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Attacke in Dreieich27-Jähriger nach Schüssen auf Flüchtlingsunterkunft in Haft

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Dreieich

Ein Beamter der Spurensicherung markiert in Dreieich an der zerstörten Scheibe einer Flüchtlingsunterkunft eine Einschussstelle auf einer zuvor angeklebten, klaren Folie. In der Nacht war hier ein Asylbewerber im Schlaf von einer Kugel getroffen und leicht verletzt worden.

Dreieich/Darmstadt – Mehr als drei Monate nach den Schüssen auf eine Flüchtlingsunterkunft im südhessischen Dreieich sitzt ein 27 Jahre alter Verdächtiger in Untersuchungshaft. Der Mann sei am Dienstag in seiner Wohnung in Langen festgenommen worden, berichteten die Staatsanwaltschaft und Polizei.

Er werde verdächtigt, die Tat mit mindestens einem unbekannten Komplizen begangen zu haben, nach dem noch gesucht werde. Ein Richter erließ Haftbefehl wegen des Verdachts des versuchten Mordes, der gefährlichen Körperverletzung und eines Verstoßes gegen das Waffengesetz. Hinweise auf ein fremdenfeindliches Motiv gebe es bislang nicht, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Darmstadt.

Staatsanwaltschaft geht von persönlichem oder geschäftlichem Hintergrund aus

„Wir gehen derzeit von einem persönlichen oder geschäftlichen Hintergrund aus“, sagte die Sprecherin. Weitere Angaben machte sie mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht.

Nach der Tat war den Ermittlern zufolge eine 20-köpfige Sonderkommission aktiv geworden. Es sei in alle Richtungen ermittelt worden, da ein Motiv für die Schüsse zunächst nicht eindeutig erkennbar gewesen sei.

In der Nacht zum 4. Januar waren mehrere Schüsse auf die Flüchtlingsunterkunft abgefeuert worden. Dabei wurde ein 23-jähriger Bewohner im Schlaf leicht am Bein verletzt. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen wegen versuchten Mordes ein. Mitte Februar sprach sie von einer konkreten Spur. Über die Festnahme am Dienstag hatte zunächst die „Bild“-Zeitung berichtet.Die Tat hatte damals großes Entsetzen ausgelöst. Wenige Tage später demonstrierten rund 700 Menschen gegen Fremdenfeindlichkeit. (dpa/lhe)