Das WM-Aus heizt die Debatte um die Zukunft von Julian Nagelsmann an. Und natürlich wurde der WM-Experte und Ex-Trainer zu seinen Ambitionen befragt.
„Das ist eine Kuriosität“Klopp äußert sich nach WM-Debakel zur Bundestrainer-Frage

Jürgen Klopp, TV-Experte bei „MagentaTV“, ist nach dem DFB-Aus bei der WM im Gespräch mit Kollegin Tabea Kemme und Moderator Johannes B. Kerner.
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Schon seit langer Zeit gilt Jürgen Klopp (59) bei vielen Anhängern und Experten als Wunschkandidat für das Amt des Bundestrainers. Der ehemalige Coach, der Mainz 05, Borussia Dortmund und den FC Liverpool trainierte, war allerdings bislang nie verfügbar, wenn die Position vakant war. Nach dem Ausscheiden bei der WM könnte sich das nun ändern.
Als Julian Nagelsmann (38) im September 2023 das Amt antrat, war Klopp noch bei Liverpool unter Vertrag. Das Ausscheiden der deutschen Mannschaft bei der WM 2026 nach einer 3:4-Niederlage im Elfmeterschießen gegen Paraguay hat die Diskussion um Nagelsmanns Zukunft nun entfacht.
Schon vor Turnierbeginn stand der 38-Jährige wegen seiner Entscheidungen, etwa bei Personalien wie Deniz Undav oder Oliver Baumann im Zusammenhang mit der Rückkehr von Manuel Neuer, zeitweise in der Kritik. Der Druck auf den Bundestrainer ist durch die überraschende WM-Pleite im Sechzehntelfinale nun erheblich gestiegen.
Klopps Reaktion auf die Trainerfrage bei „MagentaTV“
Als TV-Experte bei „MagentaTV“ für die WM 2026 wurde Klopp (59) von Moderator Johannes B. Kerner (61) direkt nach dem Spiel gegen Paraguay auf das Thema angesprochen.
Kerner fragte ihn unumwunden: „Jürgen, auch wenn du unser „MagentaTV“-Experte bist, kann ich dir eine Frage nicht ersparen. Es gibt in Deutschland sehr viele Menschen, die sagen, Jürgen Klopp soll Bundestrainer werden. Was muss passieren, damit eine Situation entsteht, in der du überhaupt anfängst, darüber nachzudenken?“.
Zunächst reagierte Klopp ausweichend: „Da habe ich noch nicht drüber nachgedacht.“. Er verglich die Situation mit der eines Trainers nach einem verlorenen Finale der Champions League.
Anschließend äußerte sich Klopp detaillierter zu Kerners Anfrage und erklärte: „Ich verstehe, dass wenn über den Bundestrainer gesprochen wird, dass dann in irgendeiner Form mein Name genannt wird. Aber es ist nicht der Moment, um darüber wirklich zu sprechen und vor allem natürlich auch nicht mit mir. Das ist eine Kuriosität, dass ich jetzt hier stehe. Aber es gibt dazu nichts zu sagen.“
Tabea Kemme, seine Kollegin in der Expertenrunde, formulierte ihre Meinung deutlicher: „Wir können jetzt viel um den heißen Brei reden, aber wir brauchen eine Veränderung. Es muss nicht immer gleich der Head Coach sein. So können wir die nächste Dekade nicht gestalten.“.
Klopp pflichtete der ehemaligen Nationalspielerin bei und ergänzte: „Und da gebe ich dir recht. Es geht nicht immer nur darum, wer könnte das dann leiten. So viele Dinge müssen, glaube ich, angeschoben werden. Und dafür, nur dafür ist vielleicht jetzt die Situation genau die richtige.“. Seine abschließende Bemerkung zu diesem Thema war unmissverständlich: „Fakt ist, heute ist ein Tag, an dem Deutschland ausgeschieden ist. Es ist nicht der Moment, wo ich zumindest über die Personalie Jürgen Klopp nachdenke.“
Nagelsmann bekräftigt seinen Verbleib
Bereits im Laufe des Turniers hatten Äußerungen von Klopp selbst die Spekulationen befeuert. Vor dem Auftaktspiel gegen Curacao (7:1) sorgte der gebürtige Stuttgarter mit dem Satz für Aufsehen: „Zum Glück stellt Julian Nagelsmann die Mannschaft auf – noch.“. Für dieses „noch“ erntete er Kritik, woraufhin eine öffentliche Entschuldigung im Fernsehen an Nagelsmann folgte.
Julian Nagelsmann hegt seinerseits keine Rücktrittsgedanken. Sein Kontrakt beim DFB läuft bis 2028. Gegenüber dem ZDF äußerte er sich deutlich zu seiner Zukunft. „Ich stehe zur Verfügung. Wenn der DFB das möchte, mache ich die EM 2028. Und wenn nicht, müssen sie mir das sagen“, so die Worte des Bundestrainers, der auch in Rudi Völler weiter einen Fürsprecher hat. (red)

