In Teilen Deutschlands hat Sturmtief „Luise“ Schäden angerichtet. Mit „Manja“ zieht der nächste Sturm heran.
Jetzt droht OrkanSturmtief „Luise“ richtet deutschlandweit Schäden an

Der Deutsche Wetterdienst warnt für die höchsten Lagen des Harzes vor schwerem Sturm.
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Ein umgestürztes Gestell, Äste auf Gleisen, Störung im Bahnhof: Der erste Herbststurm hat in Teilen Deutschlands Schäden angerichtet. Und mit „Manja“ zieht schon das nächste Sturmtief heran.
Der Sturm hinterließ vor allem im Westen und Südwesten Schäden. Mehrere Menschen wurden verletzt. Größere Zwischenfälle wurden bis zum Samstagmorgen allerdings nicht bekannt. Die Gefahr ist jedoch nicht gebannt: Denn Deutschland steht ein weiterer stürmischer Tag bevor.
Vor allem in den Höhenlagen und an der Nordsee sind nach Prognosen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) stürmische Böen mit Geschwindigkeiten von bis zu 85 Kilometern in der Stunde möglich - auf dem Brocken im Harz sogar noch darüber.
Zwei Menschen in Rheinland-Pfalz schwer verletzt
Mancherorts laufen die Aufräumarbeiten am Morgen noch. Sturmtief „Luise“ hatte am Freitag (23. Oktober) vor allem im Westen und Südwesten Spuren hinterlassen und den Bahnverkehr behindert. Feuerwehren und Polizei rückten in mehreren Bundesländern zu Einsätzen aus - meist wegen umgestürzter Bäume oder abgeknickter Äste. Mancherorts waren Bewohner ohne Strom. Zumeist gab es Schäden an Fahrzeugen und Gebäuden.
Schwere Folgen hatte der Sturm in Nastätten im Norden von Rheinland-Pfalz. Dort warf eine Böe am Freitagnachmittag ein Gestell um, während in der Nähe ein Oktobermarkt stattfand. Nach Angaben der Polizei wurden zwei Menschen schwer verletzt. Einer von ihnen schwebte in Lebensgefahr und wurde mit einem Hubschrauber in eine Klinik gebracht.
In Seligenstadt südöstlich von Frankfurt am Main traf ein abgerissener Ast einen Radfahrer, den die Feuerwehr befreien musste. Im saarländischen Lebach wurde ein Fußgänger von einem Werbeschild leicht verletzt.
Kachelmannwetter listete zwischenzeitlich bei Instagram die Windspitzen von Sturm „Luise“ auf.
Auf der Schiene kam es zu Störungen. Am Karlsruher Hauptbahnhof flog ein Gegenstand in die Oberleitung. Reisende berichteten von „massivem Funkenschlag“. Bei Pforzheim am Nordrand des Schwarzwaldes prallte eine Regionalbahn mit Hunderten Fahrgästen an Bord gegen einen Ast und musste auf der Strecke stehen bleiben.
Bei Aachen blieb ein ICE mit 280 Fahrgästen nach einem Oberleitungsschaden liegen und wurde von einer Diesellok zum Bahnhof Stolberg geschleppt. Auch bei Neuss und in Stuttgart blockierten umgestürzte Bäume die Gleise.
Allein im Saarland rückte die Polizei bis zum Abend zu 59 sturmbedingten Einsätzen aus. Der Europa-Park in Rust schloss vorübergehend seine großen Achterbahnen im Freien.
Bäume stürzen in Duisburg und Remscheid um
In Duisburg brachten Sturmböen im gesamten Stadtgebiet Bäume zum Sturz. Einer stürzte auf einen Kiosk, an weiteren Stellen fielen Bäume in Stromleitungen, wie die Feuerwehr mitteilte. Bäume und Äste mussten demnach von Straßen entfernt werden. Eine Autofahrerin fuhr den Angaben zufolge in einen umgestürzten Baum. Verletzte gab es bisherigen Erkenntnissen zufolge nicht. Die Feuerwehr zählte rund 40 Sturmschäden-Einsätze, wie es hieß.
Auch in Remscheid musste die Feuerwehr eigenen Angaben zufolge abgebrochene Äste und umgestürzte Bäume beseitigen. An der A1 stürzte ein größerer Baum gegen eine Lärmschutzwand. Die Autobahn wurde ihn Fahrtrichtung Köln zeitweise gesperrt.
A43 im Autobahnkreuz Bochum gesperrt
Autobahnsperrung auch in Bochum. Grund war eine gerissene Hochspannungsleitung. Die Feuerwehr sicherte gemeinsam mit der Polizei und dem Energieversorger die Einsatzstelle und sperrte den Gefahrenbereich weiträumig ab. Aufgrund der erheblichen Gefährdung durch die beschädigte Hochspannungsleitung musste die Autobahn 43 im Bereich des Autobahnkreuzes Bochum sowie der Anschlussstelle Bochum-Laer vollständig gesperrt werden.
In Bochum wurde zudem ein Mehrfamilienhaus von einem entwurzelten Baum getroffen. Zum Zeitpunkt des Einsatzes befanden sich noch Personen im Gebäude an der Elsa-Brandström-Straße. Die Feuerwehr räumte das betroffene Haus vorsorglich. Der Gefahrenbereich wurde weiträumig abgesperrt. Verletzt wurde niemand. Die Bewohner des Hauses kamen vorübergehend bei Familie oder Bekannten unter.
Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zieht „Luise“ im Laufe des Samstags Richtung Ostsee und Dänemark ab. Tagsüber lässt der Wind vorübergehend nach, an der Küste sind aber weiter Sturmböen möglich.
Von Westen zieht Sturmtief „Manja“ heran
Ab dem Abend zieht von Westen „Manja“ heran. In der Nacht zum Sonntag drohen kräftiger Regen und stark auffrischender Südwestwind. Bis Sonntagvormittag kann laut DWD regional Regen in „unwetterartigen Mengen“ fallen.
Der Sonntag wird nach DWD-Angaben außer im Südosten ein windiger bis stürmischer Tag. An der Nordsee sind Böen bis 100 Kilometer pro Stunde und einzelne Orkanböen möglich, ebenso am Feldberg im Schwarzwald.
Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie erwartet von Sonntag bis Montag deutlich erhöhte Wasserstände. In Hamburg könnte eine Sturmflut auflaufen, dann würde der tiefer gelegene Teil des Fischmarkts überflutet. Wyk auf der Insel Föhr hat den Deichdurchlass am Hafen geschlossen.
Probleme gibt es auch für Urlauber zum Ende der Herbstferien in Niedersachsen. Die Schnellfähren nach Helgoland fahren am Wochenende nicht, die Halligen werden am Sonntag und Montag nicht angesteuert.
Köln und Aachen raten, Wälder, Parks, Friedhöfe und Alleen zu meiden. In Erfurt bleiben die Friedhöfe das ganze Wochenende geschlossen. Am Montag soll sich das Wetter dann beruhigen. (dpa)