US-Präsident Trump hat CNN ein Verbot fürs Weiße Haus erteilt. Dies fällt ihm nun auf die Füße.
TV-Sender ausgeschlossenTrump redet vergeblich gegen Hubschrauber an – Presse-Streit rächt sich

Donald Trump am Montag (21. September) bei der Einweihung des neuen Hubschrauberlandeplatzes auf dem South Lawn des Weißen Hauses
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US-Präsident Donald Trump wollte kritische Medien bestrafen und verbannte sie aus dem Weißen Haus. Dies hat sich allerdings umgehend gerächt: Bei einem Termin in Washington war Trump mit seinem Team weitgehend allein, keiner der großen Sender berichtete. In den USA wird dies als Beleg dafür gewertet, dass die Zensurstrategie des US-Präsidenten nach hinten losgeht.
Das war passiert: Trump eröffnete am Montag feierlich einen neuen Hubschrauberlandeplatz auf dem South Lawn des Weißen Hauses. Er schnitt symbolisch ein Absperrband durch. Offensichtlich hielt er auch eine Rede vor Mitarbeitenden in Schutzhelmen und Warnwesten. Was Trump genau sagte, blieb jedoch ein Rätsel, da keine TV-Sender anwesend waren und ihn mit einem Mikrofon ausstatteten.
Im offiziellen Live-Stream des Weißen Hauses war außer dem ohrenbetäubenden Dröhnen eines „Marine One“-Hubschraubers hinter Trump kaum etwas zu hören. Die Worte des US-Präsidenten blieben unverständlich.
Trump hatte am Freitag den Sendern CNN und MS NOW sowie dem Nachrichtenportal „Politico“ ab sofort den Zugang zum Weißen Haus verboten. Der US-Präsident warf ihnen vor, Falschnachrichten zu verbreiten. Kritiker sehen darin einen Einschüchterungsversuch und einen Angriff auf die Pressefreiheit.
CNN ist Teil des TV-Pools
Das Problem für Trump ist nun aber, dass CNN bislang Teil des sogenannten TV-Pools war: Mehrere große Sender wechselten sich dabei mit der technischen Begleitung des Präsidenten ab und teilten das Bildmaterial anschließend mit anderen Medien. Durch diese Rotation wurde sichergestellt, dass rund um die Uhr berichtet wird. Am Montag nun fiel CNN aus, und die anderen großen Fernsehsender weigerten sich einzuspringen. Dadurch entstanden die Lücken in der Berichterstattung.
Mehrere andere US-Medien kündigten ebenfalls an, sich nicht mehr an der Berichterstattung über Trump beteiligen zu wollen, darunter auch die „New York Times“ und die „Washington Post“. Folglich gab es keine TV-Bilder von Trump beim Einsteigen in die Air Force One oder bei seiner Ankunft in New York zur Teilnahme an der UN-Generalversammlung.
Trump startet „Trump TV“
CNN reichte am Montag gemeinsam mit MS Now und „Politico“ vor einem Bundesgericht in Washington, D.C., Klage gegen das Trump-Verbot ein. Ein Richter ordnete anschließend an, dass das US-Justizministerium bis Dienstag auf den Antrag der Medien auf eine einstweilige Verfügung gegen das Verbot antworten solle.
Trump rechtfertigte sein Verbot am Montag bei Truth Social: Das Weiße Haus führe „keinen Angriff auf die freie Presse durch“, teilte Trump mit, das sei ihm wichtig zu betonen. Es handele sich um einen Angriff auf „Fake News“, die sich „wie ein Krebsgeschwür in unseren geliebten Vereinigten Staaten von Amerika ausgebreitet“ hätten. Dies würde sogar die nationale Sicherheit bedrohen.
Als Reaktion auf die Auseinandersetzung mit den Sendern und die Boykotte startete das Weiße Haus „Trump TV“ auf YouTube. Der Livestream soll die „wichtigsten Momente der Trump-Regierung“ abbilden, heißt es dort. „Top-Videos, bedeutende Reden und unverzichtbare Höhepunkte“ gebe es zu sehen. Die öffentliche Kritik an dieser Form der „Staatsmedien“ ist jedoch groß.
