Wettbewerbsübergreifend blieben die Bonner damit zum 15. Mal hintereinander ungeschlagen.
Telekom Baskets siegen knappShorts rettet den 81:79-Erfolg in Chemnitz mit brillanten Einzelaktionen

Sprungwurf über den Gegenspieler hinweg: TJ Shorts entschied die Partie am Ende mit solchen Einzelaktionen.
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Es war eine der schwächsten Vorstellungen der Telekom Baskets in dieser Saison, sie ließen allein zwölf Freiwürfe ungenutzt, trafen nur fünf Dreier und lagen über 39 der 40 Minuten mit bis zu 17 Punkten in Rückstand. Aber dann zeigte sich eben, dass dies eine besondere Truppe ist, die in diesem Jahr etwas Besonderes erreichen will: Sie riss die Partie bei den Niners Chemnitz in den Schlusssekunden noch aus dem Feuer und landete am Sonntagnachmittag mit 81:79 (20:24, 22:22, 22:24, 17:9) den neunten Bundesligasieg in Folge – wettbewerbsübergreifend blieben die Bonner sogar zum 15. Mal hintereinander ungeschlagen.
Telekom Baskets sind schon für Play-offs qualifiziert
Freud und Leid lagen dabei ganz nah beieinander: Die Niners, die das beste Spiel seit Wochen zeigten, kassierten schon die siebte Niederlage in Serie, die Play-offs rücken für sie in immer weitere Ferne, während die Bonner sich schon jetzt, zehn Spieltage vor Schluss, für die K.o.-Spiele im Mai qualifiziert haben. Entscheidender Mann war einmal mehr Bonns Spielmacher TJ Shorts: Bei einem 75:77-Rückstand zwei Minuten vor Schluss übernahm er die Verantwortung, zog dreimal zum Korb, glich aus und markierte mit dem 79:77 die erste Bonner Führung im gesamten Spiel.
Auch den Siegwurf zum 81:79 traf er mit einem seiner hohen Floater über den Gegenspieler hinweg – diese Würfe sind praktisch nicht zu verteidigen. „Am Ende des Spiels musst du halt die Big Plays machen“, erklärte Shorts im TV-Interview: „Es war ein starker Gegner, und es ist ein schwerer Ort, um zu gewinnen“, so Shorts weiter. Es war im dritten Anlauf erst der erste Bonner Sieg in Chemnitz, das in der dritten Saison in der Bundesliga spielt.
Baskets liegen im zweiten Viertel 17 Punkte zurück
Den Hausherren war von der ersten Sekunde an anzumerken, dass sie mit aller Macht zurück in die Erfolgsspur drängten. Sie machten offensiv viel Druck, trafen gut aus der Distanz. Die Bonner dagegen konnten ihre sonstige Dominanz nicht entwickeln und fanden auch defensiv zunächst kein Rezept. Als sie zudem schon in der ersten Halbzeit sechs von zehn Freiwürfen ausließen, lagen sie Mitte des zweiten Viertels plötzlich mit 17 Punkten in Rückstand (27:44, 16.).
Erst danach fingen sie sich, starteten noch vor der Pause eine Aufholjagd und verkürzten mit einem 15:2-Lauf auf 42:46. Als dann Leon Kratzer direkt nach dem Seitenwechsel ausglich (46:46), rechneten viele damit, dass die Baskets sich jetzt auch zügig absetzen würden. Aber Chemnitz zeigte mentale Stärke und zog erneut auf acht Punkte weg (62:54, 28.). Davon zehrte Chemnitz bis um Ende – bis T.J. Shorts den Unterschied machte.
Zwie BBl-Heimspiele vor Championslague gegen Straßbourg
Das Champions-League-Viertelfinale zwischen den Baskets und Strasbourg ist nun genau terminiert: Es beginnt am Mittwoch, 5. April, zu Hause (20 Uhr), am Dienstag, 11. April, folgt das Rückspiel bei den Franzosen (20 Uhr), ein eventuelles Entscheidungsspiel ist am Dienstag, 18. April, wieder in Bonn (20 Uhr). Zuvor haben die Baskets noch zwei BBL-Heimspiele: Am Mittwoch gegen die Riesen Ludwigsburg, gegen die sie im Hinspiel eine von nur zwei Niederlagen kassierten, am Samstag gegen Hamburg.
Baskets (Punkte/3er): Shorts (23), Ensminger (2), Kessens (3), Herrera (12/2), Tadda (8/2), Malcolm (6), Hawkins (7/1), Kratzer (10), Williams (4), Delany (6); Rebounds: 37 (Kessens 6, Kratzer 5); Assists: 15 (Shorts 8); Trefferquote Feld: 51 % (32/63); Dreierquote: 21 % (5/24); Freiwurfquote: 50 % (12/24). Chemnitz (Punkte/3er): Weidemann (6/2), Uguak (6), Osborne (10), George (8/2), Clark (16/3), Velicka (7/1), Susinskas (10/2), Lockhart (4/1), Yebo (12); Rebounds: 36 (Osborn 7, George 7); Assists: 18 (Susinskas 6); Trefferquote Feld: 40 % (25/63); Dreierquote: 31 % (11/35); Freiwurfquote: 86 % (18/21). (bm)
