Jens Spahn ist nach massivem Druck aus der eigenen Partei zurückgetreten. Kanzler Merz spricht von einem „richtigen“ Schritt.
Leihmutter-AffäreUnionsfraktionschef Jens Spahn tritt zurück – Merz äußert sich

Jens Spahn ist als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zurückgetreten. (Archivbild)
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Unionsfraktionschef Jens Spahn tritt angesichts der Debatte um seine Elternschaft mit Hilfe einer Leihmutter in den USA zurück. Das geht aus einem Schreiben Spahns an die Mitglieder der CDU/CSU-Fraktion hervor. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte Spahn in seiner Funktion als CDU-Chef kurz zuvor zum Rücktritt aufgefordert.
Nach Spahns Rücktritt sprach Merz dann von einem „richtigen“ und „unvermeidlichen“ Schritt. „Glaubwürdigkeit ist in der Politik das höchste Gut“, teilte Merz in einer am Samstag verbreiteten Erklärung mit. Spahn war wegen seiner Entscheidung für eine Leihmutter unter Druck geraten – dieses Verfahren ist in Deutschland verboten.
„Mir ist in den letzten Tagen bewusst geworden, dass mein persönliches Glück, gemeinsam mit meinem Mann eine Familie zu gründen und Vater zu werden, nicht vereinbar ist mit meinem politischen Amt“, erklärte Spahn seinen Rücktritt in dem Schreiben an die Unionsfraktion.
Jens Spahn kritisiert Debatte: „Menschlich im Ton bleiben“
„Der Spagat zwischen meiner privaten Entscheidung zu einem Kind durch Leihmutterschaft und der nachvollziehbaren Erwartung an mich als Vorsitzenden unserer Fraktion ist größer geworden, als ich es erwartet hatte“, heißt es weiter von Spahn.
Der CDU-Politiker kommentiert auch die mitunter hitzig geführte Debatte in den vergangenen Tagen. „Die zunehmende Unerbittlichkeit in der öffentlichen Auseinandersetzung hat mich sehr nachdenklich gemacht“, schrieb Spahn. „Lasst uns bei aller Klarheit und Entschiedenheit in der Sache immer auch menschlich im Ton bleiben. Denn das zeichnet uns als christlich-demokratische Volksparteien der Mitte aus.“
Jens Spahn: „Meine Familie ist mir das Wichtigste“
„Eines ist mir in den letzten Tagen immer klarer geworden: Meine Familie ist mir das Wichtigste. Ich danke Euch allen für die gemeinsame Arbeit in den letzten 14 Monaten und wünsche Euch alles Gute“, erklärt Spahn schließlich am Ende seines Schreibens.
Am Mittwoch war bekannt geworden, dass Spahn und sein Mann Eltern eines in den USA von einer Leihmutter zur Welt gebrachten Kindes wurden. Der Unionsfraktionschef sah sich seither mit Rücktrittsforderungen aus den eigenen Reihen und aus anderen Parteien sowie mit Vorwürfen konfrontiert, als Privatperson anders zu handeln als in seiner politischen Funktion. (mit dpa)
