Die Bonner verlieren ein umkämpftes Spiel bei den Seawolves in Rostock mit 92:98 − 17 Führungswechsel sorgen für Spannung am 2. Weihnachtstag
Nur zu achtDen Telekom Baskets geht in Rostock am Ende der Sprit aus

Noah Kirkwood (vorne) kam auf elf Punkte und sechs Assists, konnte die Pleite an der Nordseeküste aber nicht verhindern.
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Nach dem überzeugenden Heimsieg drei Tage zuvor gegen Hamburg (108:94) mussten die Telekom Baskets am 2. Weihnachtstag prompt einen Rückschlag hinnehmen, als sie sich bei den Rostock Seawolfes eine 92:98 (24:30, 27:21, 22:19, 19:28)-Niederlage einhandelten und dadurch vorerst aus den Play-off-Rängen rutschten.
Den Bonnern schwanden dabei in der Endphase der Partie sichtlich die Kräfte, weil sie personell durch Verletzungen dezimiert (Harald Frey und Benedikt Turudic fehlten) nur mit einer Acht-Mann-Rotation antreten konnten und auch die achtstündige Busfahrt noch in den Knochen hatten.
So hatten sie nicht mehr genug zuzusetzen, als die Gastgeber ihnen nach 33 Minuten die Führung abnahmen und dann bis zum Ende verteidigten. „Das soll aber keine Entschuldigung sein“, betonte Sam Griesel: „Wir wollten unbedingt den Sieg mitnehmen, dazu fehlten uns aber sechs Punkte“, wollte er die Strapazen nicht als Grund der Niederlage gelten lassen.
„Wir wussten, dass wir einen harten Dezember vor uns haben würden. Aber wir haben verloren, weil wir unseren taktischen Plan nicht gut genug umsetzen konnten“, erklärte Griesel weiter, der nach dem Ausfall von Frey mehr Spielzeit als sonst im Spielaufbau erhielt und mit 17 Punkten sein bislang bestes Spiel im Baskets-Trikot ablieferte.
Vor allem im zweiten Viertel trumpfte der 23-jährige Deutsch-Amerikaner auf, als er in dem Abschnitt zehn Punkte erzielte und dabei entscheidend daran beteiligt war, die Partie zu drehen. Denn die Bonner sahen sich nach 13 Minuten einem Elf-Punkte-Rückstand gegenüber (28:39, 13. Minute), erzwangen dann aber mit einer klaren Steigerung in der Defense einen 20:7-Lauf zur eigenen 48:46-Führung (19.).
Nach dem ausgeglichenen 51:51-Pausenstand konnte sich bis zum Ende kein Team entscheidend absetzen – insgesamt 17 Führungswechsel geben ein Zeugnis dieses verbissenen Kampfes. Danach konnten die Bonner über das gesamte dritte Viertel eine knappe Führung verteidigen, sich aber nie entscheidend absetzen. Mehrfach schossen sie einen Fünf-Punkte-Vorsprung heraus (56:51, 63:58, 70:65 und im Schlussviertel 75:70), Rostock blieb aber immer in Schlagdistanz und riss die Führung mit einem 8:0-Lauf zum 78:75 (33.) wieder an sich.
Mit einem Vier-Punkte-Spiel von Brian Fobbs (Dreier plus Bonusfreiwurf) konnten die Baskets ein letztes Mal zum 79:78 kontern (34.), danach verteidigten die Seawolves ihre Führung bis ins Ziel, da den Baskets in den Schlussminuten der Sprit ausging und die kurze Rotation ihren Tribut forderte: In der Defense waren die Bonner nicht mehr schnell genug und vergaben allein sieben Versuche an der Freiwurflinie. Trainer Roel Moors kritisierte vor allem die Abwehr: „Wir haben uns defensiv zu viele Fehler erlaubt. Wir sind dank unseres offensiven Talents lange im Spiel geblieben, aber am Ende hatten wir das Nachsehen.“
Nach der erneut achtstündigen Rückfahrt hat die Truppe von Cheftrainer Roel Moors nur anderthalb Tage Zeit, sich auf das nächste Spiel am Freitagabend (29.12.) vorzubereiten. Dann gastiert mit den Bamberg Baskets der frühere Serienmeister im Telekom Dome (20 Uhr).
Baskets (Punkte/3er): Flagg (2), Griesel (17/3), Watson (22/3), Fobbs (16/3), Pape (11/1), Kirkwood (11/3), Sengfelder (8), Kennedy (5); Rebounds: 26 (Flagg 4, Sengfelder 4); Assists: 17 (Watson 6, Kirkwood 6); Trefferquote Feld: 48 % (31/64); Dreierquote: 35 % (13/37); Freiwurfquote: 71 % (17/24).
Rostock (Punkte/3er): Carter (4), Clark (13/2), Goodwin (17), Lockett (8), Amaize (10/1), Kolo, Gloger (8), Theis (6/2), Bradley (10/2), Alston (22/5); Rebounds: 27 (Bradley 5); Assists: 23 (Clark 7); Trefferquote Feld: 65 % (34/52); Dreierquote: 57 % (12/21); Freiwurfquote: 86 % (18/21).
