Wiederbelebungsversuche scheiterten. Die in Not geratenen Schwimmer, denen er helfen wollte, konnten später gerettet werden.
Ehefrau erleidet PanikattackeDeutscher Mallorca-Urlauber will helfen und ertrinkt

Der Strand von Cala Mendia in Manacor auf Mallorca. (Archivfoto)
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Ein tragisches Unglück hat die Urlaubsstimmung an der Ostküste Mallorcas überschattet. In der beliebten Bucht Cala Mendia bei Porto Cristo ist am Freitagnachmittag ein deutscher Tourist ums Leben gekommen. Das berichtet das lokale Online-Portal „cronicabalear.es“. Der Mann, dessen Alter in lokalen Berichten mal mit 56 und mal mit 63 Jahren angegeben wird, ertrank beim Versuch, einen jungen Schwimmer aus einer gefährlichen Strömung zu retten.
Mutiger Einsatz endet tödlich
Nach bisherigen Informationen geriet ein 21-jähriger Mann durch starken Wellengang und Unterströmungen in Not. Der deutsche Urlauber zögerte nicht und sprang ins Wasser, um zu helfen. Während der junge Mann schließlich durch einen herbeigeeilten Rettungsschwimmer eines nahegelegenen Hotels gerettet werden konnte, verließen den Helfer im Wasser die Kräfte.
Augenzeugen berichteten, dass der Mann längere Zeit im Meer trieb, bis ihn Wassersportler auf Paddle-Boards schließlich leblos bergen konnten. Trotz sofort eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen, die über 40 Minuten andauerten, konnte ein Notarzt nur noch den Tod des Mannes feststellen.
Schwere Vorwürfe gegen die Behörden
Vor Ort herrscht nach dem Vorfall große Bestürzung und Wut. Badegäste und Augenzeugen erheben schwere Vorwürfe gegen die zuständige Gemeinde. Obwohl die Bucht aufgrund des frühen Saisonstarts und der hohen Temperaturen bereits stark besucht war, gab es zum Unglückszeitpunkt gegen 18.00 Uhr keinen offiziellen Rettungsdienst am Strand.
„Ein Leben wurde verloren, weil keine Rettungsschwimmer da waren“, kritisierte ein Augenzeuge gegenüber dem Portal „Crónica Balear“. Während andere Gemeinden wie Palma die Bewachung ihrer Strände bereits Ende März aktiviert haben, setzen andere Kommunen den Dienst offenbar erst später im Jahr ein.
Der gerettete 21-Jährige wurde zur weiteren Behandlung in das „Hospital de Llevant“ gebracht. Die Ehefrau des Verstorbenen sowie eine weitere Angehörige mussten noch am Strand psychologisch betreut werden, da sie einen schweren Schock erlitten. Die Nationalpolizei hat die Ermittlungen zum genauen Unfallhergang aufgenommen. Die Leiche wurde gegen 18.30 Uhr zur Gerichtsmedizin überführt. (jag/red)