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Delfinshow gestürmtUmweltorganisation kritisiert Verhalten eines Aktivisten scharf

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Delfinarium Duisburg

Show im Delfinarium Duisburg 

Duisburg – Vier Aktivisten haben am Sonntag eine Vorstellung im Delfinarium des Zoos Duisburg gestört. Es gelang ihnen, ins Hauptbecken zu springen, wie die Polizei mitteilte.

Sie hätten wasserfeste Transparente bei sich gehabt und Neoprenanzüge getragen. Die Zuschauer, die das Delfinarium verließen, seien von Mitgliedern der Gruppe gefilmt worden.

Zoo Duisburg: Aktivisten stören Show im Delfinarium 

Die Aktivisten aus den Niederlanden erwarten nun Strafanzeigen wegen Hausfriedensbruchs und Tierquälerei. Außerdem wurden die mitgeführten Transparente und die verwendeten Mobiltelefone beschlagnahmt. Nach einer Geldzahlung wurden die Aktivisten wieder entlassen.

Am Sonntagabend hat sich auch der Duisburger Zoo zu dem Zwischenfall im Delfinarium geäußert. In einer Stellungnahme heißt es, dass die Delfinfamilie gefährdet und unkalkulierbaren Risiken ausgesetzt worden sei. Nur durch das direkte Eingreifen des Zoo-Teams seien alle Delfine in den hinteren Bereich der Anlage und somit in Sicherheit geleitet worden.

Duisburger Zoo bezieht nach Zwischenfall in Delfinarium Stellung

„In erster Linie sind wir sehr froh, dass unsere Delfine nicht zu Schaden gekommen sind. Für derartige Aktionen, bei denen eine mögliche Gefährdung der Gesundheit unserer Tiere billigend in Kauf genommen wird, haben wir keinerlei Verständnis. Das hat nichts mit Tierliebe oder Engagement im Artenschutz zu tun“, wird Zoodirektorin Astrid Stewin in der Mitteilung zitiert. Laut dem Statement sollen die meisten Zoobesucher auf die „unverantwortliche Reaktion“ der Aktivisten mit Unverständnis reagiert haben. 

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Die Aktivisten geben auf ihrer Facebook-Seite „Save the ocean“ an, das Ziel der Aktion sei, die Öffentlichkeit über das Leid hinter den Delfin-Shows aufzuklären und das Tierleid in der Duisburger Show umgehend zu stoppen. Dazu stellten sie ein Foto der Protestaktion. 

Gleichzeitig verurteilt die Umweltorganisation das Handeln eines ihrer Mitglieder. „Bei einer solchen Aktion (ins Becken der Delfine springen) wie bei Peter Janssen können die Tiere verletzt werden. Hierbei können womöglich auch Bakterien auf die Delfine übertragen werden bis zum Tod führen kann“, heißt es in einem weiteren Post auf Facebook. 

Seit Jahren kritisieren Tierschützer Delfinarien immer wieder als nicht artgerecht. Vom Tierschutzbund heißt es etwa: „Delfine haben ein sehr großes Bewegungsbedürfnis und stellen sehr hohe Anforderungen an Wasserqualität und Platzbedarf. Die im Vergleich zu ihrem natürlichen Lebensraum winzigen Becken bieten den Tieren nur wenig Rückzugsmöglichkeiten und Bewegungsfreiraum.“ (mbr/dpa)

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