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Telekom Baskets gegen HamburgTrainer Iisalo nimmt sich von Kritik nicht aus

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Spieler und Trainer forderten die Zuschauer auf, die Baskets zum Champions-League-Spiel nach Strasbourg zu begleiten.

Spieler und Trainer forderten die Zuschauer auf, die Baskets zum Champions-League-Spiel nach Strasbourg zu begleiten.

Der Baskets-Coach beklagt nach dem mühsamen 76:66 über Hamburg den mangelnden Fokus des Teams.

 Sebastian Herrera brachte es kurz und knapp auf den Punkt: „Wir haben uns schwergetan, aber ein Arbeitssieg zählt trotzdem“, sagte der Deutsch-Chilene in Diensten der Telekom Baskets nach dem mühsamen 76:66 (20:16, 25:21, 13:14, 18:15)-Erfolg am Samstagabend über die Hamburg Towers. Dass Herrera mit drei Dreiern verantwortlich war für 60 Prozent der Bonner Distanztreffer, entlarvt die Probleme der Baskets: Sie hatten insgesamt nur fünf Dreier bei 28 Würfen, was die  magere Quote von nur 18 Prozent bedeutet.

Baskets treffen im gesamten Spiel nur fünf Dreier

So mussten die 6000 Zuschauer im ausverkauften Telekom Dome bis ins Schlussviertel hinein bangen, ehe die Bonner ihre Tabellenführung mit dem elften Bundesligasieg in Folge verteidigt und ihre makellose Heimbilanz auf 13 Spiele ohne Niederlage gesteigert hatten. Die Partie gegen den Tabellenfünfzehnten war von Beginn an alles andere als ein Leckerbissen – dazu hatten beide mit Trefferquoten von 42 Prozent (Bonn) und gar nur 34 Prozent (Hamburg) offensiv ganz schwache Tage erwischt. Dass die Truppe von Baskets-Coach Tuomas Iisalo in der ersten Halbzeit dennoch einen zweistelligen Vorsprung herausarbeiten konnte (40:30, 18.), war nicht von Dauer. Denn nach dem Seitenwechsel geriet die Bonner Offensive noch weiter ins Stottern, die Gäste arbeiteten sich wieder bis auf einen Zähler heran (50:49, 26.). „Im dritten Viertel war es ein sehr schwieriges Spiel für uns, als wir das Gefühl hatten, dass einfach nichts reingeht“, kommentierte Iisalo diese kritische Phase.

Deshalb kamen zwei Distanztreffer einer Erlösung für Team und Fans gleich: TJ Shorts, der mit 21 Punkten, 9 Assists, 4 Rebounds und 4 Steals wieder der große Leitwolf der Baskets war, versenkte am Ende des dritten Abschnitts einen Dreier zum 58:51,  und Herrera ebnete mit seinem Schuss zum 64:53 (35.) endgültig den Weg zum Sieg.

Champions League bei den Baskets schon im Hinterkopf

Iisalo sah die Ursache für den holprigen Auftritt auch darin, dass die Spieler schon das Viertelfinale in der Champions League am Mittwoch gegen Strasbourg im Hinterkopf hatten: „Ich hatte  zum ersten Mal in dieser Saison das Gefühl, dass wir nicht zu 100 Prozent fokussiert waren. Ich kann das verstehen, aber nicht akzeptieren.“ Der immer so kühl analysierende Finne überraschte damit, dass er sich selbst von der Kritik nicht ausnahm: „Wenn nur ein Spieler nicht fokussiert ist, dann liegt es an diesem Spieler. Aber wenn es die ganze Mannschaft betrifft, dann muss man ehrlich sagen, dass der Trainer seinen Job nicht gut genug gemacht hat.“

Im kollektiven Jubel nach Spielende zeigte sich erneut, wie sehr die Mannschaft auf die Duelle mit Strasbourg brennt: Spieler und Betreuer enthüllten vor den Tribünen ein großes Transparent mit der Aufschrift „Alle nach Strasbourg“ – sie wollten möglichst viele Fans animieren, die Mannschaft zum Auswärtsspiel am 11. April (Dienstag) ins Elsass zu begleiten.


Baskets (Punkte/3er): Shorts (21/1), Ward (7), Ensminger, Kessens (5), Herrera (10/3), Tadda (6), Malcolm (8), Hawkins (13/1), Kratzer (5), Williams (1); Rebounds: 42 (Kessens 6, Ward 5, Kratzer); Assists: 11 (Shorts 9); Trefferquote Feld: 42 % (45/60); Dreierquote: 18 % (5/28); Freiwurfquote: 75 % (21/28).

Hamburg (Punkte/3er): Schoormann (2), Polite (4), Philipps (2), Meisner (4), Samar (9/2), Hinrichs (12/2), Taylor (17/2), Wohlfahrt-Bottermann (4), Childs (12), Hoffmann; Rebounds: 39 (Meisner 6, Wohlfahrt-Bottermann 6, Childs 6); Assists: 13; Trefferquote Feld: 34 % (22/64); Dreierquote: 24 % (6/25); Freiwurfquote: 70 % (16/23).