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Sieg gegen BraunschweigTelekom Baskets gelingt erneut ein tolles Comeback

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Bonns Co-Trainer Chris O’Shea vertrat den erkrankten Headcoach Will Voigt.

Braunschweig/Bonn – Die Telekom Baskets bleiben auf dem Vormarsch: Die Bonner landeten am Mittwochabend den zweiten Auswärtssieg innerhalb von vier Tagen, als sie beim punktgleichen Tabellennachbarn Löwen Braunschweig in einem Krimi mit 94:93 (22:22, 17:33, 26:15, 29:23) die Punkte entführten. Dabei gelang ihnen erneut das Kunststück, ein Spiel nach hohem Rückstand noch aus dem Feuer zu reißen. Schon am Sonntag hatten sie dank der enormen Steigerung in der zweiten Halbzeit mit 83:73 in Würzburg triumphiert, diesmal drehten sie einen 18-Punkte-Rückstand (39:52, 21.).

Chefcoach Will Voigt fehlte wegen Virus-Infekt

„Wir wissen, dass wir immer eine Chance haben, zurückzukommen, wenn wir weiterkämpfen“, sagte Alex Hamilton nach dem Spiel. Es sei mental sicher ein Vorteil gewesen, dass sie gerade eine Aufholjagd erfolgreich abgeschlossen hatten: „Wir mögen diese Situationen nicht, aber sie machen uns auch stark.“

Mit dem Sieg schlossen die Baskets, bei denen Chefcoach Will Voigt wegen eines Virusinfekts (kein Corona) fehlte und von Co-Trainer Chris O’Shea vertreten wurde, zu den Play-off-Verfolgern Frankfurt, Göttingen und Bayreuth auf. Das Quartett liegt punktgleich mit 20:30-Punkten auf den Plätzen neun, zehn, elf und zwölf hinter Bamberg, das mit acht Minuspunkten Vorsprung den achten und letzten Play-off-Platz einnimmt.

Das Auftaktviertel verlief noch absolut ausgeglichen, allein siebenmal wechselte die Führung. Aber es zeigte sich schnell ein grundsätzliche Unterschied zwischen beiden Teams: Während die Bonner bemüht waren, zum Korb zu ziehen, um die Punkte direkt zu machen oder Freiwürfe zu ziehen, verlegten sich die Hausherren aufs Dreierschießen. Von ihren 22 Punkten im ersten Viertel erzielten sie 18 mit sechs Fernschüssen, während den Baskets kein einziger Dreier gelang.

Schlampige Abwehr gegen Braunschweigs Fernschützen

Das blieb auch im zweiten Durchgang so, in dem Braunschweig sich nach dem 26:26 (12. Minute) mit einem 10:2-Lauf zum 36:28 erstmals lösen konnte. Erst danach traf Strahinja Micovic nach 15 Minuten endlich den ersten Distanzschuss der Gäste – es sollte aber bis zur Pause der einzige bleiben.

Ganz anders die Braunschweiger Löwen, die am Viertelende spektakulär aufdrehten: Mit vier weiteren Dreiern in Folge und einer 12:0-Serie schraubten sie die Führung zur Pause auf 55:39. Die Baskets, bei denen nur Alex Hamilton mit 15 Punkten in der ersten Halbzeit wirkungsvolle Gegenwehr leistete, erleichterten dies aber auch durch eine schlampige Abwehrarbeit: Immer wieder standen die Braunschweiger Schützen mutterseelenallein an der 6,75-m-Linie und konnten unbedrängt Maß nehmen.

So war angesichts eines 18-Punkte-Rückstands nach 21 Minuten (39:57) die Frage: Würden die Baskets, die am Sonntag einen 16-Punkte-Rückstand drehen konnten, zu einem ähnlichen Comeback in der Lage sein?

Die Bonner kamen nach dem Seitenwechsel zumindest mit deutlich mehr Energie und Engagement aufs Feld. Vor allem Chris Babb zeigte jetzt Leaderqualitäten, machte elf Punkte im dritten Durchgang und sorgte dafür, dass der Braunschweiger Vorsprung Stück für Stück schmolz. Er traf auch nach 27 Minuten den zweiten Bonner Dreier, vor dem Schlussviertel waren die Baskets beim 65:70 wieder auf fünf Punkte dran.

Spannung bis zur letzten Sekunde

Und als Bonns Topscorer Strahinja Micovic, der 19 seiner 23 Punkte in der zweiten Halbzeit erzielte, den dritten Bonner Fernschuss zum 68:70 (31.) verwandelte, waren die Baskets endgültig in Schlagdistanz. Sie hatten endlich auch in der Defense den nötigen Biss und blieben im Rebound überlegen.

In der Folge stand die Partie auf des Messers Schneide. Hamilton gelang der Ausgleich zum 85:85 (38.). Braunschweig zog wieder auf 87:93 weg, aber Babb hielt 32 Sekunden vor Schluss die Bonner Hoffnungen per Dreier zum 90:93 am Leben. Nach Freiwürfen von Isaiah Philmore (92:93) brachte Micovic sein Team per Tipp-In drei Sekunden vor Schluss 94:93 in Front. Als der letzte Dreier von James Robinson sein Ziel verfehlt, endet die Partie im kollektiven Bonner Jubel.

Am Ostersonntag steigt im Telekom Dome der Klassiker gegen Titelverteidiger ALBA Berlin, der als Tabellenzweiter erst vier Niederlagen kassiert hat. Die Bonner gehen sicher als Außenseiter in die Partie, zumal sie in der laufenden Saison schon zweimal gegen den Hauptstadtclub verloren haben: Im Gruppenspiel des BBL-Pokals gab es in Bonn mit 82:90 ebenso eine Niederlage wie im Hinspiel der Meisterschaft, als die Baskets sich mit 74:97 beugen mussten.

Baskets (Punkte/3er): Hamilton (22/1), Pollard (2), Thompson (6), Micovic (23/3), Hudson (6), Babb (20/2), DiLeo (8), Kratzer, Philmore (7); Rebounds: 32 (Kratzer 7); Assists: 11 (Babb 6); Trefferquote Feld: 62 % (33/53); Dreierquote: 33 % (6/18); Freiwurfquote: 81 % (22/27). Braunschweig (Punkte/3er): Wank (7/1), Zeeb (6/2), van Slooten, Robinson (21/5), Peterka (9/1), Velicka (18/4), Schilling (11), Jallow (18/3), Turudic (3); Rebounds: 22 (Turudic 6); Assists: 19 (Velicka 9); Trefferquote Feld: 48 % (29/60); Dreierquote: 43 % (16/37); Freiwurfquote: 82% (19/23).