Hamburg – 20 Jahre lang waren Pascal H. und seine Mutter Gisela zum Hamburger Hauptfriedhof Altona gegangen, um den Vater und Ehemann zu betrauern. Nun stellt sich heraus: Hans-Jürgen H. ist dort nie beigesetzt worden, sondern auf einem anderen Friedhof. Der Sohn ist entsetzt und hat Betrugsanzeige gegen das Beerdigungsunternehmen erstattet. Seine Vermutung: Der Bestatter habe einen billigeren Friedhof ausgesucht, der Familie aber die höheren Gebühren in Rechnung gestellt.
2001 war Hans-Jürgen H. gestorben. Der leidenschaftliche HSV-Fan, so berichtet sein Sohn, wollte unbedingt anonym auf dem Altonaer Friedhof beigesetzt werden, in Sichtweite zum Volksparkstadion. Dort, wo schon seine Eltern bestattet wurden – glaubte Hans-Jürgen H. jedenfalls.
Die Familie beauftragte ein Beerdigungsunternehmen. Die Trauerfeier samt Trauerrede für Hans-Jürgen H. fand auf dem Hauptfriedhof Altona statt, im Anschluss wurde der Sarg ins Krematorium überführt. Die Urnenbeisetzung ging später ohne Angehörige über die Bühne.
Erst nach dem Tod der Mutter kam das Drama ans Licht
Dass die Familie so lange am falschen Grab trauerte, kam erst durch den Tod von Pascals Mutter im Januar ans Licht. Auch sie sollte in Altona die letzte Ruhe finden, in der Nähe ihres Ehemannes. So wandten sich die H.’s an das selbe Beerdigungsunternehmen wie damals, das nach einer Insolvenz 2006 unter neuer Führung fortbesteht.
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Bei der Besprechung, so berichtet Pascal H., habe der Geschäftsführer nach Durchsicht alter Papiere plötzlich mitgeteilt: „Ihr Vater ist nicht in Altona, sondern auf dem Mennonitenfriedhof beigesetzt worden.“ Nach weiteren Recherchen stellte sich heraus, dass dies auch für die Eltern von Hans-Jürgen H. gilt. Die Gebühren des Mennonitenfriedhofs seien deutlich geringer als in Altona, sagt Pascal H. und vermutet darin das Motiv des falschen Bestattungsortes.Das Bestattungsunternehmen weist die Vorwürfe zurück.


