Spektakulärer Fund am Limes: Bei Ausgrabungen im Taunus haben Archäologen die gut erhaltenen Grundmauern eines antiken Tempels entdeckt.
Sensationeller FundArchäologen entdecken römischen Tempel im Taunus

Bei Ausgrabungen im Taunus haben Archäologen die gut erhaltenen Grundmauern eines antiken Tempels entdeckt. (Symbolbild)
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Bei Ausgrabungen an der Kapersburg bei Rosbach vor der Höhe im Wetteraukreis haben Archäologen des hessischen Landesamts für Denkmalpflege die Fundamente eines antiken römischen Tempels freigelegt.
Die Ausgrabungsstätte befindet sich laut einem Bericht der „Hessenschau“ in einer ehemaligen Militärsiedlung direkt am Limes, die erst nach Sturmschäden im Wald entdeckt worden war, wie die Hessenschau berichtet.
Kastell Kapersburg: Archäologen legen römischen Tempel im Wald frei
Bei der Freilegung stießen die Fachleute auf ein rund fünf Meter langes Rechteck im Waldboden mit einem Innenquadrat aus etwa 50 Zentimeter dicken, sehr gut erhaltenen Mauern. Bezirksarchäologe Kai Mückenberger identifizierte die Überreste rasch: „Das ist ein Tempel.“
Katharina Grießhaber vom Landesmuseum Saalburg, die an der Grabung beteiligt war, zeigte sich begeistert über den Zustand der Steine: „Da haben wir uns ein Loch in den Kopf gefreut. So wunderschöne römische Mauern zu finden, ist ein Highlight.“
Unter Mauerresten barg das Team zudem Teile antiker Götterstatuen. Neben Fragmenten wie einer mutmaßlichen Hand des Gottes Mars und Tierteilen stießen die Ausgräber auf den fast vollständig erhaltenen Torso einer Victoria-Statue, erkennbar an Attributen wie Flügeln, Palmzweig und Siegeslorbeer.
Ausgrabung in Hessen: Forscher stoßen am Limes auf antiken Tempel
Nach Einschätzung von Grießhaber funktionierte die römische Religiosität vor Ort nach dem Prinzip eines gegenseitigen Geschäfts: „Victoria, wenn Du mich unterstützt, liefere ich Dir ein Geschenk.“ Dies erkläre die zahlreichen Fragmente figürlichen Schmucks im Tempelbereich.
Baulich handelte es sich vermutlich um einen sogenannten Umgangstempel aus dem dritten Jahrhundert nach Christus mit einem überdachten Gang um den zentralen Gebetsraum. Da eine vierte feste Mauer fehlt, dürfte der Raum zur Front hin durch ein Holztor oder Gitter verschlossen gewesen sein.
Funde wie ein spätantikes Schmuckstück deuten darauf hin, dass die Anlage auch nach dem Abzug der römischen Truppen weiter genutzt wurde. Aufschluss über den historischen Namen des Dorfes an der Kapersburg erhoffen sich die Forscher nun von der Übersetzung einer lateinischen Inschrift auf einem gefundenen Weihestein. (jag)