Über New York, dem Ort des WM-Endspiels am Sonntag, lag tagelang Rauch – ausgelöst durch brennende Wälder in Kanada.
„Absolut inakzeptabel“Trump wütet vor WM-Finale wegen Waldbränden gegen Kanada

Donald Trump (l.) und Gianni Infantino mit dem Fifa-WM-Pokal im Trump Tower in New York
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Obwohl Donald Trump erst beim Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft am Sonntag (19. Juli) in New York persönlich im Stadion sein wird, sonnt sich der US-Präsident seit Wochen und Monaten im Glanz des sportlichen Mega-Events und nutzt es auch innenpolitisch für seine Zwecke. So schafften es Menschenrechtsverletzungen gegen Immigranten in den Wochen der WM weniger in die Schlagzeilen als zu normalen Zeiten.
Am Sonntagabend will Trump den Pokal an Argentinien oder Spanien nun persönlich übergeben, ungeachtet der Gefahr von Pfiffen vom internationalen Publikum. Spätestens mit seiner persönlichen Intervention bei Fifa-Präsident Gianni Infantino nach der Roten Karte von US-Stürmer Folarin Balogun hatte er es sich auch bei Fußballfans verscherzt.

Toronto am 15. Juli 2026
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Ausgerechnet Waldbrände in Kanada könnten den großen Auftritt von Trump im MetLife-Stadium allerdings gefährden. In ganz Kanada wüten derzeit (Stand Samstag, 17. Juli) mehr als 950 Feuer. Rund 241 dieser Brände sind außer Kontrolle. Die Luftqualität ist in Teilen des Landes massiv eingeschränkt. In Ontario, das an den Nordosten der USA grenzt, gibt es fast 200 Waldbrände, die bereits mehr Land verwüstet haben als alle Brände des letzten Jahres zusammen. Viele Menschen mussten aus ihren Wohnorten evakuiert werden, und in der Hauptstadt Toronto war die Luftqualität zeitweise katastrophal, es wurden offizielle Warnungen ausgesprochen.
Der Rauch von den kanadischen Waldbränden gigantischen Ausmaßes zieht auch in den Nordosten der USA und macht sich beispielsweise in New York bemerkbar. Seit Dienstag war die Stadt von Rauch eingehüllt, die Luftqualität ließ auch hier zu wünschen übrig. In anderen Städten wie Philadelphia und Cleveland war es noch schlimmer. Die Katastrophenschutzbehörde von New York gab für Dienstag bis Donnerstag die Alarmstufe Rot aus und forderte die Einwohner auf, nur in absolut notwendigen Fällen Häuser und Wohnungen zu verlassen.

Rauch verhüllt die Freiheitsstatue in New York.
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Die Freiheitsstatue war vorübergehend nicht zu sehen, viele Flüge vom Flughafen Newark in New Jersey mussten gestrichen werden.
Trump beschimpft Kanada und droht Zölle an
Seit Freitag verbesserte sich die Situation in New York allmählich, nun drohten allerdings Gewitter und Unwetter. Präsident Trump sah sich derweil offenbar zu einem aggressiven Auftreten gegenüber Kanada genötigt. „Die Vereinigten Staaten werden unnötigerweise von schmutziger, verschmutzter und ungesunder Luft heimgesucht, deren Qualität gefährlich und absolut inakzeptabel ist!“, ereiferte sich Trump auf Truth Social. Das Nachbarland würde die „grundlegende Waldpflege“ vernachlässigen. Daher wolle er die „Kosten der Verschmutzung“ zwangsläufig zu den Zöllen, die Kanada zahlt, hinzufügen, so Trump weiter. Er wolle Kanadas Premierminister Mark Carney deswegen anrufen.
Zuvor hatten kanadische Politiker bereits ähnliche Anschuldigungen von Trumps republikanischen Parteifreunden, Kanada würde nicht genug in Waldbrandprävention investieren, gekontert. „Anstatt sich zu beschweren, sollten Sie vielleicht Unterstützung und Hilfe anbieten“, sagte der Premierminister von Ontario, Doug Ford, laut „Guardian“ in Richtung USA. Premierminister Mark Carney erklärte: „Der Kampf gegen den Klimawandel ist die Verantwortung aller Länder, einschließlich der Vereinigten Staaten.“
Carney kontert Trump regelmäßig
Ohnehin zeigte sich Carney, der seit März 2025 als Nachfolger von Justin Trudeau im Amt ist, in der Vergangenheit relativ unbeeindruckt von Trumps Wutausbrüchen. Bei seinem Antrittsbesuch im Weißen Haus im Mai 2025 betonte der Premier Kanadas Unabhängigkeit – entgegen den zuvor immer wieder von Trump verkündeten territorialen Ambitionen der USA. Es gebe „einige Orte, die niemals zum Verkauf stehen“, sagte er beim Treffen in Washington, als Trump entsprechende Anspielungen machte. Dazu gehörten das Weiße Haus, der Buckingham-Palast oder eben auch Kanada.
Beim Weltwirtschaftsforum Anfang 2026 in Davos hielt Carney eine berühmt gewordene Rede, in der er die westliche Welt vor einem „Ende einer angenehmen Fiktion“ und dem „Beginn einer brutalen Realität“ mit hegemonialen Bestrebungen von Großmächten warnte. Obwohl er Trump und dessen Griff nach Grönland nicht direkt erwähnte, fühlte dieser sich persönlich angegriffen und lud Kanada prompt vom neuen „Board of Peace“ für Gaza aus.
Auf Stahl, Aluminium und Autos aus Kanada werden in den USA 15 bis 25 Prozent Strafzölle fällig. Trump drohte darüber hinaus, 100 Prozent Zölle auf alle kanadischen Waren zu verhängen, falls Kanada ein Handelsabkommen mit China schließen würde. Carney hatte im Januar Peking besucht, seitdem wurden die Handelsbeziehungen zwischen den Staaten ausgebaut. Dass aufgrund der Waldbrände nun eine Zollerhöhung kommt, ist unterdessen eher unwahrscheinlich.
