Ein Sturz kostet Lea Meyer die EM-Medaille. Im TV-Interview rechnet sie danach knallhart mit Siegerin Gesa Krause ab.
Zoff nach EM-GoldMitstreiterin rechnet nach Sturz mit Gesa Krause ab

Während Gesa Krause über 3000 Meter Hindernis zum Sieg lief, stürzte Lea Meyer am Wassergraben und wurde Vierte.
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Ein Sturz kostet Läuferin Lea Meyer die Medaille bei den Europameisterschaften. Im TV-Interview macht sie ihrer Enttäuschung über Siegerin Gesa Krause Luft.
Für das deutsche Team lagen im 3000-Meter-Hindernislauf der Frauen Triumph und Tragödie dicht beisammen. Zwei Athletinnen feierten Medaillen, während die dritte Teilnehmerin eine große Enttäuschung erlebte: Gesa Krause sicherte sich ihren dritten Europameistertitel und Olivia Gürth errang die Bronzemedaille hinter der Französin Alice Finot. Lea Meyer hingegen stürzte kurz vor der Ziellinie und landete schließlich auf dem undankbaren vierten Rang.
Meyer äußert im ZDF scharfe Kritik an Krause
Die Enttäuschung saß sichtlich tief. Meyer verließ umgehend die Bahn, ohne ihren Teamkolleginnen zu gratulieren. Stattdessen gab sie dem ZDF ein Interview, das für erhebliches Aufsehen sorgte.
Sichtlich emotional und verärgert verlor Meyer in der Situation die Beherrschung. Sie ließ sich zu brisanten Äußerungen hinreißen, die eine tiefe Kluft zur Siegerin Krause offenbarten.
Zuerst meinte Meyer: „Wie soll’s mir gehen? Scheiße.“ Diese Reaktion ist nachvollziehbar, da sie nicht zum ersten Mal in einem bedeutenden Wettkampf stürzte. Auch bei der WM 2022 kam sie zu Fall. Anschließend fügte sie hinzu: „Ich sag’ ganz ehrlich: Ich behaupte, ich bin trotzdem die beste Hindernisläuferin Europas mit Elise (Thorner, Anm. d. Red.). Definitiv, zu 100 Prozent. Ich finde, ich hätte die Medaille verdient. Nichtsdestotrotz, so ein Sturz darf nicht passieren. Das ist dämlich.“
Danach attackierte sie Krause und die zweitplatzierte Französin direkt, weil diese sich nicht daran beteiligt hatten, Tempo zu machen: „Das ist einem ja bewusst: Gesa will keinen Meter was machen. Die sitzt das aus und rennt da hinten raus. Finot dasselbe, die ist nicht super fit.“
Meyer legte ein hohes Tempo vor, während unter anderem Krause ihr folgte, was zu einer frühen Zersplitterung des Feldes führte. Gürth hielt sich ebenfalls in der vorderen Gruppe. Das Rennen verlangsamte sich nach ungefähr zwei Kilometern, wurde strategischer und nahm ein dramatisches Ende. Krause hatte am Schluss den deutlich stärksten Endspurt.
Meyer trotzig: „Die beiden da vorne sind deutlich älter als ich“
Meyer erklärte, sie habe den Angriff ihrer Konkurrentinnen erwartet, sei dann aber nicht mehr mitgekommen. „Einfach doof. Trotzdem finde ich, heute haben die besten Wettkämpferinnen gewonnen. Spätestens in L.A. stehe ich als deutsche Rekordhalterin da.“ In Los Angeles finden in zwei Jahren die Olympischen Spiele statt. Aktuell gehört der deutsche Rekord noch Krause.
Die abschließenden Worte der 28-Jährigen klangen trotzig: „Ich bin schon zig Mal hingefallen. Eine Medaille wäre schön gewesen. Aber die beiden da vorne sind deutlich älter als ich. Olivia hat es auch verdient. Von daher: Alles Gute, mehr habe ich nicht zu sagen.“ Krause ist 34, die Französin Finot 35. (red)