Die Leihgabe von Borussia Mönchengladbach spricht über den fulminanten Saisonstart des Höhenberger Drittligisten, seine Ziele und die Krise der Fohlenelf.
Viktoria Kölns Zugang Niklas Swider„Ich möchte Taktgeber sein“

Mittelfeldspieler Niklas Swider (19) hat mit dem Überraschungsteam Viktoria Köln allen Grund zum Jubeln.
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Herr Swider, Hand aufs Herz: Hätten Sie es für möglich gehalten, nach zehn Spieltagen mit Viktoria Köln auf einem Aufstiegsplatz zu stehen?
Ehrlich gesagt hätte ich nicht gedacht, dass wir oben mitspielen. Umso schöner fühlt sich der zweite Platz an. Ich hoffe natürlich, dass es so weiter geht (schmunzelt).
Viktoria hat den besten Drittliga-Start der Vereinsgeschichte hingelegt. Was zeichnet die Mannschaft aus?
Wir verstehen uns auf und neben dem Platz sehr gut. Die Teamchemie passt einfach. Wir verbringen gerne viel Zeit miteinander und haben immer Bock, auch im Training. Wir können uns wirklich nicht beklagen, wie es gerade läuft.
Das 1:1 im Topspiel beim MSV Duisburg war ein weiterer Qualitätsnachweis. Wie hat es sich angefühlt, auswärts vor 25.000 Zuschauern zu bestehen?
Es war ein sehr geiles Gefühl, vor so vielen Zuschauern in Duisburg zu spielen. Nach dem Unentschieden gegen Großaspach hatten wir uns vorgenommen, wieder eine Schippe draufzulegen. Wir wussten, dass ein brutaler Gegner auf uns zukommt. Wir haben gut dagegengehalten und unser Spiel durchgezogen.
Die Mannschaft strotzt nach außen hin vor Selbstvertrauen. Wie nehmen Sie das Team in der Innenwirkung wahr?
Wir sind alle sehr selbstbewusst, aber nicht abgehoben. Alles andere würde auch nicht zum Verein und seinem Umfeld passen. Wir haben einen guten Zusammenhalt. Ich hoffe, dass das so bleibt.
Trauen Sie der Viktoria eine dauerhafte Rolle in der Spitzengruppe zu?
Ausschließen kann man das nicht. Ich traue es der Mannschaft auf jeden Fall zu. Wenn wir so weiterspielen, werden wir unsere Punkte einfahren.
Ist ein möglicher Aufstieg denn ein Thema in der Kabine?
Wenn man auf die Tabelle guckt, kann man natürlich träumen. Aber in der Kabine ist das kein Thema. Wir schauen von Spiel zu Spiel und versuchen, unsere Leistung jede Woche auf den Platz zu bekommen. Am Saisonende wissen wir mehr.
Wie erleben Sie Trainer Marian Wilhelm?
Marian hat einen sehr, sehr großen Anteil an unserem Erfolg. Er redet sehr viel mit uns, analysiert jedes Spiel sehr gut und geht tief in die Details, was wir gut gemacht haben oder noch besser machen können. Er vermittelt uns, in jedem Training Gas zu geben und keine fünf Prozent herunterzuschrauben. Gleichzeitig ist es ihm aber auch wichtig, dass der Spaß nicht zu kurz kommt.
Viktoria hat sich einen Namen als Ausbildungsklub gemacht. War das auch der Grund, warum Sie sich im Sommer für einen Wechsel nach Köln entschieden haben?
Natürlich hatte ich mir im Vorfeld Gedanken darüber gemacht, welcher Klub für eine Leihe infrage käme. Die Verantwortlichen der Viktoria haben mir eine Spielidee aufgezeigt, die sehr gut zu meinem Spielstil passt. Bis jetzt ist es ein sehr guter Schritt.
Sie sind im zentralen Mittelfeld gesetzt. Wie fällt Ihr persönliches Zwischenfazit aus?
Ich bin sehr zufrieden. Mein Ziel ist es, als junger Spieler im zentralen Mittelfeld eine gute Rolle zu übernehmen. Ich versuche, Woche für Woche meine Leistung abzurufen und das Team mitzunehmen. Ich möchte Taktgeber sein.
Sie sind aktueller U19-Nationalspieler. Welche Ziele verfolgen Sie auf DFB-Ebene?
Wer für den DFB spielt, möchte natürlich irgendwann für das A-Team auf dem Platz stehen. Davor kommen aber die Zwischenschritte. Das Wichtigste ist erstmal, gesund zu bleiben, im Verein die Spiele zu machen und Leistung zu zeigen. Und dann freue ich mich über jede Einladung, die vom DFB kommt.
Ihr Heimatklub Borussia Mönchengladbach steckt nach einem historischen Fehlstart in der Krise. Wie bewerten Sie die Lage bei Borussia?
Ich konzentriere mich voll und ganz auf die Viktoria, bekomme aber natürlich mit, was in Gladbach passiert. Ich stehe mit Rouven (Schröder, Borussias Sportdirektor; Anm. d. Red.) und ein paar Spielern im Austausch. Nach sechs Spieltagen sollte man den Kopf nicht in den Sand stecken. Ich bin mir sicher, dass der Verein stabil bleibt und bald die ersten Punkte kommen werden.
Am Samstag (14 Uhr) geht es zu Hause gegen den SC Verl. Wie schätzen Sie die Aufgabe ein?
Das wird auf jeden Fall eine sehr schwere Aufgabe. Verl agiert wie wir mit viel Ballbesitz. Ich erwarte ein Spiel auf Augenhöhe. Wenn wir aber unser Spiel durchziehen, bin ich guter Dinge, dass wir die drei Punkte einfahren.