Eigentlich wollte Fernandes bei einer Demo am Donnerstag teilnehmen. Nun erklärt sie ihre Absage.
Beitrag mit symbolischem Foto„Liebe Frauenhasser“ – Collien Fernandes berichtet von Morddrohungen

Collien Fernandes hat ihre Teilnahme an einer Demonstration in Hamburg abgesagt. (Archivbild)
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Gegen sexualisierte Gewalt im Internet gehen Tausende Menschen in deutschen Großstädten auf die Straße. Am Donnerstag (17.30 Uhr) wird in Hamburg eine Demonstration für die Opfer sexualisierter Gewalt organisiert. Nach Polizeiangaben wurden 7.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer angemeldet.
Die Demonstration wird unter anderem von der Klimaaktivistin Luisa Neubauer und der Kolumnistin Alexandra Zykunov unterstützt. Die Forderungen: mehr Schutz für Opfer sexualisierter Gewalt und echte Konsequenzen für die Täter.
Collien Fernandes sagt Teilnahme an Demo ab
Anders als zunächst beabsichtigt will die Moderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes nicht teilnehmen. „Eigentlich plante ich, dort hinzugehen, dort zu sprechen. Mittlerweile gibt es aber ernsthafte Sicherheitsbedenken, aufgrund von Morddrohungen gegen mich“, schrieb Fernandes am Mittwoch auf der Plattform Instagram.
„Ist das Eure Art, liebe Frauenhasser, damit umzugehen? Wie sollen denn Frauen künftig den Mut haben, aufzubegehren, wenn das Eure Antwort ist – man so mundtot gemacht wird?“, fragte Fernandes in ihrem Beitrag außerdem und bat darum, bei der Demonstration für sie laut zu sein. Dazu teilte sie ein Foto, auf dem sie mit verschränkten Armen zu sehen ist. Fernandes’ Mund ist mit dickem Klebeband zugeklebt, eine Hälfte ihres Körpers steht im Licht, die andere im Dunkel.
Fernandes hatte öffentlich gemacht, dass gefälschte Pornovideos mit ihr als vermeintlicher Darstellerin in Umlauf gebracht wurden. Außerdem geht es in ihrem Fall um gefälschte Online-Profile unter ihrem Namen. Bei Instagram machte die Schauspielerin nun erneut auf das Thema aufmerksam.
„Wir müssen ganz dringend Licht in das Dunkelfeld bringen“, forderte Fernandes. „Nur 5 Prozent der psychischen und physischen Partnerschaftsgewalt wird angezeigt! Nur 2,4 Prozent der digitalen Gewalt! Der Großteil: Im Dunkeln. Im Verborgenen. Warum? Weil es Mut braucht, sich zu äußern, kundzutun, dass der liebe, nette Onkel/Opa/Vater – vielleicht nicht nur der liebe, nette Onkel/Opa/Vater ist“, fügte die Schauspielerin hinzu.
Ricarda Lang: Deutschland darf kein Täterparadies sein
Mehrere Hundert Menschen waren am Mittwoch in Hannover unter dem Motto „Sexualisierte Gewalt stoppen“ zusammengekommen. Die Veranstalter sprachen von mehr als 2000 Teilnehmern. Die Grünen-Politikerin und ehemalige Parteivorsitzende Ricarda Lang sagte dort in einer Rede: „Wir brauchen jetzt eine Änderung der Gesetzeslage, um alle diese Frauen zu schützen.“ Deutschland dürfe nicht länger ein „Täterparadies“ sein.
Bereits am Sonntag hatten in Berlin mehrere Tausend Menschen „gegen sexualisierte digitale Gewalt“ demonstriert und „Solidarität mit allen Opfern“ eingefordert. Für diesen Samstag ist in Köln eine weitere Demonstration angekündigt. „Wir schweigen nicht länger“ – mit diesen Worten rufen das Aktionsbündnis Widersetzen Köln und die Feminist Law Clinic zu einer Demonstration gegen patriarchale Gewalt auf.
Die Demonstration unter dem Titel „Sexuelle und digitale Gewalt stoppen!“ soll am Samstag (28. März) um 13 Uhr am Rudolfplatz beginnen. Von dort aus geht es nach Angaben der Polizei zum Hans-Böckler-Platz am Stadtgarten. Angemeldet sind rund 500 Teilnehmende. (das/dpa)
