Abschnitt übernahmen die Gäste das Kommando. Wild entschlossen kauften sie den Magentafarbenen den Schneid ab und gingen wieder in Führung (44:38, 22.). In dieser Phase waren die Hausherren, für die erneut Heckmann als Big Man agierte, drauf und dran, die Partie wegzuwerfen. Nichts war zu sehen von einer bissigen Defense, im Angriff fehlte der Spielfluss. Nach dem 40:48 (25.) zog Stankovic die Reißleine und nahm eine Auszeit, in der er eine simple, aber berechtige Frage stellte: „Wir sollen wir so Spiele gewinnen?“
Anscheinend traf er der damit den wunden Punkt seiner Mannschaft, die fortan gleich mehrere Gänge nach oben schaltete. Vergessen waren das vorangegangene Fehlerfestival, die Konzentrationsschwächen und Fehlwürfe – Joel Aminu, der zuvor zweimal überzeugt hatte, blieb blass und hatte zu diesem Zeitpunkt bereits achtmal ohne Erfolg abgeschlossen. Er sollte komplett leer ausgehen.
Doch nun zeigten die Bonner, was in ihnen steckt. Mit Jongkuch als Center machten sie aus einem 45:53 (26.) dank eines glänzend aufgelegten Comithier ein 55:59 (30.) zur Viertelpause.
Langsam kehrte aufgrund der verbesserten Verteidigung auch der Lauf in der Offense zurück. Jeff Garrett eroberte die Führung mit einem Dreier zurück (60:59, 33.), so dass Bambergs Coach Anton Gavel eine Auszeit nahm. Die Gäste kamen zurück aufs Parkett und schenkten den gegnerischen Baskets in Person von Ibi Watson und Zachary Ensminger, dem Sohn der Bonner Legende Chris Ensminger (2009 bis 2013), fünf Zähler in Folge ein und lagen wieder in Front (64:63, 34.). Insgesamt wechselte die Führung in den 40 Minuten 14 Mal – ein Zeichen für den ausgeglichenen Verlauf zwischen zwei Teams auf Augenhöhe.
Birts traf zum 66:64 (35.) und läutete die spannende Schlussphase ein. Die Hausherren fanden in der Crunchtime den Schlüssel zum Sieg: den Offensiv-Rebound. Entschlossen gingen sie ihren Würfen nach, ackerten intensiv unter dem Bamberger Korb und verdienten sich das 73:66 (38.). Doch die Franken gaben sich nicht auf und setzten zu einem Comeback an. Die Bonner ließen zu viele Chancen aus, um den Sack vorzeitig zuzumachen. So konnte Cobe Williams 30 Sekunden vor Schluss von der Freiwurflinie auf zwei Zähler verkürzen (74:72).
Dieses Nervenspiel setzte sich fort, nun musste Comithier an die Linie. Doch auch er behielt die Nerven und verwandelte beide Versuche zum 76:72. Die Uhr tickte für die Stankovic-Truppe herunter, Watson verkürzte per Korblegen auf zwei Punkte.
Nun schickten die Bamberger Kessens an die Linie. Der Baskets-Kapitän vergab beide Freiwürfe elf Sekunden vor Schluss, angelte sich aber den Offensiv-Rebound – den 22. und letzten der Begegnung. Allerdings erlaubte er sich dann einen Fehlpass. Die Gäste schalteten um, und Moritz Krimmer schloss per Dreier zum möglichen Sieg ab. Als dein Versuch das Ziel verfehlte und die Schlusssirene ertönte, brach Jubel im Telekom Dome aus.
Topscorer Comithier bezeichnete den knappen Sieg als „harte Arbeit“, bevor er zu den Fans entschwand und die Humba anstimmen durfte. Stankovic hatte seinen Anteil am Erfolg, da er in der Kabine die richtigen Impulse gab: „Es war für beide ein wichtiges Spiel, das bis zum Schluss sehr eng war. Es war vielleicht nicht die schönste Partie, aber sicherlich sehr interessant. Es gab 14 Führungswechsel, zehnmal war das Spiel ausgeglichen. In der ersten Halbzeit konnten wir nicht zufrieden mit unseren Ballverlusten und unserer Transition-Defense sein. Wir hatten zu viele leichtfertige Ballverluste, die direkt zu Bamberger Fast-Break-Punkten geführt haben. Auch unser Rebounding war in der ersten Hälfte nicht gut genug. Das haben wir in der Halbzeitpause thematisiert und anschließend 16 unserer insgesamt 22 Offensiv-Rebounds im zweiten Durchgang gesammelt. Mein Team hat heute viel investiert, um das Spiel zu gewinnen, auch wenn wir am Ende etwas Glück hatten, dass Bamberg den letzten Wurf nicht getroffen hat.“
Weiter geht es dann am Sonntag um 18 Uhr mit dem Gastspiel beim FC Bayern.
Bonn (Punkte/Dreier): Comithier (22), Garrett (17/3), Birts (13/3), Murphy (11), Kessens (7), Cooks (4), Heckmann (2), Aminu, Jongkuch; Rebounds: 47 (Kessens 10); Assists: 13 (Murphy 7); Ballverluste: 15; Trefferquote Feld: 41,1 % (30/73); Dreierquote: 22,2 % (6/27).
Bamberg (Punkte/Dreier): Demonia (17/2), Onu (10), Krimmer (10/2), Balint (8/2), Watson (8), Williams (7), Keppeler (7), Ensminger (5/1), Crowley (2); Rebounds: 35 (Demonia 8); Assists: 13; Ballverluste: 12; Trefferquote Feld: 41,2 % (28/68); Dreierquote: 22,6 % (7/31).
