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Telekom BasketsSpiel gegen Heidelberg wird zum Trainerduell der Iisalo-Brüder

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Zwischen den Trainern Michael (l.) und Stefan Koch kam es zwischen 2005 und 2014 immer wieder zu Bruderkämpfen.

Bonn – In der Basketball-Bundesliga trafen immer wieder Brüder als Spieler aufeinander. Etwa 2019 Bonns TJ DiLeo und Max DiLeo (Hamburg); oder 2018 Michael Stockton (Göttingen) und David Stockton (Bayreuth), die Söhne von NBA-Legende John Stockton. Bruder-Duelle zwischen Chefcoaches waren dagegen selten – es gibt dafür ja auch nur 18 Planstellen in der BBL.

Aber zwischen Michael Koch, 2005 bis 2013 Baskets-Coach, und seinem älteren Bruder Stefan kam es von 2005 bis 2012 zu acht Bruderkämpfen. Dabei blieb Stefan als Trainer von Gießen in vier Spielen sieglos, mit Quakenbrück erreichte er eine 2:2-Bilanz. 2014 kam es zur letzten Begegnung, als Michael in Bayreuth und Stefan in Würzburg Trainer war. Inzwischen ist Stefan ein angesehener TV-Kommentator (Magenta-Sport).

Wenn am Samstag die Telekom Baskets die Academics Heidelberg empfangen (20.30 Uhr, Telekom Dome), kommt es wieder zu einem Bruderduell: Bonns Headcoach Tuomas Iisalo (40) muss sich seines vier Jahre jüngeren Bruders Joonas Iisalo erwehren, der beim Vorjahresaufsteiger im Sommer seinen ersten Job als Chef eines BBL-Teams antrat. Was die Sache noch pikanter macht: Bis Juni war Joonas Co-Trainer seines Bruders, zuletzt in Bonn, davor seit 2019 in Crailsheim – da wird der Assistent jetzt zum Kontrahenten mit enormem Insider-Wissen.

Denn er kennt Arbeitsweise und -stil, Temperament und taktische Vorlieben des Bruders aus der unmittelbaren Zusammenarbeit. Allerdings: Das gilt umgekehrt genauso. So ist es fast ausgeschlossen, dass es noch Geheimnisse zwischen beiden geben kann. Die Frage, wer aus diesem strategischen Patt die größeren Vorteile ziehen kann, macht einen Großteil des Reizes dieser Paarung aus.

Bonns Spielmacher TJ Shorts spielt für Nordmazedonien

Auf dem Papier ist die Rollenverteilung eindeutig: Die Baskets sind Favorit und peilen den fünften Sieg im fünften Spiel an. Heidelberg hat aber mit drei Siegen gegen Frankfurt (93:90), Oldenburg (102:94 n.V.) und im Pokal in Braunschweig (85:84 n.V.) große Qualitäten in der Crunchtime bewiesen, als sie zweimal in der Verlängerung gewannen. Besonders der Sieg über Oldenburg hat das Selbstvertrauen enorm gestärkt: „Oldenburg ist eines der Teams mit einem hohen Etat. Wenn wir so jemanden schlagen, muss man zufrieden sein“, sagte Joonas Iisalo.

Die Baskets werden also auf eine hochmotivierte Truppe treffen, in der gegen Oldenburg sechs Spieler zweistellig punkteten – genau wie die Bonner beim 94:85 gegen Göttingen. Verbal gab es weitere Übereinstimmungen: Heidelbergs Geschäftsführer Matthias Lautenschläger lobte die Tugenden seiner Truppe („Wir haben Charakter bewiesen, das war überragend“) genauso wie Tuomas Iisalo die seiner Baskets: „Alle unsere Spieler spielen mit sehr hoher Intensität und mit viel Selbstbewusstsein.“ Heidelbergs Power Forward Max Ugrai dachte schon an die nächste Aufgabe. „Dieser Heimerfolg gibt uns einen emotionalen Schub. Jetzt erwartet uns am Samstag in Bonn ein bisschen so etwas wie die Meisterprüfung.“

Wenn nach dem Spiel die BBL-Saison für ein Länderspiel-Fenster unterbrochen wird, wird auch Baskets-Spielmacher TJ Shorts ein anderes Trikot überstreifen: Er kann ab sofort für das Nationalteam Nordmazedoniens auflaufen, das gegen Norwegen und Dänemark Vor-Qualifikationsspiele für die Europameisterschaft 2025 bestreitet.