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Telekom BasketsBruderkampf gerät zu einer Demütigung für den Gegner

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Baba Baskets_Heidelberg_Delany

Point Forward Finn Delany (l.) kommt für die Baskets auf beim Kantersieg auf zehn Zähler. 

Bonn – Über den vielbeschworenen finnischen Bruderkampf zwischen den Trainern Tuomas und Joonas Iisalo wollte nach dieser denkwürdigen Partie keiner der Beteiligten reden. Dazu waren Verlauf und Ausgang zu eindeutig – brutal eindeutig. Denn die Telekom Baskets überrollten die Academics Heidelberg am Samstagabend mit solch einer Konsequenz, dass keiner dieses 98:65 (30:13, 20:15, 28:17, 20:20)-Debakel auch noch mit der Person des Coaches verbinden wollte.

Dass die Chancenlosigkeit seiner Truppe den Gästetrainer tief getroffen hatte, war auch so nicht zu übersehen: „Das war extrem enttäuschend. Wir sind hinterhergelaufen wie kopflose Hühner, viel mehr ist dazu nicht zu sagen“, gab Joonas Iisalo in der Pressekonferenz mit bleichem Gesicht und tonloser Stimme zu Protokoll.Er hatte seinem Bruder auf dem Feld mit einem kurzen Händedruck gratuliert, Tuomas Iisalo nahm dies genauso zurückhaltend entgegen und versagte sich jede Geste des Triumphes. Er lobte aber seine Truppe, die nach ihrem fünften Sieg in Folge mit ALBA Berlin an der Tabellenspitze steht: „Das war die beste Vorstellung dieser Saison. Ein Grund dafür war, dass wir zum ersten Mal eine normale Trainingswoche hinter uns hatten, in der wir an den Grundlagen arbeiten konnten.“

Krasse Leistungsunterschiede zu sehen

Vor allem in der ersten Halbzeit war der Leistungsunterschied krass. Die Baskets, die als „Frühaufsteher“ der Liga in drei der vier bisherigen Spielen schon im ersten Viertel einen zweistelligen Vorsprung herausgeschossen hatten, legten vor 5304 Zuschauern erneut los wie die Feuerwehr: Nach nur sechs Minuten lagen sie mit 19:6 vorne, bis zur 30:13-Führung am Viertelende hatten sie schon fünf Dreier bei fünf Würfen getroffen – die Gäste dagegen nur einen bei neun Versuchen.

Auch sonst waren die Gäste heillos unterlegen: Sieben Baskets punkteten zweistellig, bei Heidelberg nur einer, sie gaben 26 Assists, Heidelberg nur sechs, und das Reboundduell ging mit 41:25 an die Hausherren. Neben Leon Kratzer, der mit 10 Punkten und 10 Rebounds ein Double-Double erzielte, hatte daran auch Michael Kessens mit 7 Rebounds großen Anteil, der nach seinem Handbruch erstmals in dieser Saison zum Einsatz kam. Ein Double-Double verbuchte auch Spielmacher TJ Shorts mit 11 Punkten und 11 Assists.

Diese Überlegenheit schlug sich in einem rasant wachsenden Vorsprung nieder: Beim 46:26 waren es 20 Punkte (18.), der 30-Punkte-Abstand wurde in einem 13:0-Lauf im dritten Viertel überwunden, als die Baskets das Ergebnis von 58:33 auf 71:33 hochschraubten. Nach dieser 38-Punkte-Differenz gingen die Bonner vom Gas – und verzichteten darauf, die 100-Punkte-Marke zu knacken oder den Abstand auf mehr als 40 Punkte auszudehnen – das Spiel war auch so für Joonas Iisalo Demütigung genug.

Wegen einer Länderspielpause haben die Baskets ihre nächste Partie erst in zwei Wochen (19.11.), wenn sie bei den Hamburg Towers antreten. Die haben vier der ersten fünf Spiele gewonnen, darunter in Bamberg (76:66) und gegen München (81:78).

Baskets (Punkte/3er): Shorts (11/2), Ward (13), Ensminger, Kessens (5), Herrera (12/2), Tadda (3/1), Malcolm (14/1), Morgan (16/3), Kratzer (10), Williams (4), Delany (10/2); Rebounds: 41 (Kratzer 10, Kessens 7); Assists: 26 (Shorts 11); Trefferquote Feld: 60 % (38/63); Dreierquote: 48 % (11/23); Freiwurfquote: 69 % (11/16).
Heidelberg (Punkte/3er): Herzog (3), Würzner (2), Ely (7/1), Lasisi (7/1), Ugrai (8), Kesteloot (9/2), Vargas (3/1), Edwardsson (5/1), Washington (18/3), Davis (3); Rebounds: 25 (Kesteloot 4); Assists: 6 (Washington 4); Trefferquote Feld: 33 % (20/61); Dreierquote: 24 % (9/37); Freiwurfquote: 80 % (16/20).