Der Drittligist verpasst mit dem 2:2 gegen Großaspach eine noch bessere Ausgangslage für das Topspiel in Duisburg. Trainer Marian Wilhelm sieht in dem bitteren Spielverlauf einen Lernprozess.
Vereinsrekord verpasstViktoria Köln hadert mit sich selbst

Enttäuschte Kölner um Verteidiger Meiko Sponsel (2.v.l.)
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Tobias Eisenhuth hockte nach dem Schlusspfiff auf dem Rasen, sein Blick wanderte ins Leere. Aus dem Gesicht des Abwehrmannes von Viktoria Köln sprachen Ratlosigkeit und Enttäuschung. Das 2:2 (2:0) gegen die SG Sonnenhof Großaspach fühlte sich für den Tabellenzweiten der 3. Liga wie eine Niederlage an. Lange Zeit hatten die Kölner die Partie fast nach Belieben dominiert, um am Ende doch nur mit einem Punkt dazustehen. „Es fühlt sich heute schwer an“, sagte Trainer Marian Wilhelm.
Der Punktverlust gegen den Aufsteiger stellte für das Überraschungsteam der bisherigen Saison eine vertane Chance dar, und das gleich in doppeltem Sinne. Durch zwei späte Gegentore ließen die Kölner den fünften Sieg in Folge leichtfertig liegen – dabei war der vereinseigene Drittliga-Rekord bereits in greifbarer Nähe. Obendrein verpasste der FC Viktoria die Gelegenheit, vor dem Gipfeltreffen bei Spitzenreiter MSV Duisburg (Sonntag, 16.30 Uhr) ein kleines Polster aufzubauen. Mit einem Sieg wäre der Vorsprung auf den vierten Platz auf sechs Punkte angewachsen.
Wir hätten Großaspach in der ersten Halbzeit den Hals umdrehen müssen.
Die Kölner hatten zunächst groß aufgespielt und durch die sechsten Saisontore von Niklas Castelle (5.) und Lucas Wolf (11.) früh mit 2:0 geführt. „Wir haben den Gegner in den ersten 30, 35 Minuten zerlegt“, erklärte Sportvorstand Franz Wunderlich, dessen Mannschaft über Chancen für ein halbes Dutzend Tore verfügte. „Wir hätten Großaspach in der ersten Halbzeit den Hals umdrehen müssen.“
Kölns Chancenwucher holte die Schwaben zurück in die Partie. Nach dem Anschlusstreffer von Fabian Eisele (70.) verloren die Gastgeber völlig den Zugriff. Der späte Ausgleich durch Loris Maier (88.) fiel folgerichtig. Zwei Minuten zuvor hatte Viktoria-Torwart Arne Schulz noch einen Foulelfmeter von Eisele abwehren können. „Am Ende waren wir tot, die kurze Pause hat uns nicht gutgetan“, verwies Wunderlich auf die kräftezehrende Englische Woche.
Marian Wilhelm bewertete den bitteren Spielverlauf als Teil eines Lernprozesses für seine junge Elf. „Es ist wichtig, in stressigen Phasen am Ende des Spiels ruhig, klar und beim Plan zu bleiben. Daraus werden wir für die nächsten Wochen viel mitnehmen“, meinte Viktorias Trainer. Viel Zeit, Trübsal zu blasen, bleibt den Kölnern nicht. Schon am Sonntag steigt vor großer Kulisse das Topspiel an der Wedau. „Ein Highlight“, sagte Sportchef Wunderlich. „Dafür spielt man Fußball.“