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Entgleisung im WahlkampfDrohung gegen Grünen-Chef – Solidarität im Netz und Tränen beim Publikum

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Grünen-Bundesvorsitzender Felix Banaszak. (Archivbild)

Grünen-Bundesvorsitzender Felix Banaszak. (Archivbild)

Bei einem Wahlkampf-Auftritt von Felix Banaszak kommt es zu Verbalattacken eines Zuschauers. Nun äußert sich der Grünen-Chef.

Der Wahlkampf in Sachsen-Anhalt sorgt mitunter für aggressive Szenen – wie nun auch ein von Grünen-Chef Felix Banaszak auf Instagram veröffentlichtes Video zeigt. Zu sehen ist dort, wie der Politiker bei einer Wahlkampfveranstaltung in Wernigerode Opfer einer heftigen Verbalattacke geworden ist. Ein Mann hatte den Grünen-Chef offenbar massiv beleidigt und bedroht.

„Wir werden euch auch ausbeuten, bis zum Letzten, das kannst du mir glauben“, heißt es etwa von dem Mann in Richtung des Politikers. „Und dein Name, der steht in meinem Kopf drin“, fügte der Mann, an Banaszak gerichtet, hinzu. Der Grünen-Chef reagierte auf die Attacke mit Verwunderung. Er verstehe diese Aggressivität nicht, erwiderte Banaszak. Der Mann antwortete daraufhin: „Weil du so dumm bist!“

Szene kursiert seit Tagen in den sozialen Netzwerken

Die Szene kursiert bereits seit einigen Tagen in den sozialen Netzwerken. Am Sonntag äußerte sich der Grünen-Politiker nun zu dem Vorfall. In einem während einer Autofahrt aufgenommenen Video dankte Banaszak allen, die ihm ihre Solidarität ausgedrückt hätten. Bei dem Vorfall seien Menschen in Tränen ausgebrochen, berichtete Banaszak außerdem, darunter ein Junge, zehn bis 14 Jahre alt.

„Mir geht es gut, macht euch bitte gar keine Sorgen um mich“, erklärte der Grünen-Politiker zudem. Sorgen müsse man sich vielmehr um jene Menschen machen, die mit derartigem Hass „noch sehr viel häufiger umzugehen haben, als ich an diesem einen Abend in Wernigerode“. 

Felix Banaszak äußert sich zu „Einschüchterungsversuch“

Das Wichtigste im Umgang mit „Einschüchterungsversuchen“ sei, Solidarität zu organisieren, führte Banascak aus. „Deswegen bin ich gerade in diesen Wahlkämpfen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern so viel unterwegs.“

Dort mache er jedoch auch „ganz andere Erfahrungen“, betonte Banaczak. „Ich lerne auch ganz viele Menschen kennen, die genau wie ich, für ein helles Land eintreten, die nicht wollen, dass Bewirtschafter der Finsternis und Verrohung und der Hoffnungslosigkeit sich am Ende durchsetzen.“

AfD gibt sich siegesgewiss vor Wahl in Sachsen-Anhalt

Die Grünen kratzen in den Wahlumfragen in Sachsen-Anhalt an der Fünf-Prozent-Hürde. Sie könnten aber sowohl in Mecklenburg-Vorpommern als auch in Sachsen-Anhalt Regierungsmehrheiten der AfD durch ihren Einzug in die zwei Landtage verhindern.

Mit guten Umfragewerten im Rücken gibt sich die AfD-Führung kurz vor den Landtagswahlen im Herbst derweil extrem selbstbewusst. „Wir werden in den ersten Bundesländern regieren, nicht nur in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. Und wir werden auch im Bund regieren“, sagte die Vorsitzende Alice Weidel im ZDF-„Sommerinterview“.

In Sachsen-Anhalt wird am 6. September ein neues Landesparlament gewählt, in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern dann zwei Wochen später, am 20. September. Vor allem in Sachsen-Anhalt steht die AfD in den Umfragen in der Nähe der absoluten Mehrheit. Bundesweit liegt die Partei um bis zu acht Prozentpunkte vor CDU und CSU. (mit dpa)