US-Präsident Donald Trump sorgt mit seiner Innenraumgestaltung für Aufsehen. Im Weißen Haus ist ein Bild mit Wladimir Putin aufgetaucht.
Foto-Wirbel im Weißen HausTrump hängt Putin-Bild über eines mit seiner Enkelin – Empörung in Europa

Freude in Moskau: Ein Foto des Treffens von Kremlchef Wladimir Putin mit US-Präsident Donald Trump im letzten Jahr in Alaska hängt nun im Weißen Haus. (Archivbild)
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Dass US-Präsident Donald Trump einen gewissen Stolz auf seine angeblich gute Beziehung zu Kremlchef Wladimir Putin zeigt, ist nicht neu. Zuletzt schien die Stimmung zwischen Washington und Moskau jedoch verschlechtert – bei den von Trump angeregten Friedensgesprächen gibt es weiterhin keine nennenswerten Fortschritte. Moskau pocht zudem weiterhin auf erhebliche Gebietsgewinne in der Ukraine. Auch die russische Rhetorik hat sich kaum verändert – nahezu täglich gibt es neue Verbalattacken auf Europa. Trump hingegen bekommt nur spärlich Kritik aus Moskau zu hören.
Der US-Präsident scheint ebenfalls weiterhin zufrieden mit seinem Draht nach Moskau zu sein – und hat das offenbar noch einmal zum Ausdruck gebracht. Die PBS-Reporterin Elizabeth Landers berichtete nun von einem Foto, das diesen Eindruck unterstreichen kann. Die Journalistin veröffentlichte auf der Plattform X eine Aufnahme von einem gerahmten Foto von Trumps Treffen mit Putin im letzten Jahr, das ihren Angaben zufolge an einer Wand im Westflügel des Weißen Hauses aufgehängt wurde.
US-Reporterin berichtet über Foto von Trump und Putin
„Etwas, das mir in einem Vorraum auffiel, der den Westflügel mit der Residenz verbindet, und das ich zuvor noch nicht gesehen hatte: ein gerahmtes Foto von Präsident Trump und Präsident Putin bei ihrem Sommergipfel in Alaska“, schrieb Landers auf der Plattform X. „Das untere Foto zeigt Präsident Trump mit einem seiner Enkelkinder“, fügte sie hinzu.

Ein Foto des Treffens von Kremlchef Wladimir Putin mit US-Präsident Donald Trump im letzten Jahr in Alaska hängt nun im Weißen Haus. (Archivbild)
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Wann genau das Bild aufgehängt wurde, blieb zunächst unklar. Bei Trumps Enkelkind handelt es sich einem Bericht der britischen „Times“ zufolge indessen um Carolina Trump. Aufgenommen wurde es demnach auf dem Daytona International Speedway in Florida.
Freude in Russland: „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“
Die Herkunft der Aufnahme von Putin und Trump ist unterdessen offenkundig. Das Foto stammt vom Treffen der beiden Staatschefs im letzten August in Anchorage im Bundesstaat Alaska. Der US-Präsident hatte den Kremlchef dort mit rotem Teppich feierlich auf dem Flugfeld empfangen. Fortschritte hinsichtlich eines Friedens in der Ukraine wurden bei dem Gipfeltreffen unterdessen nicht erzielt.
Während die nun kursierenden Berichte über das im Weißen Haus aufgehängte Foto in Moskau für Freude sorgen, befeuern sie bei den Gegnern von Trumps Russlandpolitik die Kritik am US-Präsidenten. „Gut. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“, kommentierte etwa Putins Chefunterhändler Kirill Dmitrijew das Foto bei X.
„Foto des größten Kriegsverbrechers des 21. Jahrhunderts“
Anders lautete die Einschätzung im Baltikum, das sich immer wieder bedrohliche Worte aus Moskau anhören muss. „Wenn es stimmt, dass der US-Präsident es für angemessen hält, ein Foto des größten Kriegsverbrechers des 21. Jahrhunderts an die Wand des Weißen Hauses zu hängen, dann muss ein gerechter und dauerhafter Frieden wohl noch warten“, schrieb etwa Marko Mihkelson, der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des estnischen Parlaments, und fügte hinzu: „Unglücklicherweise.“
Der ukrainische Journalist Illja Ponomarenko fand noch deutlichere Worte. Putin habe Trump in Anchorage „öffentlich gedemütigt“ und auf der Weltbühne wie „einen kompletten Idioten“ aussehen lassen, schrieb Ponomarenko angesichts des Fotos aus dem Weißen Haus.
Trump und Putin: „Neben seinem Schwarm auf dem Podest“
Der Kremlchef habe Trump außerdem dazu gebracht, „amerikanische Soldaten ihm auf Knien den roten Teppich ausrollen“ zu lassen und die Gespräche mit seinen „wahnhaften pseudohistorischen Vorträgen“ erneut zum Scheitern gebracht. „Putin hat Trump (wieder einmal) absolut nichts gegeben, gegrinst und ist ohne Bankett vorzeitig nach Russland zurückgeflogen“, hieß es weiter von Ponomarenko.

US-Präsident Donald Trump begrüßt Kremlchef Wladimir Putin in Alaska. Die beiden Staatschefs trafen sich im August 2025 in Anchorage. Trump hat nun offenbar ein Foto von dem Treffen im Weißen Haus aufhängen lassen. (Archivbild)
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Dass Trump dennoch „einfach nur überglücklich“ sei, neben „seinem Schwarm auf dem Podest gestanden zu haben“, bezeichnete der Ukrainer zudem als Anzeichen für eine „Idiokratie“ und spielte damit auf den dystopischen Science-Fiction-Film „Idiocracy“ an, der eine geistig degenerierte Gesellschaft kurz vor ihrem Ende im Jahr 2505 portraitiert und einen gewissen Kultstatus erlangt hat.
Russland-Experte: „Putin lacht sich unterdessen über Trump tot“
Auch bei deutschen Russland-Experten fällt das Urteil angesichts Trumps gerahmtem Foto mit Putin eindeutig aus. „Putin lacht sich unterdessen über Trump tot“, schrieb etwa der Historiker Matthäus Wehowski bei X und fügte hinzu: „Der Kreml hat einen US-Präsidenten zur Verfügung, der sich mühelos manipulieren lässt.“
Während das Bild aus dem Weißen Haus die Runde macht, setzt Russland seine Angriffe auf die Ukraine unvermindert fort. Durch russische Drohnenangriffe sind in der Ukraine nach Behördenangaben an mehreren Orten Zivilisten getötet oder verletzt worden.
Schwierige Lage in der Ukraine: „Nur 1942 war es noch schlimmer“
In der Gemeinde Bilohorodka westlich von Kyjiw sei ein Elternpaar getötet worden, teilte die nationale Polizei auf Telegram mit. Das vierjährige Kind des Paares musste demnach verletzt behandelt werden. Daneben habe es drei weitere Verletzte gegeben. Im südlichen Gebiet Dnipropetrowsk wurde ein Mann getötet. Sieben Menschen wurden verletzt, wie Militärgouverneur Olexander Hanscha mitteilte. Auch Odessa am Schwarzen Meer wurde die zweite Nacht in Folge attackiert.
In Kyjiw spitzt sich die Lage unterdessen weiterhin zu. Russland hat in den vergangenen Wochen seine Angriffe auf die Strom- und Heizungsinfrastruktur verstärkt und die Einwohner der Hauptstadt in Dunkelheit und Kälte gestürzt. Um nicht zu erfrieren, müssen sie improvisieren. „Nur 1942 war es noch schlimmer“, sagte etwa Lidia Teletschuk der Nachrichtenagentur AFP. Seit dem Zweiten Weltkrieg habe sie nicht mehr derartig gefroren, erklärte die 91-Jährige.
Durch die russischen Angriffe gibt es vielerorts in der ukrainischen Hauptstadt derzeit weder Heizung noch warmes Wasser. Die Außentemperaturen sinken in der Ukraine derzeit auf bis zu minus 20 Grad. Auch in den Wohnungen ist es kalt, berichtete Teletschuk. In ihrem Wohnzimmer liege die Temperatur zwischen acht und elf Grad, berichtete die 91-Jährige. „Es ist schrecklich. Es wird schwer für uns, das zu überstehen.“

