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Ganze Dörfer begraben
Tote nach Sturzflut im Himalaja – Hunderte Touristen vermisst

3 min

Eine Sturzflut ergießt sich unvermittelt durch das Hochland im Himalaya. Videos zeigen eine schreckliche Katastrophe.

Eine heftige Sturzflut in Nepal hat nach Behördenangaben Dutzende Menschen das Leben gekostet. Bis Donnerstag wurden auf beiden Seiten der Grenze insgesamt 165 Tote geborgen. Zudem würden mehr als 1300 Menschen vermisst, darunter auch hunderte ausländische Touristen.

Dieses von RSS via Xinhua zur Verfügung gestellte Handout zeigt ein von Sturzfluten betroffenes Gebiet im Distrikt Nuwakot.

Dieses von RSS via Xinhua zur Verfügung gestellte Handout zeigt ein von Sturzfluten betroffenes Gebiet im Distrikt Nuwakot.

Auch nach Hunderten Touristen wird gesucht. Nach vorläufigem Stand gebe es von 384 Touristen kein Lebenszeichen, darunter 291 Ausländer aus Deutschland, den USA und Spanien, erklärte die nepalesische Tourismusbehörde am Mittwoch.

Auch deutsche Touristen vermisst – Auswärtiges Amt „in engem Kontakt“

Das Auswärtige Amt hatte zunächst keine Kenntnis von deutschen Staatsangehörigen unter den Betroffenen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der deutschen Botschaft in Kathmandu stünden mit den örtlichen Behörden „im engen Kontakt“, erfuhr AFP in Berlin. „Das gesamte Ausmaß der Sturzflut ist aktuell noch schwer abzuschätzen und die Lage in Nepal noch unübersichtlich“, erklärte das Auswärtige Amt. Es sei „leider mit sehr vielen Todesopfern zu rechnen“.

Ganze Häuser wurden von der Sturzflut in Nepals Distrikt Nuwakot mitgerissen.

Ganze Häuser wurden von der Sturzflut in Nepals Distrikt Nuwakot mitgerissen.

Nach Sturzfluten im nepalesischen Distrikt Nuwakot stehen beschädigte Häuser gefährlich nahe an den angeschwollenen, mit Treibgut verstopften Ufern des Trishuli-Flusses.

Nach Sturzfluten im nepalesischen Distrikt Nuwakot stehen beschädigte Häuser gefährlich nahe an den angeschwollenen, mit Treibgut verstopften Ufern des Trishuli-Flusses.

Nach Berichten der Zeitung „The Kathmandu Post“ und anderer nepalesischer Medien richteten die Wasser- und Schlammmassen große Zerstörungen in Ortschaften und an Infrastruktur entlang des Flusses Bhotekoshi an, der im Hochland von Tibet entspringt und die nepalesische Provinz Bagmati durchfließt. Unter anderem seien Häuser und Brücken zerstört oder beschädigt worden.

Wassermassen reißen Häuser mit sich – Gebäude in Schlamm versunken

Videoaufnahmen zeigten Wassermassen, die Häuser mit sich rissen, und in Schlamm versunkene Gebäude. Chinesische Staatsmedien berichteten über einen Erdrutsch im Grenzgebiet zu Nepal mit vielen Opfern.

Die Behörden arbeiteten daran, den Aufenthaltsort der Touristen zu klären, erklärte die Tourismusbehörde. Ein Polizeisprecher sagte der Nachrichtenagentur AFP, zunächst seien acht Leichen geborgen worden. Das Ausmaß der Katastrophe sei jedoch noch unklar.

Retter bringen eine völlig erschöpfte Frau in Sicherheit.

Retter bringen eine völlig erschöpfte Frau in Sicherheit.

„Ich habe gesehen, wie die Fluten acht oder neun Lastwagen mit sich rissen, außerdem Häuser und Menschen“, sagte der Lehrer Suman Chalise aus dem nepalesischen Bezirk Nuwakot. „Es war absolut entsetzlich. So eine Zerstörung habe ich noch nie gesehen.“ Die nepalesische Armee entsandte Hubschrauber und Rettungstrupps in die Katastrophenregion. Mehrere Fernstraßen waren blockiert.

Nepals Regierungschef Balendra Shah kündigte den Einsatz der Armee und weiterer Sicherheitskräfte für die Rettungsmaßnahmen an. Die Behörden gaben für die flussabwärts gelegenen Gebiete in dem Himalaya-Staat eine Katastrophenwarnung heraus. Unklar war zunächst, was die Sturzflut ausgelöst hat. Nicht ausgeschlossen wurde, dass ein sogenannter Gletscherseeausbruch dazu geführt haben könnte. Dabei entleert sich plötzlich ein Gletschersee in Form von Flutwellen.

Vermisste im Südwesten Tibets

Chinas staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete von Befürchtungen über zahlreiche Opfer und Vermisste am Grenzübergang im Kreis Gyirong im Südwesten der Region Tibet. Genauere Angaben lagen nicht vor.

Die Schlammlawine habe die Straßen zu dem Grenzübergang sowie die Stromzufuhr und Kommunikationsverbindungen abgeschnitten, berichtete Xinhua. Videoaufnahmen in sozialen Medien und Fotos zeigten, wie die braunen Schlammmassen das Flusstal überspülten.

Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping forderte, die Vermissten mit allen Mitteln zu suchen und Menschen in der Region in Sicherheit zu bringen, wie Xinhua meldete. Zudem mahnte er demnach, das Frühwarnsystem zu stärken. Xi gibt solche Anweisungen in der Regel nur bei besonders schweren Unglücken. Zudem schickte er mit Zhang Guoqing einen ranghohen Kader der Kommunistischen Partei in die betroffenen Region, um die Rettungsmaßnahmen zu überwachen. (dpa/afp/red)