Der Rekordtiefstand der Donau setzt historische Funde frei. Was erwartet der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge noch?
Samt Motorrad und TellerminenDonau-Niedrigwasser gibt Überreste von toten Wehrmachtssoldaten frei

Ein Motorrad der Wehrmacht kam bei Budapest zum Vorschein. Der Volksbund rechnet mit weiteren Funden.
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Das Niedrigwasser der Donau hat in Budapest die Überreste von zwei Wehrmachtssoldaten, ein Motorrad und Tellerminen freigegeben. Mitarbeiter des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge hätten die Gebeine der Soldaten exhumiert, teilte der Volksbund mit. Wegen der entdeckten zahlreichen Tellerminen zur Panzerabwehr sei auch der Kampfmittelräumdienst im Einsatz gewesen.
„Der Volksbund rechnet damit, dass auch aus Schiffswracks, die derzeit aus Flüssen auftauchen, Kriegstote zu bergen sein könnten“, heißt es in einer Mitteilung. Das Motorrad und zwei entdeckte Erkennungsmarken seien gut erhalten, weil der Hafenschlamm mit Gasöl vermischt sei.
Hafenschlamm und Gasöl sorgen für gute Konservierung
Diesem Erdölprodukt sei es zu verdanken, dass der Schlamm auch die Erkennungsmarken hervorragend konserviert habe, sodass Buchstaben und Zahlen einwandfrei zu lesen seien, teilte der Volksbund mit.
Beide Erkennungsmarken seien zudem vollständig. Normalerweise sei im Todesfall eine Hälfte bei dem Soldaten belassen worden, erklärte der Volksbund in seiner Mitteilung. Die andere Hälfte wurde demnach nach Berlin geschickt, wo der Tod dokumentiert wurde und die Angehörigen benachrichtigt wurden. „Die Familien dieser beiden Toten warteten vergeblich auf offizielle Nachricht“, so der Volksbund.
Überreste sollen in Ungarn bestattet werden
Die geborgenen Überreste der Soldaten sollen nun „bei nächster Gelegenheit“ auf der Kriegsgräberstätte Budaörs vor den Toren der ungarischen Hauptstadt Budapest bestattet werden.
Hitze und Trockenheit führten zu einem Rekordtiefstand der Donau. Dieser hat auch den Verkehr der Flusskreuzfahrtschiffe auf dem Budapester Abschnitt des Stromes zum Erliegen gebracht.
Der Volksbund rechnet damit, dass wegen der extrem niedrigen Pegelstände auch Schiffswracks auftauchen, aus denen Kriegstote zu bergen sein könnten. Zuletzt hatte das Donau-Niedrigwasser etwa in Serbien Nazi-Schiffswracks freigelegt. Überreste von Soldaten wurden dabei jedoch nicht freigelegt. (das/dpa)
