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Sachsen-Anhalt
Sehr hohe Wahlbeteiligung – 65 Prozent bis 16 Uhr

8 min
Magdeburg: Eine Wählerin wirft am Sonntag (6. September) in einem Wahllokal ihren Stimmzettel in eine Wahlurne.

Magdeburg: Eine Wählerin wirft am Sonntag (6. September) in einem Wahllokal ihren Stimmzettel in eine Wahlurne. Sehr viele Menschen machen Gebrauch von ihrem Stimmrecht.

Ganz Deutschland blickt auf die Wahl in Sachsen-Anhalt. Setzt sich die AfD erstmals durch? Alle Entwicklungen hier im Liveblog.

In Sachsen-Anhalt leben nur gut drei Prozent der Wahlberechtigten ganz Deutschlands. Trotzdem war das bundesweite und internationale Interesse an einer Landtagswahl selten so groß wie an der in dem ostdeutschen Bundesland am Sonntag (6. September).

Es geht darum, ob mit der AfD erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik eine als rechtsextrem eingestufte Partei auf Landesebene an die Macht kommt. Die Wahl hat aber auch das Potenzial, die stärkste Regierungspartei CDU vor eine Zerreißprobe zu stellen und Kanzler Friedrich Merz (CDU) sowie die Spitze des Koalitionspartners SPD ins Wanken zu bringen. Alle Entwicklungen hier im Newsblog.

Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Alle Entwicklungen im Newsblog

Am Sonntag wird in Sachsen-Anhalt gewählt. Hier im Newsblog alle Entwicklungen live verfolgen:

17 Uhr: Polizei in Magdeburg bereitet sich vor

In Sachsen-Anhalts Hauptstadt Magdeburg bereitet sich die Polizei auf einen möglicherweise turbulenten Abend vor. Die Präsenz in der Innenstadt sei nicht zu übersehen, meldet der „Spiegel“. Hier sollen am Wahltag noch zahlreiche Kundgebungen und Wahlpartys stattfinden. Am Nachmittag ist es noch ruhig. Wenn um 18 Uhr die ersten Prognosen erwartet werden, könnte auch die Polizei mehr zu tun haben.

16.30 Uhr: Sehr hohe Beteiligung an Wahl in Sachsen-Anhalt

Bis zum späten Nachmittag haben bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt schon mehr Menschen ihre Stimme abgegeben als vor fünf Jahren. Die Wahlbeteiligung lag bis 16.00 Uhr bei 65,3 Prozent, wie die Wahlleiterin Christa Dieckmann mitteilte. 2021 betrug die Beteiligung an der Wahl zum gleichen Zeitpunkt demnach 41 Prozent, insgesamt lag sie damals bei 60,3 Prozent.

Die Wahlbeteiligung wird vor Schließung der Wahllokale noch ohne Briefwahl festgestellt. Zur Wahl sind in diesem Jahr rund 1,7 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen. Die insgesamt rund 2.130 Wahllokale im Land haben heute noch bis 18.00 Uhr geöffnet.

15:37 Uhr: Notarzteinsatz vor Wahllokal

Kurz bevor AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund in seinem Wahlkreis in Tangermünde am Vormittag seine Stimme abgab, kam es dort Medienberichten zufolge zu einem Notarzteinsatz vor dem betreffenden Wahllokal. Dort hatten sich viele Bürgerinnen und Bürger sowie Journalistinnen und Journalisten versammelt. Kurz vor der Stimmabgabe von Siegmund musste ein Mann reanimiert werden. Ob er überlebt hat, war zunächst unklar.

14.30 Uhr: Gut jeder Zweite hat schon abgestimmt

Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat bis zum frühen Nachmittag schon mehr als jeder Zweite seine Stimme abgegeben. Um 14.00 Uhr lag die Wahlbeteiligung bei 54,4 Prozent, wie Landeswahlleiterin Christa Dieckmann in Magdeburg mitteilte. Bei der Landtagswahl vor fünf Jahren lag die Wahlbeteiligung zum gleichen Zeitpunkt bei 27,1 Prozent, 2016 bei 35,4 Prozent. Die Datenbasis ist eine stichprobenartige Rückmeldung aus repräsentativen Urnenwahlbezirken, hieß es.

14 Uhr: Aufruf zur Kontrolle von Wahl-Auszählungen

In Sachsen-Anhalt mobilisiert der als rechtsextrem eingestufte Verein „Ein Prozent“ Unterstützer, um die Auszählung der Stimmen bei der Landtagswahl in den Wahllokalen zu beobachten. In einem Aufruf heißt es, man wolle „den Etablierten auf die Finger schauen“. Über eine eigens eingerichtete Website können sich Interessierte für die Beobachtung einzelner Wahllokale anmelden.

12.45 Uhr: Wahlbeteiligung bis 12 Uhr deutlich höher

Das Interesse an der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist groß. Die Wahlbeteiligung lag bis 12.00 Uhr bei 34,7 Prozent, wie Landeswahlleiterin Christa Dieckmann in Magdeburg mitteilte. Bei der vorangegangenen Landtagswahl im Jahr 2021 hatten bis Mittag 22,4 Prozent der Wählerinnen und Wähler ihre Stimme abgegeben, bei der Landtagswahl 2016 waren es zu diesem Zeitpunkt 25,0 Prozent gewesen. Knapp 1,7 Millionen Bürgerinnen und Bürger ab 18 Jahren sind wahlberechtigt.

Pünktlich um 8.00 Uhr hatten in rund 2.130 Wahllokalen die Abstimmungen begonnen. „Im Verlauf des Vormittags war eine reibungslose Abwicklung des Wahlgeschäftes zu verzeichnen“, erklärte die Landeswahlleiterin. „Es waren dabei keine unverhältnismäßigen Wartezeiten festzustellen.“

11.45 Uhr: Wagenknecht ruft zur Abwahl der CDU auf

Sahra Wagenknecht hat am Sonntagmorgen dazu aufgerufen, das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) zu wählen. Die umstrittene Parteigründerin argumentierte, dass ein Abwahlergebnis für den amtierenden CDU-Ministerpräsidenten Sven Schulze das Ende der Kanzlerschaft von Friedrich Merz einleiten könnte. Zugleich warb sie dafür, dass das BSW in den Landtag einzieht, um eine „Brandmauerkoalition“ von der CDU bis zur Linken zu verhindern. Sie sprach sich stattdessen für einen überparteilichen Ministerpräsidenten aus, der mit wechselnden Mehrheiten regieren und stärker an sachpolitischen Lösungen orientiert sein solle.

Mit dem Slogan „Eine Stimme für das BSW ist eine Stimme gegen Merz“ verband Wagenknecht die regionale Wahlentscheidung ausdrücklich mit der bundespolitischen Machtfrage. Der Aufruf unterstreicht den Versuch des BSW, sich als eigenständige Kraft jenseits der etablierten Lager zu positionieren und zugleich den Druck auf die CDU-geführte Bundesregierung zu erhöhen. Ob und in welchem Maße diese Botschaft die Wählerinnen und Wähler in Sachsen-Anhalt mobilisieren kann, wird der Ausgang der Landtagswahl zeigen.

Sven Schulze gibt seine Stimme ab.

Sven Schulze gibt seine Stimme ab.

11.30 Uhr: Ministerpräsident Sven Schulze hat abgestimmt

Der amtierende Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Sven Schulze, hat in Magdeburg gewählt. Die Zeit des Wahlkampfs sei eine anstrengende Zeit gewesen, sagte der CDU-Spitzenkandidat vor dem Wahllokal. Zuvor war er gemeinsam mit seiner Frau an die Wahlurne getreten, um den Wahlzettel einzuwerfen. „Dann warten wir mal ab“, sagte Schulze nach seiner Stimmabgabe.

11 Uhr: AfD aktiviert gezielt Wahlbeobachter

Mancherorts könnte es Gedränge geben, denn die AfD ruft ihre Anhänger schon seit Wochen auf, den Wahlvorständen abends genau auf die Finger zu schauen – wozu laut Wahlgesetz jedermann ohne vorherige Anmeldung das Recht hat, solange er nicht stört.

Kürzlich hatte auch AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund dazu aufgerufen, „genau hinzuschauen“ – und wie auch AfD-Bundeschef Tino Chrupalla gemutmaßt, bei der Briefwahl könnte nicht alles mit rechten Dingen zugehen.

Ulrich Siegmund mit seiner Frau an der Wahlurne.

Ulrich Siegmund mit seiner Frau an der Wahlurne.

10.30 Uhr: AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund gibt Stimme ab

Ulrich Siegmund hat seine Stimme abgegeben. Der Spitzenkandidat der AfD traf um 10:22 Uhr gemeinsam mit seiner Frau auf einer blauen Schwalbe an seinem Wahllokal in Tangermünde ein. Er begrüßte die wartenden Menschen und sprach euphorisch von seinem möglichen Einzug in die Staatskanzlei.

Das Interesse an dem Termin war groß – nicht nur unter den AfD-Anhängern. Mehr als 70 Medienvertreter hatten sich angekündigt, darunter auch Reporter US-amerikanischer Sender wie CNN.

Ulrich Siegmund zusammen mit den AfD-Chefs Alice Weidel und Tino Chrupalla auf einer Wahlveranstaltung.

Geben sich siegessicher: Ulrich Siegmund zusammen mit den AfD-Chefs Alice Weidel und Tino Chrupalla auf einer Wahlveranstaltung.

8.15 Uhr: AfD verliert in Sonntagsfrage

Die AfD wäre bei einer aktuellen Bundestagswahl zwar weiterhin die stärkste Kraft, büßte jedoch an Zustimmung ein. Laut einer Insa-Umfrage für die „Bild am Sonntag“ käme sie auf 28 Prozent, was einem Rückgang von einem Prozentpunkt gegenüber der Vorwoche entspricht. Dahinter folgen unverändert die CDU mit 20 Prozent, die Grünen und die SPD mit jeweils 13 Prozent.

Die SPD konnte dabei einen Prozentpunkt zulegen. Die Linke bleibt stabil bei zehn Prozent. Das BSW und die FDP würden mit jeweils vier Prozent an der Fünfprozenthürde scheitern und den Einzug in den Bundestag verpassen.

8 Uhr: Wahllokale geöffnet

In Sachsen-Anhalt haben die Wahllokale für die Landtagswahl geöffnet. Seit 8.00 Uhr können die Menschen ihre Stimme abgeben. Knapp 1,7 Millionen Bürgerinnen und Bürger ab 18 Jahren sind wahlberechtigt. Die Wahllokale sind bis 18.00 Uhr geöffnet. Anschließend beginnt die Auszählung. Die Landeswahlleiterin rechnet mit einem vorläufigen Endergebnis am frühen Montagmorgen.

Die Wählerinnen und Wähler entscheiden über die Zusammensetzung des neuen Landtags in Magdeburg. Auf dem Stimmzettel können zwei Kreuze gesetzt werden: mit der Erststimme wird der Direktkandidat gewählt, mit der Zweitstimme eine Partei. Das Parlament wird später wiederum den Ministerpräsidenten wählen.

7.30 Uhr: Wirtschaftsweisen warnen vor AfD-Wahlerfolg

Sollte die AfD nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt an die Regierung kommen, könnte dies nach den Worten der Chefin der Wirtschaftsweisen, Monika Schnitzer, dringend benötigte Fachkräfte abschrecken und somit schwere wirtschaftliche Folgen haben. „Angesichts des Wahlprogramms ist zu erwarten, dass bei einer Regierungsübernahme der AfD das Bundesland als Standort für Fachkräfte und Unternehmen deutlich an Attraktivität verlieren würde“, sagte Schnitzer dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Sonntag).

Die Münchner Ökonomie-Professorin wies darauf hin, dass in Sachsen-Anhalt in den nächsten Jahren viele Arbeitskräfte in Rente gehen. „Ohne Zuzug von außen werden deshalb bald viele Fachkräfte fehlen. Und ohne ausreichend Fachkräfte bleiben dringend benötigte Investitionen aus“, warnte Schnitzer.

7 Uhr: Zahlen zur Wahlbeteiligung werden häufiger bekannt gegeben

Erste Zahlen zur Wahlbeteiligung werden im Laufe des Tages erwartet. Die Landeswahlleitung will um 12, 14 und 16 Uhr vorläufige Angaben veröffentlichen. Mit der Auszählung wird nach Schließung der Wahllokale um 18 Uhr begonnen. Erste Zwischenergebnisse aus den Wahlkreisen könnten ab 19 Uhr vorliegen. Die Landeswahlleiterin rechnet mit einem vorläufigen Endergebnis im Laufe der Nacht oder in den frühen Morgenstunden des Montags.

Sachsen-Anhalt seit 2002 fest in den Händen der CDU

Politisch ist das Bundesland seit 2002 fest in Händen der CDU, die mit wechselnden Bündnispartnern regierte – zunächst mit Ministerpräsident Wolfgang Böhmer, ab 2011 dann unter dessen Nachfolger Reiner Haseloff und seit Jahresbeginn unter Sven Schulze.

Zeitweise stark schnitt dort auch die PDS und spätere Linkspartei ab, die bei Landtagswahlen zwischen 2002 und 2011 jeweils mehr als 20 Prozent bekam. Von 1998 und 2002 saß die rechtsextremistische DVU im Landtag in Magdeburg. Die AfD kam gleich bei ihrer ersten Teilnahme an einer Landtagswahl im Jahr 2016 aus dem Stand auf 24,3 Prozent.

Landtagswahl Sachsen-Anhalt: Wahlforscher erwarten keine Überraschung wie 2021

Bei der Landtagswahl am Sonntag in Sachsen-Anhalt erwarten große Wahlforschungsinstitute keine Überraschung wie vor fünf Jahren, als die AfD schwächer als in den Umfragen abschloss und die CDU deutlich stärker als erwartet.

„Wir rechnen nicht mit einem so großen Mobilisierungseffekt in den letzten Tagen wie 2021. Damals konnte (Ministerpräsident Reiner) Haseloffs CDU die AfD-Gegner hinter sich versammeln. Dieses Mal teilen sich die AfD-Gegner breiter auf verschiedene Parteien auf“, sagte der Chef der Forschungsgruppe Wahlen, Matthias Jung, der Deutschen Presse-Agentur. Ähnlich äußerten sich seine Kollegen von Infratest-dimap und Insa.

In der Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag des ZDF war die AfD mit ihrem Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund auf 41 Prozent, ein Punkt mehr als vor einer Woche gekommen. Die Christdemokraten hoffen auf eine weitere Amtszeit von Ministerpräsident Sven Schulze und lagen unverändert bei 23 Prozent. (red/afp/dpa)