Josimar José Évora Dias, genannt Vozinha, stand dem Sieg von Europameister Spanien gegen Kap Verde entgegen. Das Spiel hatte ungeahnte Folgen.
„Mein ganzes Leben gewartet“40-jähriger Keeper wird zum WM-Helden und bricht Instagram-Rekord

Vozinha ist völlig aufgelöst nach dem 0:0 seiner kapverdischen Mannschaft gegen Spanien.
Copyright: afp
Es hätte für Spanien eine klare Sache bei der Fußball-Weltmeisterschaft werden sollen: Laut Plan hätte der Europameister sein Auftaktspiel gegen Kap Verde klar gewonnen. Der kleine afrikanische Inselstaat hat nur gut eine halbe Million Einwohner, in Spanien gibt es dagegen allein fast 870.000 registrierte Fußballspieler. Schon die Qualifikation war für den WM-Neuling ein unglaublicher Erfolg.
Es kam allerdings ganz anders als erwartet, das erste Spiel in der Gruppe H wurde am Montag (15. Juni) zu einer großen Überraschung. Kap Verde schaffte ein 0:0 – und das lag nicht zuletzt an einer fast übermenschlichen Leistung des Torhüters. Josimar José Évora Dias, genannt Vozinha, parierte sieben Torschüsse der Spanier, fing vier Flanken ab und hatte 65 Ballkontakte. Er wurde anschließend zum „Man of the Match“ gekürt.
Vozinha ist der WM-Star des Tages
Beim Publikum sorgte die Verteidigungsleistung des vermeintlichen Underdogs für Begeisterung, besonders Vozinha wurde bejubelt. Nach dem Match wurde Vozinha gefeiert und zeigte sich in Tränen aufgelöst: „Ich habe mein ganzes Leben gewartet und von diesem Moment geträumt“, erklärte der Keeper in die Kameras. Vozinha ist schon 40 Jahre alt und spielt in der zweiten portugiesischen Liga. Sein Vertrag bei GD Chavez läuft bald aus.
Nicht nur im Stadion wurde der 40-Jährige zum Star, innerhalb kürzester Zeit mutierte er auch zum Social-Media-Phänomen. Gepusht von brasilianischen Internetsender CazéTV, der in der Halbzeit eine regelrechte Kampagne startete, schoss die Zahl von Vozinhas Instagram-Followern in astronomische Höhen. Vor dem Spiel waren es rund 50.000, eine halbe Stunde nach Abpfiff durchbrach Vozinha bereits die Marke von über 1,5 Millionen Menschen, die ihm in dem sozialen Netzwerk folgen. Mittlerweile hat sich der Hype komplett verselbständigt. Zwölf Stunden nach dem Spiel hat der Account von Josimar Dias 5,5 Millionen Follower.
Den Torhüter traf der Social-Media-Ruhm vollkommen unvorbereitet. Nach dem Spiel zeigte ihm eine Reporterin auf ihrem Smartphone die aktuellen Instagram-Zahlen – Vozinha konnte es ebenso wie seine Teamkollegen kaum fassen.
Vozinha berichtete sichtlich ergriffen, seine Mutter hätte leider nicht in Atlanta sein können. Visumprobleme mit den USA und finanzielle Hürden hätten das verhindert. Außerdem habe er in dem größten Moment seiner Karriere um seine Großeltern geweint, die beide nicht mehr am Leben seien. „Sie sind vor einigen Jahren gestorben. Sie waren alles für mich, alles für mein Leben“, so Vozinha.
Auch sein Spitzname, der auch auf seinem Trikot steht, stammt von seinen Großeltern, bei denen er größtenteils aufwuchs, da sein Vater beim Militär war und seine Mutter arbeitete. Auf Portugiesisch bedeutet Vozinha „Großmütterchen“.